Bundesumweltministerium fördert innovatives Industrie-Projekt mit 5 Millionen Euro.
Das Startup traceless materials GmbH eröffnet heute im Beisein von Bundesumweltminister Carsten Schneider seine neue Produktionsanlage für ein kompostierbares Biomaterial aus pflanzlichen Reststoffen der Agrarindustrie. Das Bundesumweltministerium hat das innovative Industrie-Projekt mit rund 5 Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm gefördert.
Bundesumweltminister Carsten Schneider gratuliert zur Eröffnung: "Solche Ideen brauchen wir für erfolgreichen Klima- und Umweltschutz: Ein innovatives Biomaterial, das ohne Erdöl auskommt, aus pflanzlichen Reststoffen besteht und vollständig biologisch abbaubar ist, löst gleich mehrere Probleme. So kann konventionelles Plastik ersetzt, sowie CO2-Emissionen und Wasser eingespart werden. Diese Technologie hilft gegen Plastikvermüllung, schützt die Tierwelt und macht uns unabhängiger von fossilen Energieimporten aus dem Ausland. Die Industrieanlage ist eine von vielen Erfolgsgeschichten made in Germany, die mit Umwelttechnologien für Innovation und neue Wirtschaftskraft sorgen."
Die neue Industrieanlage verarbeitet pflanzliche Reststoffe der Agrarindustrie zu einem innovativen naturbasierten Material. Das so hergestellte Produkt soll konventionell hergestellten Kunststoff ersetzen und so fossile Ressourcen einsparen. Als Rohstoff werden pflanzliche Reststoffe verwendet, die als Nebenprodukt in der industriellen Getreideverarbeitung anfallen. Mittels eines zum Patent angemeldeten Verfahrens werden natürliche Polymere extrahiert und zu einem Granulat verarbeitet.
Das besitzt vergleichbare Eigenschaften wie Kunststoff und kann mit gängigen Technologien der Kunststoffverarbeitung zu verschiedenen Endprodukten weiterverarbeitet werden. Das Material soll zudem biologisch vollständig abbaubar sein.
Im Vergleich zu konventionellen Technologien für die Herstellung von Kunststoffen oder Biokunststoffen ist das Verfahren umweltschonender aufgrund der Nutzung erneuerbarer Rohstoffe und Energiequellen, dem energieeffizienten und wassersparenden Produktionsprozess sowie der Vermeidung kritischer Chemikalien. In der neuen Anlage sollen jährlich mehrere tausend Tonnen des Materials produziert werden. Durch den so eingesparten Kunststoff können nicht nur substantiell CO2-Emissionen und fossile Energieträger, sondern auch Wasser und Landressourcen eingespart werden.
Das Projekt der traceless materials GmbH wurde durch das Umweltinnovationsprogramm gefördert: einem Leuchtturm-Vorhaben als Motor für technische Innovation und wirtschaftlichem Wachstum mit Umweltcharakter. Damit wurden in über 40 Jahren mehr als 800 Projekte in den unterschiedlichsten Branchen erfolgreich unterstützt.
Das Umweltinnovationsprogramm des BMUKN unterstützt Projekte, die innovative Umwelttechnologien erstmals im industriellen Maßstab zur Anwendung bringen. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Vorhaben über den Stand der Technik hinausgehen und eine beispielgebende Wirkung für andere Unternehmen haben.