Hopfenernte 2026 startet unter schwierigen Vorzeichen – Landwirtschaftsministerin Kaniber: „Bayerischer Hopfen steht weltweit für Qualität“ 26.8.2026 | Bayerische Staatsregierung (26. August 2026) Wolznach/Rudelzhausen – Bayerns Hopfenpflanzer starten unter schwierigen Vorzeichen in die Ernte 2026. Die Schätzkommission erwartet aufgrund der Witterung eine unterdurchschnittliche Hopfenernte in Bayern und Deutschland. Gleichzeitig setzen sinkender Bierabsatz und ein weiterhin überversorgter Markt die Betriebe wirtschaftlich unter Druck. Bei der traditionellen Hopfenrundfahrt des Verbands Deutscher Hopfenpflanzer hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber heute die aktuelle Lage mit Vertretern der Branche erörtert. Anschließend eröffnete sie auf dem Hopfenbaubetrieb Kreitmair in Rudelzhausen offiziell die Hopfenernte 2026. Bayern ist das bedeutendste Hopfenanbauland Deutschlands, die Hallertau das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. „Unser bayerischer Hopfen genießt weltweit einen hervorragenden Ruf. Dahinter stehen unsere Hopfenpflanzer, die mit viel Können, Leidenschaft und unternehmerischem Mut ein einzigartiges Qualitätsprodukt erzeugen. Diese Leistung verdient höchste Anerkennung“, sagte Kaniber. Sie dankte zugleich Verbandspräsident Adi Schapfl und dem Verband Deutscher Hopfenpflanzer für die Organisation der Rundfahrt. Die diesjährige Ernte stellt die Betriebe erneut vor Herausforderungen. Die geringere Erntemenge könnte angesichts des überversorgten Marktes zumindest dazu beitragen, Angebot und Nachfrage wieder stärker ins Gleichgewicht zu bringen. Der Freistaat unterstützt die Hopfenpflanzer mit Forschung und betrieblicher Vorsorge. Das Hopfenforschungszentrum Hüll arbeitet unter anderem an neuen Sorten und Lösungen für einen zukunftsfähigen Hopfenbau. Rund 90 Prozent der Hopfenbaubetriebe nutzen zudem die bayerische Mehrgefahrenversicherung. Das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) entwickelt der Freistaat ab 2028 gemeinsam mit dem Berufsstand weiter. „Unsere Hopfenpflanzer stellen sich dem Klimawandel und investieren in die Zukunft ihrer Betriebe. Wir unterstützen sie dabei mit Forschung, Vorsorge und Lösungen aus der Praxis“, betonte Kaniber. Eine besondere Herausforderung bleibt der Pflanzenschutz. Resistente und robuste Sorten sind langfristig der richtige Weg. Bis sie in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen, brauchen die Betriebe jedoch wirksame Pflanzenschutzmittel. „Unsere Hopfenpflanzer können ihre Pflanzen nicht mit guten Worten schützen. Solange praxistaugliche Alternativen fehlen, müssen ausreichend wirksame Mittel zur Verfügung stehen“, stellte Kaniber klar. Auch die Wasserversorgung entscheidet zunehmend über die Zukunft des Hopfenbaus. Im Bewässerungsverband Hallertau haben sich 461 Betriebe mit rund 12.000 Hektar zusammengeschlossen. Bayern unterstützt die Planung einer zukunftsfähigen Bewässerungsinfrastruktur mit 9,5 Millionen Euro. Das Pilotprojekt Niederulrain steht vor dem Baubeginn. „Wasser wird für den Hopfenbau immer mehr zur Zukunftsfrage. Der Bewässerungsverband Hallertau ist deshalb ein wichtiger Meilenstein“, sagte die Ministerin. Trotz bereits reduzierter Anbauflächen bleibt die Marktlage angespannt. Für Kaniber braucht es deshalb gemeinsame Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Hopfenpflanzer, Brauwirtschaft und Handel sind aufeinander angewiesen. Für Kaniber bleibt der Hopfen weit über seine wirtschaftliche Bedeutung hinaus ein besonderer Botschafter Bayerns. Bayerischer Hopfen bildet die Grundlage für Biere in aller Welt. „Wo auf der Welt gutes Bier gebraut wird, ist bayerischer Hopfen gefragt. Darauf können unsere Hopfenpflanzer stolz sein. Ich wünsche ihnen eine sichere Ernte, gutes Wetter und vor allem Preise, die ihre hervorragende Arbeit angemessen honorieren“, sagte Kaniber abschließend. https://www.bayern.de/hopfenernte-2026-startet-unter-schwierigen-vorzeichen-landwirtschaftsministerin-kaniber-bayerischer-hopfen-steht-weltweit-fuer-qualitaet