Bidirektionales Laden soll europaweit einheitlicher werden. Hierzu soll die Technologie des „bidirektionalen Ladens“ in einem Europäischen Binnenmarkt mit einheitlicher Systemarchitektur entwickelt werden. Spitzenvertreter der Europäischen Automobil-, Energie- und Digital-Industrie haben heute auf dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geladenen Gipfel Ergebnisberichte und konkrete Empfehlungen zur Markt- und Netzintegration von bidirektionalen E-Autos und Heimspeichern vorgestellt.
Damit soll die systemdienliche Nutzung von E-Auto- und Heimspeichern verstärkt vorangetrieben werden und Hemmnisse bei der Flexibilisierung des Stromsystems abgebaut werden.
Bidirektionale Ladetarife werden bereits in anderen Europäischen Ländern und zunehmend auch in Deutschland angeboten. Beim bidirektionalen Laden werden E-Autos bevorzugt dann geladen, wenn Erzeugungsspitzen aus Wind- und Sonnenstrom zur Verfügung stehen und zwischengespeicherter Strom wird ins Netz zurückgespeist, wenn Wind und Sonne grade nicht zur Verfügung stehen.
Ein E-Auto kann z.B. 19 Haushalte eine Nacht lang versorgen oder einen Einzelhaushalt für mehre Tage oder Wochen.
Die anwesenden Spitzenvertreter der Europäischen Automobil-, Energie- und Digital-Industrie haben zugesagt, entsprechende Angebote auch in Deutschland in 2026 auf den Markt zu bringen. Zugleich bestand Einigkeit: Die europäischen Rahmenbedingungen für das bidirektionale Laden müssen weiter vereinfacht, bestehende Hemmnisse abgebaut und ein europäischer Binnenmarkt für bidirektionales Laden entwickelt werden.
Für die Stromnetzintegration wird ein Zielkonzept vorgeschlagen, welches ein EU-weit einheitliches dynamisches Netzzustandssignal beeinhaltet, welches auf jeder Netzebene und automatisiert die Last- und Ladeflüsse so verteilt, dass Überlastungen vermieden werden, bevor diese entstehen können.
Darüber hinaus betonen die Verteter der Industrie, dass die Verbindung von bidirektionalem Laden mit lokaler Eigenerzeugung, Zwischenspeicherung und Weitergabe von vor Ort erzeugter Energie besondere Vorteile mit sich bringe.
Solche sogenannten „Energy Sharing“ Modelle könnten z.B. beim Arbeitgeberladen oder im Mehrfamilienhausbereich Anwendung finden und hier deutlich kostengünstigerer Strom bereitstellen und im Krisenfall als Ersatz- und Notstromanlagen fungieren.
Darüber hinaus haben die Industriekoalition und Expertenarbeitsgruppen der EU Kommission „Data for Energy“ und „Sustainable Transport Forum“ einen gemeinsamen Bericht vorgelegt, in dem die Schaffung eines gemeinsamen Europäischen Datenraums in einem wettbewerblich verfassten Binnenmarkt für bidirektionales Laden beschrieben und vorgeschlagen wird.
Kernpunkte sind hier ein EU-weit vereinheitlichte Netzanschlussbedingungen. Erzeugungsangebot und -Nachfrage werden mittels zwischengespeicherter Energie aus E-Autos und Heimspeichern augeglichen. Dies führt zu sinkenden Energie- und Gesamtsystemkosten und erhöht die Systemsicherheit und Resilienz.
Die Berichte werden jetzt der europäischen Kommission zur Verfügung gestellt zur Nutzung bei der Frage der Ausgestaltung des regulatorischen Rahmens in Europa.
Die Arbeitsgruppenberichte finden Sie hier: