Mehr als 12.500 Menschen haben bei der digitalen Bürgerbeteiligung „mobiVOTE" zum Mobilitätsplan 2035+ mitgemacht. Bewertet wurden 70 Maßnahmen für die Mobilität der Zukunft in Dresden. 65 Maßnahmen erhielten eine klare Zustimmung. Die übrigen fünf bekamen ein neutrales Votum. 77 Prozent der Teilnehmer würden dem Mobilitätsplan zustimmen, wären sie im Stadtrat. Seit dem heutigen Donnerstag, 23. Juli 2026, sind die Ergebnisse unter www.dresden.de/mobivote online abrufbar.
Stephan Kühn, Beigeordneter für Stadtplanung, Bau, Verkehr und Liegenschaften„Die Dresdnerinnen und Dresdner interessieren sich sehr dafür, wie die Mobilität in unserer Stadt künftig gestaltet werden soll. Das zeigt die beeindruckend hohe Beteiligung am mobiVOTE. Die bei der Bürgerbeteiligung MOBIdialog gemeinsam erarbeiteten Ideen sind bei der Online-Umfrage fast durchweg gut angekommen. Dies alles zusammengenommen bildet eine gute Basis für die Verkehrsplanung in den nächsten zehn Jahren. Jetzt ist der Stadtrat am Zug, die wegweisenden Maßnahmen zu beschließen.“
Die höchste Zustimmung erhielten Maßnahmen für den Fußverkehr mit durchschnittlich 4,2 von 5 Punkten. Aber auch Maßnahmen für den Kfz-Verkehr wurden mit durchschnittlich 3,7 von 5 Punkten positiv bewertet.
Größte Zustimmung gab es für: einfache ÖPNV-Tarife und einen stabilen Preis des Deutschlandtickets, barrierefreien öffentlichen Personennahverkehr, barrierefreie Fußwege, Sicherung der Finanzierung des ÖPNV, Verbesserung des Radwegenetzes, direkte Anbindung der Radwege an die Elbbrücken, bessere Fernverkehrsanbindung per Bahn, Bus und Flugzeug, Trennung von Rad- und Fußverkehr, Ausbau von Radrouten sowie stärkere regionale Zusammenarbeit bei Mobilität und Verkehr.
Ein besonderer Fokus lag auf der Kinder- und Jugendbeteiligung. In 90 Schulstunden und mehreren Workshops an 17 Oberschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen nahmen Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse an mobiVOTE teil. Damit waren 17 Prozent aller Teilnehmer jünger als 18 Jahre.
Die Ergebnisse der Online-Beteiligung fließen in die Beschlussvorlage Mobilitätsplan 2035+ ein, mit der der Stadtrat über die 70 Maßnahmen zur künftigen Mobilität in Dresden im ersten Quartal 2027 entscheiden wird. Die rund 4.200 Kommentare werden ausgewertet und zur weiteren Ausarbeitung der Maßnahmen genutzt.
Die meisten Teilnehmer waren zwischen 18 und 64 Jahre alt (76 Prozent) sowie berufstätig (62 Prozent). Rund 1.000 Teilnehmer (acht Prozent) kamen aus dem Dresdner Umland. Auch Menschen, die den motorisierten Individualverkehr nutzen, beteiligten sich stark an der Umfrage. 60 Prozent der Befragten nutzen regelmäßig das Auto – entweder ausschließlich oder im Wechsel mit Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr.Jede der 70 Maßnahmen wurde zwischen 8.000- und 12.000-mal bewertet. Insgesamt gingen 763.400 Einzelbewertungen ein. Ein Drittel der Teilnehmer nutzte das offene Kommentarfeld und übermittelte der Stadtverwaltung rund 4.200 Hinweise, Anmerkungen und Änderungsvorschläge.
Insgesamt unterscheiden sich die Bewertungen nach Geschlecht, Alter oder Berufstätigkeit nur wenig. Einzelne Themen wurden jedoch unterschiedlich gewichtet: einfache ÖPNV-Tarife und ein barrierefreier Zugang werden von allen Gruppen gleichermaßen gefordert. Frauen legen einen deutlich mehr Wert auf direkte Fußwegverbindungen innerhalb der Wohnquartiere. Pendler priorisieren einen dichteren S-Bahn-Takt sowie den Neubau der Carolabrücke unter ihren Top-10-Maßnahmen. Bei den über 65-Jährigen zählt der Erhalt der bestehenden Verkehrsinfrastruktur zu den drei wichtigsten Maßnahmen.
Die Online-Umfrage bestätigt die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung MOBIdialog 2035+, in dem die Maßnahmen in Diskussionsforen erarbeitet worden sind. Teilgenommen haben hier zufällig ausgewählte Dresdnerinnen und Dresdner sowie Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft, Politik, Verbände, Vereine und Institutionen.