Bericht aus der Kabinettssitzung vom 7. Juli 2026: 7.7.2026 | Bayerische Staatsregierung 1. Bayerische Raumfahrtstrategie erhält operative Komponente im All: Fünf in Bayern gebaute Kleinsatelliten des Satellitennetzwerks „CuBy“ ins All gestartet / Ab 2027 regelmäßig multispektrale Bilder des Freistaats. 2. Raumfahrt Made in Bavaria gehört zur absoluten Spitze Europas und ist wichtiger Wirtschaftsfaktor in Bayern / Freistaat unterstützt Branche nachdrücklich und vielfältig 3. Automobil- und Zulieferindustrie in Europa, Deutschland und Bayern stärken 1. Bayerische Raumfahrtstrategie erhält operative Komponente im All: Fünf in Bayern gebaute Kleinsatelliten des Satellitennetzwerks „CuBy“ ins All gestartet / Ab 2027 regelmäßig multispektrale Bilder des Freistaats Heute wurde ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung der von der Staatsregierung beschlossenen bayerischen Raumfahrtstrategie erreicht: Fünf in Bayern gebaute Kleinstsatelliten (je 14 kg schwer, in der Größe eines Aktenordners) des Satellitennetzwerks „CuBy“ sind am Vormittag (MEZ) mit einer Trägerrakete von Kalifornien aus ins All gestartet. Mit ersten Bildern ist zum Jahresende zu rechnen. Ab 2027 liefern die Satelliten dann regelmäßig alle drei Tage multispektrale Aufnahmen von Teilgebieten Bayerns. Der Freistaat hat dabei Zugriff auf die gesamte Prozesskette von den Rohdaten über die KI-gestützte Prozessierung bis zu den veredelten Produkten. Er erlangt damit eine eigene, souveräne und hochaktuelle Fernerkundungsfähigkeit. Eine stabile Orbithöhe (460 km über der Erde), wiederkehrende Überflüge zur gleichen Ortszeit und der Formationsflug der Satelliten ermöglichen für Bayern maßgeschneiderte Zeitreihenanalysen mit hoher Aussagekraft. Die Daten können beispielsweise für das Vitalitätsmonitoring von Wäldern genutzt werden, um Schäden frühzeitig zu erkennen. Weitere Anwendungen finden sich u. a. in der Landwirtschaft, im Katastrophenschutz, im Umweltschutz und in der Kartographie. Realisiert wird das Bayerische Satellitennetzwerk unter Federführung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Telematik (ZfT) in Würzburg, dem Start-up S4 (Smart Small Satellite Systems GmbH) aus Würzburg, der Technischen Universität München und dem Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Das Bayerische Landwirtschaftsministerium, das Bayerische Umweltministerium und das Bayerische Innenministerium sind als künftige Nutzer eingebunden. Durch die nun gestartete Demonstratormission mit fünf Satelliten wird die Realisierbarkeit und der Nutzen einer auf bayerische Zwecke zugeschnittenen Erdbeobachtungsmission überprüft. Der Freistaat Bayern investiert hier 18,2 Millionen Euro in die boomende Zukunfts-Technologie der Kleinstsatelliten. Die Wertschöpfung verbleibt dabei fast vollständig in Bayern. Über eine mögliche Vollmission wird die Bayerische Staatsregierung nach erfolgreicher Demonstratormission entscheiden. zum Seitenanfang 2. Raumfahrt Made in Bavaria gehört zur absoluten Spitze Europas und ist wichtiger Wirtschaftsfaktor in Bayern / Freistaat unterstützt Branche nachdrücklich und vielfältig Das bayerische Raumfahrtökosystem weist eine breite industrielle und wissenschaftliche Basis entlang nahezu der gesamten Wertschöpfungskette sowie Stärken in fast allen technologischen Bereichen auf – u.a. Satelliten, Raumfahrtanwendungen, Robotik, Sensorik, sichere Kommunikation, Bodeninfrastruktur und Startdienstleistungen. Weltweit bietet die Raumfahrt einen Wachstumsmarkt, der deutlich schneller wächst als die Weltwirtschaft insgesamt. Hinzu kommt der erhöhte Bedarf an militärischer Raumfahrt, der diesen Trend erheblich verstärkt. Bayern unterstützt die Raumfahrt daher mit Nachdruck: Allein das bayerische Wirtschaftsministerium hat seit 2018 insgesamt über 255 Millionen Euro in raumfahrtspezifischen Förderprogrammen, Gründerförderung und raumfahrtbezogene Forschungs- und Infrastrukturmaßnahmen bewilligt. Den Neubau des Human Exploration Control Center in Oberpfaffenhofen unterstützt Bayern mit 58 Millionen Euro. Raumfahrtunternehmen in Bayern profitieren von einer einmaligen Unterstützungslandschaft von Bund und Europa (EU-Kommission, Europäische Raumfahrtorganisation (ESA)). Die Staatsregierung setzt sich daher mit viel Engagement für die richtigen Rahmenbedingungen auf europäischer und Bundesebene ein: Gemeinsam mit Bremen und Baden-Württemberg hat der Freistaat in einem 3-Länderpapier eine Budgeterhöhung für die ESA-Ministerratskonferenz im letzten Jahr bewirkt, damit Deutschland schnell eigene Akzente setzen kann. Darüber hinaus werden die geplanten EU-Regularien intensiv begleitet (EU Space Act, European Competitiveness Fund, Mehrjähriger Finanzrahmen). Diese sollen Chancen ermöglichen und möglichst wenig bürokratisch hemmend wirken. Bayern ist Trägerraketen-Land, alle für orbitale Flüge relevanten deutschen Akteure haben ihren Sitz im Freistaat. Um den Standort zu sichern und strategisch weiterzuentwickeln, müssen wichtige Entscheidungen politisch begleitet werden, besonders auf EU-Ebene: Europa verfügt wieder über einen zuverlässigen Zugang zum Weltall. Dies ist wichtig