MÜNCHEN – Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger setzt sich angesichts der aktuellen Debatte um Krankenkassenbeiträge und Abbau von Leistungen für mehr Hightech im Gesundheitssektor ein.
„Statt starrer und teurer Personalvorgaben beispielsweise in den Rehaeinrichtungen brauchen wir dort mehr Hightech und KI, um Arbeiten günstiger zu erledigen und Qualität zu sichern. Die Krankenkassen müssen das aber auch akzeptieren und nicht nur stumpf immer strengere Personalschlüssel fordern, ohne das nötige Geld dafür zur Verfügung zu stellen. Moderne Techniken werden aktuell von den Kassen zu wenig akzeptiert, man beißt sich immer am Personalschlüssel fest“, erklärte der Staatsminister nach einem runden Tisch mit Vertretern des Verbands der Privatkrankenanstalten in Bayern (VPKA) und bayerischer Reha-Kliniken.
Aiwanger: „Bayern ist Deutschlands Reha-Land Nummer eins. Die Kliniken und Einrichtungen sind von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Eine moderne Gesundheitswirtschaft ist seit Jahren Ziel Bayerns. Viele technische Lösungen werden vorangetrieben, beispielsweise von der Innovations-Agentur des Wirtschaftsministerium, Bayern Innovativ. Unsere Gesundheitseinrichtungen geraten durch Sparmaßnahmen und Reformvorhaben der Krankenkassen und der Rentenversicherung zunehmend unter Druck – obwohl der Bedarf angesichts der alternden Gesellschaft weiter steigt. Wir unterstützen die Unternehmen dieser wichtigen Gesundheitswirtschaft. KI spielt eine zunehmende Rolle. Die Krankenkassen müssen das noch mehr akzeptieren.“
In Bayern gibt es rund 300 Reha-Einrichtungen mit rund 30 000 Betten, an denen bis zu 100.000 Arbeitsplätze und eine Bruttowertschöpfung von etwa 4,5 Milliarden Euro hängen.
Aiwanger betonte die Chancen neuer Technologien für die Branche: „Wenn wir die hohe Qualität der bayerischen Reha-Angebote sichern wollen, brauchen die Einrichtungen mehr Flexibilität. Statt immer neuer starrer Vorgaben braucht es klare Qualitätsziele und unternehmerische Freiheit. Künstliche Intelligenz und Automatisierung können Ärzte und Fachkräfte von Bürokratie entlasten, Abläufe optimieren und die Versorgung verbessern. Wir prüfen deshalb intensiv, wie konkrete Projekte über bestehende Technologieförderprogramme unterstützt werden können, unsere Agentur Bayern Innovativ treibt Innovationen voran. Günstiger und besser geht langfristig nur mit dem Einsatz moderner Technologien.“
Zugleich appellierte Aiwanger an Krankenkassen und Rentenversicherung: „Die Reha-Kliniken brauchen in Zeiten knapper Kassen Luft zum Atmen und Geld zum Investieren. Wer Bayerns leistungsfähige Reha-Landschaft erhalten will, muss den Einrichtungen zuhören und ihnen die notwendigen Spielräume für Zukunftsinvestitionen geben, statt sie mit immer neuen Vorgaben einzuengen.“
Ansprechpartner:
Jürgen Marks
Leiter Pressereferat
https://www.bayern.de/runder-tisch-gesundheit-mit-vertretern-der-bayerischen-reha-branche