| Datum | 15.10.2026 |
| Subjekt | DATEV eG |
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| Region | Germany |
| Kategorie | Economy, Banking, Companies |
Von der Inflationsausgleichsprämie profitierten vor allem langjährig Beschäftigte und qualifizierte Fachkräfte.
In diesen Gruppen gab es grundsätzlich häufiger Zahlungen, zudem wurden höhere Summen ausgezahlt. So lag die Empfängerquote bei Beschäftigten mit mehr als zehn Jahren Betriebszugehörigkeit bei 61,2 Prozent. Bei Angestellten mit bis zu sechs Monaten Zugehörigkeit waren es dagegen 31,3 Prozent. Auch nach Unternehmensgröße zeigen sich deutliche Unterschiede: Während 78,4 Prozent der mittleren und 72,8 Prozent der kleinen Unternehmen eine Prämie zahlten, machte nicht einmal die Hälfte der Kleinstunternehmen (42,9 Prozent) Gebrauch von der Möglichkeit zur Sonderzahlung.
Neben der Entlastung der Beschäftigten dürften für die Betriebe also auch Faktoren wie Mitarbeiterbindung und -motivation sowie Fachkräftebedarf eine maßgebliche Rolle bei der Entscheidung über die freiwilligen Zahlungen gespielt haben. Außerdem legt die niedrige Quote bei den Kleinstunternehmen nahe, dass hier schlichtweg die finanzielle Leistungsfähigkeit weniger Spielraum zuließ. Gerade diese Unterschiede sind für die Bewertung von Vorschlägen für künftige Entlastungsmaßnahmen relevant. „Die Ergebnisse unserer Analyse sprechen für eine kritischere Bewertung pauschaler Entlastungsmaßnahmen“, so DATEV-CEO Prof. Dr. Robert Mayr. „Die begrenzte Zielgenauigkeit wirft die Frage auf, wie effizient die eingesetzten Mittel tatsächlich verwendet wurden.“
Wie sich zeigt, sind pauschale Entlastungsinstrumente zwar administrativ attraktiv, erzielen aber nicht automatisch dort ihre stärkste, Wirkung, wo die Belastung am größten ist. So erhielten Beschäftigte mit einfachen Tätigkeiten deutlich seltener eine Inflationsausgleichsprämie als Fachkräfte, Spezialisten oder Experten. Für die aktuelle Debatte um neue Krisenhilfen liefert die Analyse deshalb einen wichtigen Befund: Kurzfristige Unterstützung kann sinnvoll sein, ersetzt aber keine strukturellen Lösungen für dauerhaft hohe Energie- und Lebenshaltungskosten.
Steuerfreie Sonderzahlungen können kurzfristig helfen, plötzliche Kaufkraftverluste abzufedern. Bleiben Energie- und Lebenshaltungskosten jedoch längerfristig auf einem hohen Niveau, ist die Wirkung einmaliger Prämien naturgemäß begrenzt. Inwieweit damit insbesondere Beschäftigtengruppen mit höherem Unterstützungsbedarf erreicht werden, hängt zudem von der konkreten Ausgestaltung solcher Maßnahmen ab.
Das „DATEV Spotlight 4/2026 Temporäre Hilfen, dauerhafte Probleme: Lehren aus der Inflationsausgleichsprämie“ basiert auf Daten des DATEV Mittelstandsindex. Die komplette Auswertung steht unter go.datev.de/spotlights zum Download bereit.
Die komplette Auswertung DATEV Spotlight 4/2026 Beschäftigung im Mittelstand steht hier zum Download bereit:
Weitere Spotlights, unter anderem zu Umsatz, Lohn, Beschäftigung im gesamtwirtschaftlichen Kontext, zum Mindestlohn, zu Verkehr und Lagerei sowie zum Bauhauptgewerbe, sowie weitere Veröffentlichungen finden Interessierte unter DATEV Economics. Informationen zum monatlich veröffentlichten DATEV Mittelstandsindex gibt es hier: mittelstandsindex.datev.de