Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eingesetzte Expertenkommission „Wettbewerb und Künstliche Intelligenz“ hat ihre Arbeit abgeschlossen und heute im Rahmen ihrer Abschlusssitzung zentrale Handlungsempfehlungen zur Stärkung des KI-Standorts Deutschland und Europa vorgestellt.
Bundesministerin Katherina Reiche: „Industrielle Künstliche Intelligenz ist unsere Chance, die nächste industrielle Revolution aus Deutschland heraus zu gestalten. Sie hebt Produktivität, schafft neue Geschäftsmodelle und stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit. Wenn wir jetzt entschlossen handeln, kann Deutschland weltweit zum Taktgeber der industriellen KI werden.“
Bundesminister Dr. Karsten Wildberger: „Dieser Abschlussbericht ist für mich ein klarer Auftrag, unseren Kurs noch entschlossener fortzusetzen. Wir müssen KI-Innovationen entfesseln, statt sie durch ein Dickicht aus Regeln auszubremsen. Europa darf nicht Weltmeister im Regulieren sein, während andere die Weltmärkte besetzen. Wir brauchen mehr Freiräume für unsere Entwickler. Nur so können wir souveräne KI-Lösungen 'Made in Germany' nicht nur erforschen, sondern auch in Produkte umsetzen und skalieren. Jetzt ist die Zeit, dass wir selbst handeln.“
Professor Rupprecht Podszun (Vorsitz): „Entscheidend ist, ob Deutschland und Europa die nächste Welle von KI-Innovationen anführen oder ob wir tiefer in die Abhängigkeit von einigen mächtigen Unternehmen rutschen. Die Grundlagen für einen europäischen KI-Erfolg sind da: Wir haben herausragende Forschung, etablierte Industrieunternehmen, den europäischen Markt, Rechtsstaat und Demokratie. Was noch fehlt, ist eine Schwerpunktsetzung der Politik. Wir sagen als Kommission: Diese 20 Punkte, auf die kommt es jetzt an.“
Rolf Schumann (Vorsitz): „KI ist die Basistechnologie unserer Zeit, doch wir dürfen uns nicht in Bürokratie verlieren. Die Kommission empfiehlt klar: Wettbewerb stärken statt Innovation wegzuregulieren. Wir brauchen den unbürokratischen Aufbau einer souveränen Infrastruktur und einen einfachen Zugang zu Datenräumen, gerade für den Mittelstand. Mit einem ‚Fast Track for Talent‘ und einer Atempause bei zusätzlichen Regulierungen schaffen wir den nötigen Freiraum für Unternehmen. Es geht darum, unsere industriellen Stärken durch KI-Anwendungen jetzt skaliert auf die Straße zu bringen.“
Die Kommission war im Oktober 2025 eingesetzt worden, um praxisnahe Vorschläge zu erarbeiten, wie Wettbewerb und Innovation im Zeitalter Künstlicher Intelligenz gesichert und ausgebaut werden können. Hintergrund ist der tiefgreifende Wandel der digitalen Ökonomie, in der Daten, Rechenkapazitäten und Plattformstrukturen zunehmend von wenigen globalen Akteuren kontrolliert werden. Ziel der Kommission war es daher, Wege aufzuzeigen, wie faire Wettbewerbsbedingungen gewährleistet und gleichzeitig technologische Souveränität gestärkt werden können.
In insgesamt fünf Sitzungen hat das unabhängige, interdisziplinär besetzte Gremium zentrale Handlungsfelder identifiziert und konkrete Empfehlungen entwickelt. Diese adressieren insbesondere die Themen:
Die vorgelegten Empfehlungen werden nun in die weiteren wirtschafts- und digitalpolitischen Entscheidungen der Bundesregierung einfließen.
Im Detail zur Expertenkommission „Wettbewerb und Künstliche Intelligenz“:
Die vom Koalitionsvertrag vorgesehene Expertenkommission arbeitet ehrenamtlich und unabhängig.
Den Vorsitz der Kommission haben übernommen:
Der Kommission gehören darüber hinaus folgende Mitglieder an:
Darüber hinaus brachten neben Ministeriumsvertretern folgende externe Experten ihre Perspektiven mit Impulsvorträgen in die Kommissionsarbeit ein:
Die Handlungsempfehlungen finden sie hier:
BMWE | Handlungsempfehlungen der Kommission Wettbewerb & Künstliche Intelligenz
Der finale Abschlussbericht wird nach Abschluss der letzten Sitzung veröffentlicht.