Die Natur ist unsere beste Antwort 29.9.2026 Stefan Kunz | Pro Natura - Schweizerischer Bund für Naturschutz Die extreme Hitze ist vorbei, die Trockenheit aber ist geblieben. In der morgigen Debatte zu Hitzewellen und Dürre muss Bundesrat Albert Rösti Antworten liefern auf die Fragen der Parteien, von Hitzeschutz in Städten bis Speicherseen in den Alpen. Für Pro Natura liegt die Antwort auf all die Fragen direkt vor unserer Haustür: Eine vielfältige Natur ist unsere beste Verbündete im Kampf gegen zunehmende Hitze- und Trockenperioden. Wir brauchen nicht mehr Beton, sondern mehr Natur! Der Sommer ist vorbei und damit gerät die extreme Hitze in Vergessenheit und die anhaltende Trockenheit scheint weniger gravierend. Doch Extremsommer werden uns auch in Zukunft beschäftigen. Um den längeren Hitzeperioden und der zunehmenden Trockenheit entgegenzuwirken, braucht es in der Schweiz dringend ein Umdenken: Wir müssen unsere Wälder, Böden und Gewässer besser schützen und ihre natürliche Funktion als Wasserspeicher und zur Klimaregulation unterstützen. Denn intakte Naturräume sind für die Landwirtschaft die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg, für Privatpersonen sind sie kostenlose Naherholungsräume und für uns alle sind sie eine natürliche Lebensversicherung bei Extremwetterereignissen. Es braucht dringend resiliente Ökosysteme Resiliente Ökosysteme, die mit Hitze und Trockenheit umgehen können und uns gleichzeitig während Hitzewellen schützen, werden mit Biodiversität geschaffen, nicht mit technischen Lösungen. Dafür braucht es mehr Wasser in der Natur. Dies gelingt mit Konzepten wie Schwammstadt und Schwammland, die, schweizweit umgesetzt, dazu beitragen, den Wasserkreislauf zu regulieren, damit so wenig Wasser wie möglich verloren geht. Die Entsiegelung und Sicherstellung der hohen Qualität von Böden ist dafür grundlegend. Denn nur entsiegelte und gesunde Böden speichern Wasser, auf denen tiefwurzelnde Pflanzen und Bäume wachsen, die wiederum das Klima regulieren und den Boden stabilisieren. Damit ist die Förderung von naturnahen Flächen auf dem Land wie auch in der Stadt ein wichtiges Mittel gegen Überhitzung, Bodenerosion und Hochwasser. Nebst den Böden erbringen die Wälder wichtige Ökosystemleistungen, um Hitze und Trockenheit möglichst effektiv begegnen zu können. Aber Bäume können ihre hitzeregulierende Wirkung nur erhalten, wenn genügend Wasser vorhanden ist. Dies gelingt besonders gut in Feuchtwäldern. Auen-, Sumpf- und Moorwälder sind dank ihrer Widerstandsfähigkeit besonders wirksam im Umgang mit Hitze und Trockenheit: Sie halten Wasser zurück und fördern damit die Biodiversität. Die Datengrundlage fehlt: Bund in der Pflicht Wir müssen unumgänglich Fakten schaffen: Heute wissen wir in der Schweiz weder, wer wie viel Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen entnimmt, noch wo sich welche Böden befinden. Im Rahmen der nationalen Boden- und Wasserstrategie erwarten wir vom Bund, die entsprechenden Fakten zu beschaffen und die Daten öffentlich zugänglich zu machen. Mit der Umsetzung all dieser Massnahmen geben wir der Natur und der Bevölkerung in der Schweiz die beste Chance, um zukünftige Hitze- und Trockenperioden zu überstehen. Kontakt: Stefan Kunz, Abteilungsleiter Politik & Internationales, Tel. 079 631 34 67,@email Pro Natura Medienstelle, Tel. 079 826 69 47, @email https://www.pronatura.ch/de/2026/die-natur-ist-unsere-beste-antwort