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        Forschungsprojekt: Wie die Lausitz zum Faser-Revier werden kann
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        10.9.2026
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    <autor>
          | Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
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        Über viele Jahrhunderte war die Lausitz ein europaweit bedeutendes Zentrum der Textilwirtschaft. Wie die Region an diese Tradition anknüpfen und vom Braunkohlerevier zum Vorreiter einer nachhaltigen Naturfaserwirtschaft auf Basis regionaler Rohstoffe werden kann, untersucht das neue Forschungsprojekt „LauTra – Gemeinsam auf dem Weg zum Lausitzer Faser-Revier“. In dem Vorhaben geht es allerdings nicht um klassische Textilien, sondern um moderne Anwendungen von Faserrohstoffen. Dazu zählen naturfaserverstärkte Kunststoffe, Spezialpapiere, Leichtbauplatten, Faserverbundstoffe, industrielle Formteile etwa für die Automobilindustrie oder neuartige Verpackungsmaterialien für verschiedene Produkte. Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Hochschule Zittau/Görlitz arbeiten über drei Jahre gemeinsam mit zahlreichen regionalen Akteuren daran, eine Lausitzer Faserwirtschaft zu gestalten. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium (BMFTR) gefördert. 
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Heimische Rohstoffe für regionalen wirtschaftlichen Aufschwung nach der Braunkohle 

Flachs, Nutzhanf, Fasernessel oder Miscanthus gedeihen in der Lausitz und können die Grundlage einer regional verankerten Wertschöpfung mit heimischen Naturfasern werden. Mit einem regional aufgelösten Stoffstrommodell untersucht das Zittauer Institut für Verfahrensentwicklung, Kreislaufwirtschaft, Oberflächentechnik, Naturstoffforschung (ZIRKON) der Hochschule Zittau/Görlitz, welche Potenziale es für Faserpflanzen vor Ort gibt.

„Mit der Modellierung können wir aufzeigen, wie die Biomasse unserer Region derzeit genutzt wird und welche Wertschöpfungsketten es zukünftig geben könnte“, erklärt Professor Jakob Hildebrandt vom ZIRKON. „So können wir erkennen, welche Verarbeitungswege auf Basis des stofflichen Ausgangsmaterials vielversprechend sind. Auch macht das Modell sichtbar, wo es zu möglichen Engpässen oder Flächenkonkurrenzen kommen könnte.“ Neben den Faserpflanzen wird auch die Nutzung von Reststoffen wie landwirtschaftlichem Stroh und kommunalem Laub in die Untersuchung einbezogen.

Gemeinsam mit regionalen Akteuren die Lausitzer Faserwirtschaft gestalten

„Unser Ziel mit dem Projekt ist es, die Akteure in der Region zusammenzubringen, die mit den Faserrohstoffen und deren Produkten arbeiten wollen. Eine neue Naturfaserwirtschaft lässt sich nur aufbauen, wenn Landwirtschaft, verarbeitende Betriebe und Unternehmen, die die entwickelten Produkte einsetzen, eng zusammenarbeiten. Auch kommunale Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung sowie geeignete Governancestrukturen sind hier wichtig“, so Projektleiterin Dr. Alexandra Dehnhardt vom IÖW. Die Forschenden führen Interviews mit den Akteuren und organisieren einen strukturierten Austausch.

Das Projekt möchte die unterschiedlichen Ausgangslagen und Zielvorstellungen von potenziellen Marktakteuren der Faserwirtschaft aufzeigen, da diese entscheidend sind, um vor Ort konkrete Wege für eine zirkuläre Nutzung von Faserpflanzen einzuschlagen. „Wir planen, im Projekt LauTra mehrere Workshops in der Lausitz mit interessierten Akteuren“, so Professorin Maja Dshemuchadse vom Institut für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung (TRAWOS) der Hochschule Zittau/Görlitz. „Wie kommt es dazu, dass eine Landwirtin auf den Anbau von Nutzhanf wechselt? Was gibt einem Baustoffhersteller den Impuls, in neue Verarbeitungsanlagen zu investieren? Diese konkreten Entscheidungen bestimmen den Aufbau einer neuen bioökonomischen Wertschöpfung – von der Primärproduktion über die Aufbereitung und den Handel bis hin zum Einsatz der entstandenen Produkte. Dabei hängt jeder Schritt von gelingenden Abstimmungsprozessen und förderlichen kontextuellen Rahmenbedingungen ab.“

Projekt lädt zum Mitmachen ein

Das dreijährige Projekt möchte als Ergebnis verschiedene Transformationspfade für eine faserbasierte, zirkuläre Bioökonomie in der Strukturwandelregion aufzeigen, die gemeinsam mit den Menschen in der Lausitz entwickelt und als gangbar eingeschätzt werden. Zudem erarbeiten die Forschenden Empfehlungen für die praktische Umsetzung. Das Projektteam lädt Interessierte ausdrücklich dazu ein, sich in das Projekt einzubringen und Kontakt aufzunehmen. Mehr Informationen gibt es auf der Website www.lautra-projekt.de.

https://www.ioew.de/news/article/forschungsprojekt-wie-die-lausitz-zum-faser-revier-werden-kann


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