Mehrwert der Tour of the Alps stärker nutzen.
Seit 1. Oktober 2025 hat Tirol turnusgemäß für zwei Jahre die Präsidentschaft der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino inne. Heute, Mittwoch, kamen auf Burg Trautson oberhalb von Matrei am Brenner im Tiroler Wipptal unter dem Vorsitz von Euregio-Präsident LH Anton Mattle die beiden Führungsgremien der Euregio zusammen. Den Auftakt bildete die 36. Sitzung des Euregio-Vorstands mit den drei Landeshauptleuten: Neben LH Mattle nahmen LH Arno Kompatscher für Südtirol und LH Maurizio Fugatti für das Trentino (virtuell) an der Sitzung teil. Im Anschluss trat die 31. Euregio-Versammlung zusammen, der insgesamt 15 VertreterInnen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino angehören. Im Mittelpunkt der Sitzungen standen die Bereiche Sport, Kultur und Bildung. So unterzeichnete der Euregio-Vorstand eine Absichtserklärung, um die Tour of the Alps als sportliches Aushängeschild der Euregio in den kommenden fünf Jahren noch stärker für Gesellschaft und Wirtschaft zu nutzen. Mit der symbolischen Übergabe der Euregio-Wanderfahne durch eine Delegation der Steuerungsgruppe an die Euregio-Versammlung wurde das Euregio-Museumsjahr 2025 offiziell abgeschlossen und zugleich eine dritte Ausgabe beschlossen. Darüber hinaus sollen die vielfältigen Bildungsinitiativen der Euregio künftig über eine gemeinsame digitale Schulplattform zugänglich gemacht werden.
Tour of the Alps bleibt gemeinsames Zukunftsprojekt
Derzeit wird die Tour of the Alps weltweit in über 100 Länder übertragen und erzielt damit einen Medienwert von mehr als 17 Millionen Euro. Die Landeshauptleute erinnerten daran, dass dieses fünftägige Etappenrennen für Radprofis vor zehn Jahren auf Initiative der Euregio aus dem Giro del Trentino hervorgegangen sei und seither immer von ihr mitgetragen wurde.
„Dieses sportliche Großereignis hat eine enorme Bedeutung und Wirkung für den Euregio-Raum. Diesen Mehrwert wollen wir nutzen. Daher begrüßen wir die Pläne für die Weiterentwicklung der Tour im Zeitraum 2026-2031 und werden den Weg dahin weitere fünf Jahre unterstützen“, betont LH Mattle.
Die strategische Abstimmung und Weiterentwicklung dafür übernimmt der Euregio-Connect. Wie die Euregio selbst ist dies ein Europäischer Verbund Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ), bestehend aus den Tourismusorganisationen Tirol Werbung, IDM Südtirol-Alto Adige und Trentino Marketing. Die Euregio-Länder selbst sind dafür verantwortlich, die rechtlichen, administrativen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu verbessern.
Es gehe nicht allein darum, Sichtbarkeit zu schaffen, sagt Trentinos LH Fugatti: „Wir möchten die Tour of the Alps zu einem Format ausbauen, das immer mehr Nutzen für die Bevölkerung der Euregio erzielt. Unter anderem soll sie die Fahrradkultur und nachhaltige Mobilität fördern und als Vorbild für die Jugendlichen und den Breitensport wirken.“ Südtirols LH Kompatscher erläutert: „Noch mehr als bisher soll die sportliche Exzellenz mit den Zielen der Euregio verknüpft werden. Die Tour of the Alps steht für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit. Dieses Potenzial wollen wir künftig noch stärker nutzen und die Veranstaltung als verbindendes Projekt für den gesamten Euregio-Raum weiterentwickeln.“
Erfreut über die Unterstützung der Landeshauptleute zeigten sich auch die auf Burg Trautson anwesenden Vertretenden des Euregio-Connect und der Tourismusorganisationen mit dem Euregio-Connect-Präsidenten Paolo Pozzi sowie der Geschäftsführerin von Tirol Werbung Karin Seiler, dem Leiter Marketing von IDM Südtirol Wolfgang Töchterle und dem Präsidenten von Trentino Marketing Giovanni Battaiola.
Trentino koordiniert nächstes Euregio-Museumsjahr
Passend zum Tagungsort Burg Trautson stand auch das zweite und künftige dritte Euregio-Museumsjahr auf der Agenda. Zum Abschluss der Ausgabe 2025 überreichte eine Delegation der Museumsjahr-Steuerungsgruppe mit Elisabeth Vallazza vom Betrieb Südtiroler Landesmuseen, Lisa Noggler-Gürtler, Obfrau von tiMus – Verband Tiroler Museen, und Francesco Frizzera, Direktor des historischen Kriegsmuseums MITAG, der Euregio-Versammlung symbolisch die Wanderfahne mit „Forderungen der Museen an die Gesellschaft“ (siehe Factbox unten). Etwa 325.000 BesucherInnen hatten die Ausstellungen und Veranstaltungen der mehr als 30 beteiligten musealen Einrichtungen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino besucht. Erinnert wurde im Museumsjahr an die Bauernunruhen im Jahr 1525.
