Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am 14. Juli 2026 das Technologie- und Raumfahrtunternehmen OHB – Orbitale Hochtechnologie Bremen – besucht. Der Besuch unterstreicht die zentrale Rolle des Weltraums für die Zukunftsfähigkeit der Bundeswehr und für die deutsche Verteidigungs- und Sicherheitsarchitektur insgesamt. Denn Sicherheit muss auch im Weltraum verteidigt werden.
Im Zentrum des Besuchs stand die strategische Bedeutung des Weltraums für die deutschen Streitkräfte sowie der Austausch zu geplanten Fähigkeiten und Beschaffungsvorhaben. Die Deutsche Industrie, allen voran Unternehmen wie OHB, seien dabei wichtige Partner, unterstrich Verteidigungsminister Pistorius in Bremen: Das Unternehmen OHB stehe für deutsche Schlüsseltechnologie im Bereich Weltraum.
Indem sie Satelliten, Nutzlasten oder Bodenstationen entwickeln und fertigen, tragen Industriepartner maßgeblich zur Umsetzung der Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung (PDF, 7,2 MB) bei.
Finanzsysteme, Navigation, Kommunikation – auf die Nutzung des Weltraums können moderne Gesellschaften schon lange nicht mehr verzichten. Und auch die Bundeswehr braucht Fähigkeiten zur Frühwarnung, Aufklärung und Kommunikation. All das kann nur mit einer starken, vernetzten und sicheren Weltrauminfrastruktur gewährleistet werden. Deshalb plant die Bundeswehr die Beschaffung neuer Satellitenkonstellationen.
Satelliten sind kraft ihrer Funktion und Bedeutung für die Streitkräfte, aber auch für die zivile Nutzung ein ganz wesentlicher Teil kritischer Infrastruktur. Auch sie werden gestört und angegriffen. Diese Bedrohungen sind längst real.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski
Einige Länder investierten massiv in Offensiv-Fähigkeiten in der Dimension Weltraum. Das sei zu lange unterschätzt worden, hob der Minister hervor. Doch damit sei nun Schluss: Bis 2030 werde Deutschland insgesamt 35 Milliarden Euro in die Weltraum-Sicherheit investieren.
„Mit unseren neuen Kommunikationssatelliten – SATCOMBw – gehen wir einen wichtigen nächsten Schritt. Sie sind ein entscheidender Baustein für unsere künftige vollvernetzte Satelliten-Architektur“, so Pistorius. Die Satellitenkommunikation der Bundeswehr (SATCOMBw) gewährleistet autarke und eigenverantwortlich einsetzbare Kommunikations- und Informationsdienste. Die Stufe-3-Kapazitäten des Programms SATCOMBw bilden einen wichtigen Baustein für künftige, erweiterte Konstellationen und dafür, dass die NATO-Verpflichtungen in diesem Bereich erfüllt werden. Voraussetzung für den Aufbau der geplanten Konstellationen ist der gesicherte Zugang zu Startplätzen. Auch hier wird OHB eine wichtige Rolle spielen.
Gemeinsam mit der Industrie trägt die Bundeswehr mit dem Ausbau einer souveränen, interoperablen Weltrauminfrastruktur auch in dieser Dimension maßgeblich zur Sicherheit Deutschlands, Europas und des NATO-Bündnisses bei. Zudem wird Deutschland seine starke Position im Satelliten- und Nutzlastbau international weiter ausbauen und langfristig hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Zum Ende seines Besuchs verdeutlichte der Minister einmal mehr, es sei wichtig, auch weiterhin auf Innovationskraft, Forschung und die notwendigen Produktionskapazitäten der Industrie zu setzen – „ganz im Interesse der Sicherheit unseres Landes.“
| Die Orbitale Hochtechnologie Bremen (OHB) ist ein führendes deutsches Raumfahrtunternehmen und hat sich als Spezialist für kleine und mittlere Satelliten etabliert. Während andere Unternehmen wie Airbus oft auf europäischer Ebene – beispielsweise im Rahmen der Europäischen Raumfahrtagentur ESA – agieren, ist OHB der zentrale Partner für nationale Hochtechnologie-Projekte und hat einen besonderen Fokus auf den Bund und die Bundeswehr. |
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von Lara Finke
https://www.bmvg.de/de/aktuelles/pistorius-technologieunternehmen-ohb-6121354