und richtig. Gleichzeitig müssen Weichen für die Zukunft gestellt werden. Es besteht aktuell die Notwendigkeit der Steigerung der Ariane-Produktionskapazität wegen stark erhöhtem Bedarf an Trägerraketen ab 2027. Gleichzeitig bedarf es einer koordinierten deutschen Strategie für zukünftige europäische Trägerraketen, um eine deutsche Teilhabe an künftigen europäischen Schwerlastträgern und Mittellastträgern sicherzustellen. Für Bayern von besonderer Relevanz ist es, zu verhindern, dass durch regulatorische Vorschläge der EU die Überlebenschancen der bayerischen Mikrolauncherfirmen gefährdet werden! Raumfahrt ist zentral für Sicherheit und Verteidigung: Die Bayerische Staatsregierung setzt sich dafür ein, Raumfahrtkompetenzen aus Bayern gegenüber nationalen und europäischen Bedarfsträgern sichtbarer zu machen, Unternehmen beim Zugang zu relevanten Programmen zu begleiten und strategisch wichtige Vorhaben politisch zu flankieren. Dies geschieht bspw. in neuen Formaten des TecHUB SVI wie der Innovationsplattform „Militärische Raumfahrt“, den Defence Tech Days am 16./17. September 2026 in Erding mit einer Raumfahrtkomponente oder den „DefTech Forges“ zur Entwicklung von Lösungen für konkrete technische Problemstellungen. Bayern setzt seine Unterstützung für die Raumfahrt fort: Mit einer aktuell extrem dynamischen Lage sind für die nächsten Monate vielfältige Aktivitäten geplant. Diese reichen von der Stärkung der industriellen Fähigkeiten im Satellitenbau im Großraum Würzburg über die gezielte Unterstützung der Mikrolauncherfirmen auf dem Weg zur Kommerzialisierung bis hin zur konkreten Förderung der bayerischen Interessen auf Bundes- und europäischer Ebene. zum Seitenanfang 3. Automobil- und Zulieferindustrie in Europa, Deutschland und Bayern stärken Die Automobilindustrie ist zentraler Eckpfeiler der bayerischen Wirtschaft. Über 400.000 Arbeitsplätze im Freistaat hängen direkt oder indirekt von ihr ab. Mit einem Umsatz von knapp 180 Mrd. Euro erwirtschafteten die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen letztes Jahr über ein Drittel des gesamten Umsatzes des Verarbeitenden Gewerbes in Bayern. Die tiefgreifende Transformation der Automobilindustrie beschleunigt sich weiter. Zugleich steht die Branche in Europa und im besonderen Maße auch in Deutschland und Bayern zunehmend unter Druck, ihre globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Schwierige allgemeinwirtschaftliche Rahmenbedingungen verschärfen die Situation. Viele Hersteller und Zulieferunternehmen sehen sich mit Umsatz- und Gewinnrückgängen konfrontiert und reagieren mit Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen. Die Bayerische Staatsregierung hat unverändert das Ziel, dass die bayerische Fahrzeugindustrie gestärkt aus dem aktuellen Umbruch hervorgeht und möglichst viele Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung in Bayern erhalten bleiben. Dank hoch innovativer Unternehmen sowie zahlreicher Hochschulen und Forschungseinrichtungen verfügt der Freistaat dafür über hervorragende Voraussetzungen. Durch eine enge Verzahnung von etablierten Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen existiert in Bayern ein dynamisches Ökosystem. Die global bedeutende Automobilmesse IAA Mobility findet mindestens bis 2031 in München statt und leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Zur Unterstützung der Automobilindustrie setzt die Staatsregierung auf Innovation. Ein breites Bündel an Maßnahmen umfasst unter anderem den neuen Transformationsfonds (allein 200 Mio. Euro für die Automobilindustrie von insgesamt rund 350 Mio. Euro) zur Förderung von Transformationsvorhaben der Automobilindustrie, den Transformationslotsen Bayern bei der Innovationsagentur Bayern Innovativ, umfangreiche landeseigene Fördermaßnahmen zum Ausbau der Lade- und Wasserstoffinfrastruktur und den etablierten Cluster Automotive. Die bayerischen Maßnahmen können jedoch auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn auf Bundes- und EU-Ebene die Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie sowie die Wirtschaft insgesamt umfassend reformiert werden. Bayern setzt sich daher in Berlin und Brüssel weiterhin konsequent für strukturelle Verbesserungen der standortpolitischen Rahmenbedingungen ein. Die Beschlüsse des letzten Koalitionsausschusses auf Bundesebene für ein umfassendes Reformpaket sind wichtige erste Schritte in die richtige Richtung, die nun rasch umgesetzt und durch weitere Maßnahmen ergänzt werden müssen, um die deutsche und bayerische Wirtschaft international wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Das von der EU-Kommission vorgelegte Automobilpaket mit u. a. einem Vorschlag zur Anpassung der CO2-Flottengrenzwerte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge und einem Verordnungsvorschlag zu grünen Unternehmensflotten ist hingegen leider nicht der dringend notwendige Befreiungsschlag. Die Staatsregierung setzt sich daher hier ebenso wie beim Industrial Accelerator Act auf allen Ebenen für umfangreiche Nachbesserungen ein. zum Seitenanfang https://www.bayern.de/bericht-aus-der-kabinettssitzung-vom-7-juli-2026