Ministerin Reiche zu Strompreisen in Deutschland:
„Frühere Bundesregierungen haben einen grundlegenden Fehler gemacht: Sie haben den Ausbau der Erneuerbaren vorangetrieben, ohne Netze, Speicher, Verbrauch und gesicherte Kraftwerksleistung konsequent als ein System zu planen. So entstand Strom oft dort, wo das Netz ihn nicht aufnehmen konnte. Er musste abgeregelt und an anderer Stelle durch Kraftwerke ersetzt werden. Die Folge sind hohe Kosten für Redispatch, Netzausbau und langfristige Förderzusagen. Allein 2025 flossen mehrere zehn Milliarden Euro staatlicher Mittel in das Stromsystem – und trotzdem liegen unsere Stromkosten weiter über denen wichtiger Wettbewerber.
Die Antwort darauf lautet weder weniger Erneuerbare noch immer mehr Subventionen. Sondern ein System, in dem alle Teile effizient zusammenwirken. Genau hier setzen wir an: Wir synchronisieren den Ausbau der Erneuerbaren mit dem Netzausbau, bringen mehr Wettbewerb in die Förderung und nutzen Speicher und flexible Verbraucher gezielter. Gleichzeitig schaffen wir die gesicherte Kraftwerksleistung, die einspringt, wenn Wind und Sonne nicht ausreichen. Langfristige und diversifizierte Gaslieferverträge schützen uns dabei besser vor Preissprüngen und starken Schwankungen.
Dieser Paradigmenwechsel braucht Zeit. Wir achten den Bestandsschutz. Investitions- und Abschreibungszyklen umfassen Jahre und Jahrzehnte. Deshalb ist es höchste Zeit, die Grundlagen für ein wettbewerbsfähiges, marktbasiertes, effizientes Stromsystem zu legen.“