Versteckte Zins­falle – so entlarven Sie Betrüger 4.9.2026 Kai Schlieter | Stiftung Warentest Eine Webseite, die sich als Schweizer AFS World ausgibt, lockt mit Zins­angeboten. Hinter der Seite stecken Abzo­cker. Wie Sie sich vor Betrug schützen. Eine E-Mail mit einem verlockenden Angebot: Zinsen bis 4,25 Prozent für Fest­geld­konten bei Santander Portugal oder Post­bank Deutsch­land. Der Absender der Offerte: die Seite afs-world.com, in deren Impressum die AFS World Trustee Swiss SA mit Sitz in Genf steht. Wer Interesse zeigt, soll Ausweis und Adress­nach­weis per E-Mail einsenden. Da es sich „um ein limitiertes Kontingent handelt, empfehlen wir bei Interesse eine zeit­nahe Rück­meldung“, heißt es in der E-Mail. Zeit­druck ist ein sicheres Indiz, das Anle­gerinnen und Anleger hell­hörig machen sollte. Denn das Angebot stammt von Betrügern, die den seriös wirkenden Namen der echten Schweizer Gesell­schaft gekapert haben. Erste Hinweise darauf ergeben sich nach einer Whois–Abfrage: Die Domain afs-world.com wurde erst im Januar 2026 registriert – über einen litauischen Billig-Hoster, auf ein Jahr befristet. Die echte Schweizer AFS World hingegen existiert seit 2017. Die Spuren der Hintermänner Aufschluss­reich ist der Quell­code der Webseite. Dort fanden wir den Befehl „noindex, nofollow“. Dieser weist Such­maschinen an, die Seite nicht zu indexieren – für Google bleibt sie unsicht­bar. Für ein Unternehmen, das Kunden sucht, ist das nicht plausibel. Die Webseite diente also nicht der Akquise, sondern als Kulisse für Opfer, die von den Betrügern zuvor geködert wurden – möglicher­weise durch einen Klick auf eine Werbung oder eine Anmeldung bei einem dubiosen Vergleichs­portal. Für Behörden soll die Seite verborgen bleiben. Unsere Anfrage blieb entsprechend unbe­antwortet und die Seite wurde offline gestellt. Zu denselben Abzo­ckern gehört auch die Seite fischer-investings.com. Sie war bei unserer Recherche wenige Tage alt und noch inaktiv. Das Webdesign unterschied sich lediglich im Namen des Firmenlogos. Auch hier handelt es sich wohl um Identitäts­betrug, denn es existiert eine ähnlich klingende Fisher Investments Vermögens­verwaltung. Wir setzen beide Seiten auf die Warn­liste. Das schützt vor Betrug Wenn Sie folgende Regeln befolgen, vermeiden Sie die gravierendsten Risiken. Googeln Sie keine Zins­angebote. Viele Zins­platt­formen und Zins­vergleiche im Netz sind unseriös. Vertrauen Sie nur Zins­platt­formen, die Sie in unserem Test finden. Klicken Sie keine Werbeanzeigen zu Fest­geldern in sozialen Netz­werken an. Lassen Sie sich nicht per E-Mail, Telefon oder über WhatsApp dazu verleiten, ein Tages- oder Fest­geld abzu­schließen. Seriöse Banken vertreiben ihre Produkte anders. Schauen Sie in unseren Zinsvergleichen nach, ob sich die Geld­anlage der Bank in unserem Test befindet. Wenn Sie das Tages- oder Fest­geld­angebot einer Bank nicht in unserem Test finden: Finger weg! Die Risiken dürften für sicher­heits­orientierte Zins­anleger zu hoch sein. Meiden Sie Finanzberater. Gute Fest­geld­angebote gibt es direkt bei Banken oder seriöse Zins­platt­formen. Lassen Sie sich nicht davon täuschen, dass Sie das Angebot nicht auf unserer Warn­liste finden. Die wird nie voll­ständig sein. Auch das Nicht­vorhandensein von negativen Kommentaren hat nichts mit Sicherheit zu tun. Dann gehören Sie eben zu den Ersten, die auf den Betrug herein­fallen. Auch wenn die Informationen scheinbar von bekannten Banken stammen, kann es sich um Betrug handeln. Entscheidend ist, wem das Ziel­konto gehört. Hinweis zur Warn­liste Geld­anlage der Stiftung Warentest Die Warn­liste Geld­anlage listet alle Unternehmen, Geld­anlage­angebote und Dienst­leistungen der vergangenen zwei Jahre auf, die die Stiftung Warentest negativ bewertet hat. Sie lässt sich kostenlos durchsuchen. Die Warn­liste umfasst mehrere Rubriken und wird in der Regel mindestens einmal im Monat aktualisiert. Wenn zwei Jahre vergangen sind, werden Einträge gelöscht, wenn in der Zwischen­zeit nicht erneut negativ berichtet wurde. Einträge, die älter als zwei Jahre sind und ohne Folgebe­richt­erstattung blieben, sind ab dann nicht mehr auf der aktuellen Warn­liste zu finden. https://www.test.de/Zinsangebote-Versteckte-Zinsfalle-so-entlarven-Sie-Betrueger-6333634-0?wt_mc=owned.site.rssfeeds.dl...