IPCEI Halbleiter: 38 deutsche Projekte für europäisches Schlüsselprogramm ausgewählt

19.3.2026 - | Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat 38 Projekte aus 12 Bundesländern im Interessenbekundungsverfahren zum geplanten „Wichtigen Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse für neuartige Halbleitertechnologien“ (Important Project of Common European Interest on Advanced Semiconductor Technologies, IPCEI AST) ausgewählt. Deutschland startet als Koordinator des europäischen integrierten Vorhabens noch im März 2026 das EU-weite Matchmaking.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche:
"Die aktuellen geopolitischen Spannungen machen deutlich: Wer bei Halbleitern abhängig ist, ist verletzlich. Europa muss technologisch schneller, mutiger und unabhängiger werden. Mit dem IPCEI AST setzen wir genau dort an. Die 38 ausgewählten deutschen Projekte reichen vom KI-Chip bis zu modernsten Produktionsanlagen und stärken Europas technologische Souveränität. Auch der innovative deutsche Mittelstand ist stark vertreten – rund ein Drittel der ausgewählten Unternehmen sind Start-ups sowie kleine und mittelständische Unternehmen."

Nach der Bekanntmachung im Bundesanzeiger vom 19. November 2025 hatten interessierte Unternehmen bis zum Stichtag 15. Januar 2026 insgesamt 54 Projektskizzen eingereicht. 38 Projekte konnten sich im Wettbewerb durchsetzen und insbesondere den geforderten hohen Innovationsgrad nachweisen.

Die ausgewählten Projekte decken alle sieben Technologiebereiche des IPCEI AST ab. Dazu zählen unter anderem photonische integrierte Schaltungen, KI-Chips und Chiplets, moderne Produktionsanlagen sowie neue Sensor- und Leistungselektroniktechnologien. Sie schließen zentrale technologische Lücken in Deutschland und Europa und stärken bestehende industrielle Stärken.

Das BMWE stellt zur Finanzierung des deutschen Beitrags zum IPCEI über 3 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz bereit. Zur geplanten Kofinanzierung der Länder steht das BMWE im engen Austausch mit den betroffenen Bundesländern.

Die ausgewählten Projekte gehen nun in die nächste Phase. Im sogenannten Matchmaking vernetzen sich die Unternehmen mit Partnern aus anderen am IPCEI teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten, um gemeinsame europäische Wertschöpfungsketten aufzubauen. Deutschland koordiniert das IPCEI gemeinsam mit den Niederlanden und Frankreich.

Das online durchgeführte Matchmaking startet am 25. und 26. März 2026 mit einer Auftaktveranstaltung. Anschließend arbeiten die Unternehmen an der weiteren Ausgestaltung des gemeinsamen Arbeitsprogramms. Im Sommer soll der Prozess der Beihilfeprüfung für alle direkten Partner des IPCEI durch die Europäische Kommission beginnen und bis zum Jahresende abgeschlossen werden.

Weitergehende Informationen werden zeitnah auf einer zentralen europäischen Webseite zum IPCEI AST veröffentlicht.


https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/03/20260319-ipcei-halbleiter-38-deutsche-projekte-fuer-europaeisches-schluesselprogramm-ausgewaehlt.html