Gerlach setzt bei der Krebsprävention verstärkt auch auf HPV-Schulimpfaktionen – Bayerns Gesundheitsministerin: Modellprojekte in Rosenheim und Aschaffenburg sind erfolgreich verlaufen

12.7.2026 - | Bayerische Staatsregierung

Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach setzt im Kampf gegen bestimmte Krebsarten verstärkt auch auf Schulimpfaktionen gegen Humane Papillomviren (HPV). Die Ministerin betonte am Sonntag: „Zwei Modellprojekte durch die Gesundheitsämter an Schulen in Rosenheim und Aschaffenburg sind erfolgreich verlaufen. Das ist ein Startsignal für andere Gesundheitsämter in ganz Bayern, ebenfalls HPV-Impfaktionen an Schulen anzubieten!“

Gerlach ergänzte: „Ziel der Modellprojekte war es, das Impfangebot in Regionen mit niedrigen HPV-Impfquoten für Familien möglichst niedrigschwellig und unkompliziert zu gestalten. Zugleich konnten wir mit den Modellprojekten wertvolle Erfahrungen für mögliche weitere Schulimpfaktionen sammeln.“

Die Ministerin fügte hinzu: „Es ist erfreulich, dass sich durch geeignete Information und Aufklärung im Vorfeld sowie eine unkomplizierte Anmeldung eine gute Impfbereitschaft gezeigt hat. Jede Impfung zählt und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor HPV-bedingten Krebserkrankungen. Besonders freut es mich, dass wir auch die Jungen erreichen konnten: Die Geschlechterverteilung war annähernd ausgeglichen. Auch das ist ein wichtiges Signal!“

Die beiden Modell-Impfaktionen wurden von Bayerns Gesundheitsministerium angestoßen und vor Ort durch die Gesundheitsämter in enger Zusammenarbeit mit den Schulen umgesetzt. Teilgenommen haben das Karolinen-Gymnasium in Rosenheim und die Edith Stein Realschule in Alzenau. Die Impfungen wurden entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) für die jeweils geeigneten Jahrgangsstufen angeboten – am Karolinen-Gymnasium für die Jahrgangsstufen 5 bis 11, an der Edith-Stein-Realschule für die Jahrgangsstufen 5 bis 10. Zusätzlich wurden individuelle Beratungsangebote bereitgestellt.

Die meisten Impfungen fanden im Rahmen einer Erstimpfung statt. Ein Folgeimpftermin zur Vervollständigung der Impfserie ist am Karolinen-Gymnasium für Oktober geplant. In Alzenau soll dieser im Januar 2027 stattfinden.

Gerlach erklärte: „Schulimpfaktionen durch die Gesundheitsämter können einen bedeutenden Beitrag leisten, um die HPV-Impfquoten im erforderlichen Maß zu erhöhen. Ergänzend war uns die enge Einbindung der lokal niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte wichtig, die bei Impfungen die zentralen Ansprechpartner bleiben. Zugleich können Schulimpfaktionen wichtige Impulse setzen und dazu beitragen, dass Impfberatungen und Impfungen auch anschließend in den Arztpraxen wahrgenommen werden.“

Die Ministerin unterstrich: „Bis heute gehört HPV zu den Erregern, die häufig unterschätzt werden, aber schwerwiegende Folgen haben können: In Deutschland erkranken laut Robert Koch-Institut jedes Jahr etwa 3.000 Männer und rund 7.450 Frauen an Krebs, der durch HPV-Infektionen verursacht wird. Den größten Anteil hat dabei der Gebärmutterhalskrebs. Mit einer Impfung kann man sich vor diesen Krebserkrankungen wirksam schützen.“

Nach den Daten des Robert Koch-Instituts waren im Landkreis Rosenheim im Kalenderjahr 2024 lediglich 39 Prozent der Mädchen im Alter von 15 Jahren vollständig gegen HPV geimpft (bundesweit 55 Prozent) und nur 17 Prozent der Jungen (bundesweit 36 Prozent). Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angestrebte Impfquote liegt hingegen bei 90 Prozent. Im Vergleich zu Rosenheim verfügt die Region Aschaffenburg über etwas höhere HPV-Impfquoten, die allerdings ebenfalls noch zu niedrig sind.

Die Ministerin verwies zudem auf die aktuell laufende 8. Bayerische Impfwoche, die noch bis zum 12. Juli 2026 in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) stattfindet. Die Impfwoche bietet Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen im ganzen Freistaat die Möglichkeit, sich umfassend über Schutzimpfungen zu informieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der HPV-Impfung.


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