Euregio-Präsident LH Mattle bedankte sich bei den vielen Beteiligten aus der „lebendigen Museenlandschaft in der Euregio. Dazu gehören die Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden in den Museen selbst genauso wie die Verwaltungen der Gemeinden und Länder. Sie alle machten das Euregio-Museumsjahr 2025 zu dem Erfolg, von dem wir heute im Rückblick zurecht sprechen: Sie haben sich stärker vernetzt und zugleich Tausende von Menschen zur Auseinandersetzung mit unserer gemeinsamen Geschichte, Gegenwart und Zukunft angeregt.“ Auch LH Kompatscher zog ein positives Resümee: „Die Erfahrungen der ersten beiden Ausgaben 2021 unter Tiroler und 2025 unter Südtiroler Präsidentschaft haben gezeigt, dass mit dem Format Museumsjahr Grenzen überwunden werden: Es ist bei großem Zuspruch gelungen, die gemeinsame Geschichte und die gemeinsamen Wurzeln hervorzustreichen.“ Die Initiative habe den Euregio-Gedanken gestärkt.
Aufbauend auf den positiven Erfahrungen der bisherigen Ausgaben hat sich die Euregio daher für ein drittes Museumsjahr unter Trentiner Vorsitz entschieden. Auch dieses soll sich mit einem relevanten kulturellen Thema in der Euregio auseinandersetzen. Erfreut nahm LH Fugatti diese Entscheidung auf und knüpfte an die Erfolge der bisherigen Ausgaben an: „Gerne werden wir während der nächsten Trentiner Euregio-Präsidentschaft mit einer dritten Ausgabe des Euregio-Museumsjahres fortfahren. Dieses langfristig angelegte Projekt ist ein fester Bestandteil des Euregio-Arbeitsprogramms. Wir werden alles daransetzen, allen Vorschlägen nachzukommen, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Museumsbereich weiter stärken und damit die gemeinsame Identität der Euregio weiter fördern.“
Bis zur Vorstandssitzung im Herbst 2026 soll das konkrete Thema sowie der Zeitrahmen feststehen. Bereits jetzt steht fest, dass noch stärker auf grenzübergreifende Zusammenarbeit Wert gelegt wird: Nur noch Kooperationsprojekte von Museen aus mindestens zwei Landesteilen sollen unterstützt werden. Einzelprojekte könnten sich als assoziierte Projekte anschließen.
Euregio goes School: Interreg-Projekt soll Bildungsinitiativen bündeln
Zu einem einheitlichen Informationsportal für alle Bildungsangebote der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino soll das bisherige Projekt „Euregio macht Schule“ ausgebaut werden. Dafür hat die Euregio im Rahmen des EU-kofinanzierten Interreg-Programms das Projekt „Euregio goes School – EUREDU“ eingereicht. Nach der Genehmigung trat das Projekt Ende Mai mit der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe in die operative Phase. Die Plattform soll die Bildungsinitiativen der Euregio an einem Ort bündeln und insbesondere SchülerInnen, Lehrkräften und Bildungsverwaltungen übersichtlich zugänglich machen. Als Grundlage wurde das bereits bestehende Projekt „Euregio macht Schule“ erweitert und modernisiert (siehe Presseaussendung vom 20.05.2026).
Neu entstehen soll nun ein Euregio-Atlas, ein Schulwettbewerb, Lehrkräfte-Fortbildungen zu Europa, geographische und historische Karten und Unterrichtsmaterialien. Damit werden bisherige Angebot wie Schulpartnerschaften, „Euregio trifft Schule“ oder Besuche der Innsbrucker Euregio-Ausstellung deutlich erweitert.
Auch die Minderheitensprache Ladinisch soll stärker berücksichtigt werden: Gemeinsam mit dem ladinischen Kulturinstitut Cesa de Jan aus Fodom (Buchenstein) und der Universität Innsbruck werden neue Methoden und Instrumente für das Ladinisch-Wahlfach außerhalb der ladinischen Täler entwickelt.
Factbox Euregio-Museumsjahr
Während des Veranstaltungsjahrs hatten alle beteiligten musealen Einrichtungen – in Anlehnung an Michael Gaismairs Forderungen nach Gleichheit vor 500 Jahren – ihre „Forderungen der Museen für die Gesellschaft“ auf die Fahne geschrieben. Zusammengekommen ist eine bunte Sammlung an Sprüchen und Zeichnungen. Den von der Fahne zurückgelegten Weg kann man auf der Website des Euregio-Museumsjahrs nachverfolgen.
Auszug an Sprüchen und Zeichnungen
https://www.tirol.gv.at/presse/meldungen/meldung/euregio-tagte-auf-burg-trautson