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        Nachwuchsforscher der FAU trifft Nobelpreisträger/-innen
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        15.7.2026
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    <autor>
          | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
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        Eine große Ehre: FAU-Doktorand Daniel Schauermann wurde in diesem Jahr zur Lindauer Nobelpreisträgertagung eingeladen. Die Wissenschaftskonferenz bringt Nobelpreisträger/-innen und junge Forschende zusammen, um den wissenschaftlichen Austausch über Generationen, Kulturen und Disziplinen hinweg zu fördern.
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Daniel Schauermann, FAU-Doktorand am Erlangen Center for Interface Research and Catalysis, über seine Erlebnisse auf der renommierten internationalen Wissenschaftsveranstaltung:
Erfahrungsbericht: Lindauer Nobelpreisträgertagung
So war die Lindauer Nobelpreisträgertagung für mich – ein Erfahrungsbericht von Daniel Schauermann
Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen zählen seit 1951 zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Zusammenkünften weltweit und bringen jedes Jahr aufs Neue Nobelpreisträger/-innen und Nachwuchswissenschaftler/-innen aus aller Welt zusammen, um über Generationen, Disziplinen und Nationen hinweg ins Gespräch zu kommen. Die diesjährige Tagung hat die Interdisziplinarität in den Fokus genommen. Mit einer Rekordanzahl von rund 70 Nobelpreisträger/-innen aus verschiedensten Feldern der Wissenschaft und etwa 600 Nachwuchswissenschaftler/-innen aus knapp 90 Ländern war es eine herausragende Möglichkeit, an einem sehr breiten Meinungsaustausch teilzunehmen.

Zu Beginn der Tagung wurde schnell klar, wie viel Gewicht dieses Jubiläum hatte: Neben Gräfin Bettina Bernadotte als Präsidentin des Kuratoriums sprachen unter anderem der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume, sowie die Vorsitzende des Geschäftsrates des Nobelpreises Astrid Söderbergh Widding. Dass sich so viele hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft die Zeit nahmen, zur Eröffnung zu erscheinen, hat schon zu Beginn gezeigt, welchen Stellenwert diese Tagung genießt.

Austausch mit Nobelpreisträger/-innen – ein intergraler Teil der Konferenz
Mindestens genauso prägend wie das offizielle Programm waren die zahlreichen sozialen Events. Jeden Abend gab es ein gemeinsames Abendessen, bei dem man sich mit Nachwuchswissenschaftler/-innen und Nobelpreisträger/-innen frei austauschen konnte. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir der Internationale Abend – dieses Jahr anlässlich des 125. Jubiläums der Verleihung der schwedischen Nobelpreise Schweden gewidmet – sowie der Bayerische Abend, bei denen sich besonders lange und intensive Gespräche ergaben. Dazu kamen die Nobel Hours, bei denen man den Nobelpreisträger/-innen direkt Fragen stellen konnte, sowie die Laureate Lunches und Science Walks, bei denen in kleinen Gruppen erstaunlich aufschlussreiche Unterhaltungen entstanden.

Ein besonders interessantes Event, an dem ich teilnehmen durfte, war das von meinem Sponsor Mars ausgerichtete Abendessen – in kleinen Gruppen konnte man sich hier über die Rolle fundamentaler Wissenschaft in der Industrie austauschen. Ich hatte das Privileg, mich mit hochrangigen Wissenschaftlern sowie mit Sir Tim Hunt, Nobelpreisträger der Medizin von 2001, über zahlreiche spannende Themen zu unterhalten.

Eine Tagung, die Wissen schafft
Auch wissenschaftlich hatte die Tagung einiges zu bieten. Das Programm war entlang von vier Leitthemen aufgebaut: Resilienz, Information, Integrität und Leben. Dabei hat mich besonders beeindruckt, wie greifbar diese eigentlich recht abstrakten Themen durch die einzelnen Vorträge wurden. David Gross etwa sprach eindringlich über die Bedeutung eines globalen Atomwaffenverbots und machte damit das Thema Resilienz sehr konkret – nämlich als Frage, wie widerstandsfähig unsere Gesellschaften gegenüber existenziellen Bedrohungen überhaupt sein können. Serge Haroche zeigte in seinem Vortrag zu Präzisionsmessungen in der Physik, wie eng das Leitthema Information mit der Fähigkeit verknüpft ist, überhaupt verlässliches Wissen über die Welt zu gewinnen. Beim Thema Integrität hat mich der Vortrag von Ferenc Krausz zu skalierbaren, individualisierten Frühwarnsystemen in der Medizin sehr nachdenklich gemacht, vor allem mit seinem Bestreben, neuartige Technologien in allen Nationen der Welt gleich zu verteilen. Und Omar Yaghi hat mit seinem Vortrag über die Vielfalt und Anwendungen von Metal Organic Frameworks (MOFs) eindrucksvoll gezeigt, was das Leitthema Leben bedeuten kann – von der Wassergewinnung aus der Luft in Wüstenregionen bis hin zu neuen Ansätzen der CO2-Abscheidung. Diese vier Vorträge allein haben mir schon einen guten Eindruck davon gegeben, wie unterschiedlich die Disziplinen sind und wie viel man trotzdem voneinander lernen kann, wenn man sie nebeneinanderstellt.




Ohne Nachwuchs kein Fortschritt
Auch Nachwuchswissenschaftler/-innen aus aller Welt hatten die Gelegenheit, ihre eigene Forschung vor der gesamten Tagung vorzustellen. Die Themen waren, genau wie der Rest der Tagung, bunt durchmischt – von Bioinformatik über Produktdesign und Tandem-Solarzellen bis hin zu Radionuklidnachweisen von Supernovae und quantenmechanischen Computermodellen war alles dabei.

Dabei hat man mit den Nachwuchswissenschaftler/-innen nicht nur über die Wissenschaft gesprochen: Auch soziale, ökonomische und persönliche Themen kamen durchaus oft zur Sprache. Am Ende kam aber von allen dieselbe Meinung: Diese Nobelpreisträgertagung sei ein absolut unvergessliches Erlebnis. Anstrengender als gedacht war die Woche definitiv, aber jede einzelne Unterhaltung – ob mit Nachwuchswissenschaftlern, Nobelpreisträgern, Gästen oder Pressevertretern – war bereichernd, inspirierend und auf ihre eigene Art einfach besonders.

 

FAU-Exzellenzcluster „Transforming Human Rights”
Mit dabei: FAU-Exzellenzcluster „Transforming Human Rights”
Das Exzellenzcluster „Transforming Human Rights” hat am “Bayerischen Abend“ auf der Lindauer Nobelpreisträgertagung seine Arbeit vorgestellt – vertreten durch zwei Postdocs des Clusters, Dr. Diana Kisakye und Dr. Xu Kang. Sie sind mit Interessierten aus der ganzen Welt über die Menschenrechtsforschung an der FAU ins Gespräch gekommen.

Das Exzellenzcluster erforscht, wie sich globale Megatrends wie Digitalisierung, Migration, Autokratisierung, Umweltkrisen und wirtschaftliche Globalisierung auf die Menschenrechte auswirken – und wie die Menschenrechte ihrerseits darauf reagieren können.

www.transforming-human-rights.fau.de

https://www.fau.de/2026/07/news/nachwuchsforscher-der-fau-trifft-nobelpreistraeger-innen


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