Glauber: Menschen bestmöglich vor Folgen des Klimawandels schützen – Hochwasserschutz in Bayern läuft auf Hochtouren

13.7.2026 - | Bayerische Staatsregierung

Das Bayerische Umweltministerium treibt die Klimaanpassung bayernweit konsequent voran. Ein entscheidender Baustein dabei ist der Hochwasserschutz. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu heute im Vorfeld des fünften Jahrestags der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal: „Extreme Wetterereignisse wie Hitze, Starkregen und Unwetter werden durch den Klimawandel noch weiter zunehmen. Das fordert uns vielfältig heraus. Wir tun alles, um Bayern hochwasserfest zu machen. Der Freistaat steht dabei an der Seite der Kommunen. Die Städte und Gemeinden sind besonders wichtige Akteure im Schutz vor Hochwasser. Durch gezielte Vorsorgemaßnahmen können sie dazu beitragen, Hochwasserschäden in der eigenen Gemeinde zu vermeiden. Ich appelliere an alle Kommunen, den Hochwasser-Check zu machen. Auch unsere Hinweiskarte ‚Oberflächenabfluss und Sturzflut‘ ist ein wichtiger Schritt hin zu einem besseren Umgang mit Sturzflutgefahren. Die Karte gibt allen Verantwortlichen vor Ort die Möglichkeit zu einer ersten Beurteilung des jeweiligen Sturzflutrisikos. Ziel ist es, Gemeinden den Einstieg in ein zielgerichtetes Sturzflut-Risikomanagement zu erleichtern und die Öffentlichkeit für Sturzflutgefahren zu sensibilisieren.“

Der Hochwasser-Check unterstützt Kommunen im Umgang mit Hochwassergefahren durch praxisnahe Beratung. Kernelement ist ein Beratungsgespräch zwischen Wasserwirtschaftsamt und Kommune, ergänzt um optionale Ortsbegehungen. Gemeinsam mit der jeweiligen Kommune werden dabei mögliche Wassergefahren identifiziert. Bisher (Stand Juni 2026) ist 1750 Kommunen – das sind mehr als 85 Prozent der bayerischen Kommunen – ein Beratungsgespräch angeboten worden. Davon wurden rund 820 Beratungsgespräche erfolgreich durchgeführt. Auch hat das Umweltministerium das Sturzflut-Management und die kommunale Beratung deutlich ausgebaut. Seit 2018 wurden bayernweit mehr als 100 kommunale Konzepte zum Sturzflut-Risikomanagement abgeschlossen, über weitere 240 Vorhaben sind in Bearbeitung. Bisher wurden dafür rund 8 Millionen Euro an Zuwendungen ausbezahlt, weitere etwa 24 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren folgen.

Von Hochwasserschutzdeichen und Rückhaltebecken, von Sturzfluten-Vorsorge über Deichrückverlegungen, von natürlichem Hochwasserschutz bis hin zu gesteuerten Flutpoldern – Hochwasserschutz geht nur ganzheitlich. Über 4 Milliarden Euro wurden bayernweit seit Beginn der Hochwasserschutzprogramme im Jahr 2001 in den Hochwasserschutz investiert. In den zurückliegenden Jahren konnten beispielsweise so über 190 Kilometer Deiche und über 70 Kilometer Hochwasserschutzwände neu errichtet und über 26 Millionen Kubikmeter Retentionsraum für Hochwasser entlang der Flüsse reaktiviert werden. Zusätzlich wurden beispielsweise über 340 Kilometer Deiche saniert, rund 40 Kilometer Flutmulden geschaffen, etwa 21,5 Millionen Kubikmeter Gesamtstauraum in Hochwasser-Rückhaltebecken gebaut, Talsperren und Flutpolder mit einem Gesamtvolumen von 20,5 Millionen Kubikmeter in Betrieb genommen oder betriebsfertig gemacht. An Wildbächen konnten über 170 Kilometer Wildbachstrecke ausgebaut werden.

Das Bayerische Umweltministerium hat mit der Novelle des Bayerischen Wassergesetzes den Hochwasserschutz weiter gestärkt. Maßnahmen des Hochwasserschutzes liegen jetzt im besonderen öffentlichen Interesse. Dadurch soll der Hochwasserschutz ein noch stärkeres Gewicht in behördlichen Abwägungen und möglichen gerichtlichen Verfahren erhalten.

Bayerns größtes Hochwasserschutzprojekt ist der Donau-Ausbau zwischen Deggendorf und Vilshofen. Glauber betonte: „Wir wollen den sanften Donau-Ausbau und den Grundschutz für ein 100-jährliches Hochwasser. Der Schutz der Menschen vor einem Hochwasser an der Donau hat für uns Priorität. Im Ernstfall zählt jeder Zentimeter. In Summe investieren der Freistaat Bayern, gemeinsam mit dem Bund und den Kommunen vor Ort, rund 1,4 Milliarden Euro zum Schutz der Menschen in der Region.“

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