Seltene Pflanze kehrt ins Naturschutzgebiet zurück Botanische Kooperation für den Artenschutz Datum: 17.10.2026 Subjekt: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Autor: Redaktion/LM Kontakt: <div> Verantwortlichkeit: <i></i>Stabsstelle Presse und Kommunikation <span>: Per E-Mail kontaktieren</span> </div> Region: Deutschland Kategorie: Umwelt Der Botanische Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat in den vergangenen zwei Jahren 100 Exemplare des stark gefährdeten Sumpf-Greiskrauts für die Wiederansiedlung im Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe herangezogen. Die jungen Pflanzen wurden nun an geeigneten Standorten entlang des Urdenbacher Altrheins ausgepflanzt. Ziel ist es, dort wieder einen stabilen Bestand der seltenen Art aufzubauen. Das Sumpf-Greiskraut (Senecio paludosus) kommt vor allem in Auenlandschaften entlang großer Flüsse vor. Das Saatgut für die Anzucht sammelte die Biologische Station Haus Bürgel im Naturschutzgebiet Bislicher Inseln; im Botanischen Garten der HHU wurden daraus über zwei Jahre hinweg Jungpflanzen herangezogen. „Der botanische Artenschutz ist eine der Hauptaufgaben Botanischer Gärten“, erklärt Gärtnermeisterin Larissa Sieben. „Im Botanischen Garten der HHU erhalten und vermehren wir viele seltene Pflanzenarten. In Zusammenarbeit mit Behörden und Naturschutzinstitutionen wie der Biologischen Station können wir auf diese Weise auch dazu beitragen, vom Aussterben bedrohte Arten erfolgreich in ihren natürlichen Lebensräumen wieder anzusiedeln.“ Renaturierung schafft neue Lebensräume Das Sumpf-Greiskraut kam am Urdenbacher Altrhein bereits früher mit wenigen Exemplaren vor, war dort in den vergangenen Jahren jedoch verschwunden. Durch die Renaturierung des Urdenbacher Altrheins im Süden Düsseldorfs vor mehr als zehn Jahren sind wieder nasse, zeitweise überflutete Flächen entstanden. Diese bieten geeignete Bedingungen für die seltene Pflanze, die Wuchshöhen von mehr als zwei Metern erreichen und gelbe Blütenstände ausbilden kann. Die Wiederansiedlung erfolgt in Abstimmung mit dem Naturschutz. Das Ausbringen von Pflanzen in Schutzgebieten ist gesetzlich geregelt und nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde zulässig. So wird sichergestellt, dass keine gebietsfremden Arten eingebracht werden und die Ergänzung der Bestände mit Pflanzen regionaler Herkunft kontrolliert erfolgt. Entwicklung der Pflanzen wird dokumentiert Eine Herausforderung bei der Auspflanzung junger Pflanzen ist häufig der Schneckenfraß. Diese Art ist jedoch aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit bei Schnecken eher unbeliebt und wächst zudem bevorzugt in der Nähe der Wasserminze, die ebenso natürlich Schnecken abwehrt. Die neuen Pflanzstandorte werden markiert und per GPS vermessen. Dadurch lässt sich die Entwicklung der Pflanzen in den kommenden Jahren beobachten und dokumentieren. „So können wir feststellen, an welchen Standorten sich die Pflanzen am besten entwickeln“, erklärt die Botanikerin Stefanie Egeling von der Biologischen Station Haus Bürgel. Der Sumpf-Haarstrang soll ebenfalls zurückkehren Neben dem Sumpf-Greiskraut hat der Botanische Garten auch den seltenen Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre) vermehrt. Die Art stammt aus dem Eller Forst, wo sie nur noch mit wenigen Exemplaren vorkommt. Die herangezogenen Pflanzen sollen bald auf geeigneten Flächen im Eller Forst ausgepflanzt werden. Auch der Bieber ist bereits zurückgekehrt Frische Spuren an sauber abgetrennten Stämmen beweisen: in der Urdenbacher Kämpe ist der Bieber am Werk. Auch er trägt zur weiteren Renaturierung des Gebiets bei. Durch den Bau von Dämmen schafft er neue Feuchtgebiete, fördert die Artenvielfalt und verbessert den Wasserrückhalt in der Landschaft. Die entstehenden Auen und Feuchtflächen können Kohlenstoff speichern und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. https://www.hhu.de/die-hhu/presse-und-marketing/aktuelles/pressemeldungen-der-hhu/news-detailansicht/botanische-kooperation-fuer-den-artenschutz