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        Außenminister Wadephul vor seiner Abreise nach Ungarn
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    <datum>
        14.9.2026
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    <autor>
          | Auswärtiges Amt
    </autor>
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        Vor seiner Abreise nach Budapest erklärte Außenminister Wadephul heute (14.09.2026):
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Ungarn und Deutschland schlagen gemeinsam ein neues Kapitel auf.

Nach fast sieben Jahren werde ich als erster deutscher Außenminister heute wieder nach Ungarn reisen. Das zeigt: Wir haben extrem viel aufzuholen. Der politische Wechsel in Ungarn eröffnet jedoch die Chance, unsere Beziehungen mit großer Geschwindigkeit wieder auf ein Fundament des gegenseitigen Vertrauens und der Verlässlichkeit zu stellen. Ich komme also mit der Hoffnung, dass Ungarn sein großes europäisches Herz wiederentdeckt und ganz Europa das spürt.

Ungarns neue Regierung hat in kurzer Zeit zentrale Reformen angestoßen. Die Rückkehr zu Rechtsstaatlichkeit und die Umsetzung europäischer Vorgaben sind gute Nachrichten – für Europa, vor allem aber für die Menschen in Ungarn selbst. Denn Rechtsstaatlichkeit und verlässliche Regeln sind entscheidend dafür, ob Bürgerinnen und Bürger ihrem Staat vertrauen und Unternehmen aus dem In- und Ausland bereit sind, entschlossen zu investieren. Wenn für Unternehmen aus allen EU-Mitgliedstaaten wieder faire und verlässliche Wettbewerbsbedingungen gelten, wird Ungarns Wirtschaft erheblich davon profitieren. Deutsche Unternehmen sind schon heute für 250.000 Arbeitsplätze in Ungarn verantwortlich. Ich freue mich deshalb sehr, dass mich heute eine Delegation deutscher Unternehmen begleitet, um ganz konkret zu besprechen, welche weiteren Schritte nun erforderlich sind.

Mir war es aber auch mit Blick auf unsere gemeinsame Geschichte wichtig, die Chance auf einen Neuanfang mit unseren Freunden in Ungarn zu nutzen. Wir sind den Ungarinnen und Ungarn für immer verbunden, dass sie es waren, die 1989 den Stein ins Rollen brachten, der am Ende den Eisernen Vorhang zerriss und die deutsche Wiedervereinigung ermöglichte. Ungarn erlaubte mit der Öffnung seiner Grenzen tausenden DDR-Bürgerinnen und -Bürgern den Weg in die Freiheit. Diese Geschichte verbindet uns – und sie erinnert uns daran, dass die Freiheit immer wieder unseren Einsatz verlangt.

Heute ist unsere Freiheit von außen wie von innen unter Druck, oft wirken diese Kräfte im Konzert. Russlands hybride Angriffe auf Europa nehmen zu: Desinformation, Sabotage und Einflussoperationen machen nicht an unseren Grenzen halt. Im Gegenteil: Sie nutzen unsere Freiheit und Offenheit aus. Der Angriff in Leipzig hat uns gezeigt, dass diese Bedrohung so handfest wie akut ist. Ungarn hat mit der Ausweisung von zehn russischen Diplomaten zuletzt ein klares Signal gesetzt - und auch Ungarns Solidarität nach dem Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig und die gemeinsam beschlossenen EU-Sanktionen zeigen Russlands Führung deutlich: Wir verteidigen die Friedensordnung in Europa gegen Russlands Aggression.

Jetzt ist die Gelegenheit für Deutschland und Ungarn, Verpasstes aufzuholen und Neues zu schaffen. Mit meiner Reise will ich unterstreichen, dass die Bundesregierung entschlossen ist, diese Chance für unsere beiden Länder zu nutzen.

https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2802134-2802134


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