56.600 Betriebe vor Übergabe – Weichen für den Generationenwechsel stellen Datum: 17.10.2026 Subjekt: Aussenwirtschaft Austria Region: Österreich Kategorie: Bankwesen, Finanzen und Investitionen, Handel und Wirtschaft, Unternehmen Junge Wirtschaft hat bereits 2024 eine Nachfolgestrategie vorgelegt und setzt auf bessere Finanzierung, steuerliche Entlastung und weniger Bürokratie Die neuen Zahlen zur Unternehmensnachfolge unterstreichen den wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf, auf den die Junge Wirtschaft (JW) bereits 2024 mit ihrer „Nachfolgestrategie für Österreich“ aufmerksam gemacht und konkrete Reformvorschläge vorgelegt hat. Die aktuelle Studie der KMU Forschung Austria verdeutlicht nun die enorme Dimension des bevorstehenden Generationenwechsels: Bis 2035 stehen in Österreich rund 56.600 Arbeitgeberunternehmen mit knapp 780.000 Beschäftigten vor einer potenziellen Übergabe. „Der Generationenwechsel ist eine der großen Aufgaben der nächsten Jahre und eine riesige Chance für unseren Standort. Jede gelungene Übergabe sichert im Schnitt 14 Arbeitsplätze und rund 1,1 Millionen Euro direkte Wertschöpfung pro Jahr. Und sie bringt frischen Wind: Die nächste Generation investiert, digitalisiert und denkt bestehende Betriebe weiter. Dieses Potenzial wollen wir voll ausschöpfen“, sagt JW-Bundesvorsitzende Verena Eugster. Erste wichtige Schritte gesetzt – weiterer Handlungsbedarf bleibt Mit dem Weiterbildungsprogramm NextGen4Austria, dessen erster Jahrgang diese Woche erfolgreich abgeschlossen hat, und der gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium eingerichteten Nachfolge-Taskforce konnten bereits wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. Mit NextGen4Austria und der Nachfolge-Taskforce haben wir erste starke Impulse gesetzt, um den Generationenwechsel aktiv zu gestalten. Die neue Studie zeigt aber auch, dass wir angesichts der großen Zahl bevorstehender Übergaben jetzt vor allem bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ansetzen müssen. Wer einen Betrieb übernimmt, sichert Arbeitsplätze und trägt Verantwortung. Dafür braucht es Rückenwind: leichteren Zugang zu Kapital, steuerliche Entlastung und weniger Bürokratie“, unterstreicht Lukas Sprenger, Bundesgeschäftsführer der Jungen Wirtschaft. Eigenkapital stärken, steuerlich entlasten und Bürokratie abbauen Besonderen Handlungsbedarf sieht die Junge Wirtschaft bei familienexternen Betriebsübergaben. Bereits 55 Prozent aller Nachfolgen erfolgen außerhalb der Familie – Tendenz steigend. Damit gewinnen geeignete Finanzierungsmöglichkeiten und steuerliche Entlastungen zunehmend an Bedeutung. Die Junge Wirtschaft fordert daher insbesondere einen steuerlichen Beteiligungsfreibetrag von bis zu 100.000 Euro, um privates Eigenkapital für Betriebsübernahmen zu mobilisieren. Gleichzeitig braucht es steuerliche Erleichterungen bei Unternehmensübergaben, insbesondere durch die Anhebung des Veräußerungsfreibetrags von derzeit 7.300 auf 45.000 Euro sowie einen begünstigten Steuersatz von 20 Prozent. Auch bürokratische Hürden müssen konsequent abgebaut werden. Ein österreichweit einheitlicher digitaler One-Stop-Shop für die Gründung soll im Zuge von Betriebsübernahmen alle erforderlichen Meldungen und Verfahren auf einer zentralen Plattform bündeln und damit den administrativen Aufwand für Nachfolgerinnen und Nachfolger deutlich reduzieren. https://www.wko.at/oe/news/jw-eugster-56.600-betriebe-vor-uebergabe