Wie sich das Reisen auf die Umwelt auswirkt 4.3.2026 | Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz Daten zu Umweltwirkungen des Tourismus 2021 bis 2022. In Berlin ist die Internationale Tourismusbörse gestartet. Zunehmend mehr Touristen möchten ihren Urlaub mit Umwelt- und Nachhaltigkeitszielen verbinden. Das muss kein Widerspruch sein. Die jüngsten veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts zu den Umweltwirkungen des Tourismus in 2022 zeigen: Beim Sommerurlaub sollte aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes zwar abgewogen werden wie dieser gestaltet wird, ausfallen muss er deswegen aber nicht. Der auf Mobilitätsleistungen wie Straßen-, Schienen-, Schiffs- und Luftverkehr zurückzuführende tourismusbedingte Energieverbrauch der in Deutschland lebenden Reisenden stellte knapp 75 Prozent des gesamten Energieverbrauchs für touristische Zwecke in 2022 dar. Am gesamten Endenergieverbrauch haben diese touristischen Verkehrsleistungen einen Anteil von knapp 3,4 Prozent. Im Wesentlichen sind die Zahlen auf die Luftverkehrsleistungen zurückzuführen, die allein knapp 64 Prozent des tourismusbedingten und knapp 2,9 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs verursachten. Ähnlich stellte sich das für die tourismusbedingten Treibhausgasemissionen der deutschen Reisenden dar: Gut 75 Prozent der tourismusbedingten Treibhausgasemissionen waren auf Mobilitätsleistungen zurückzuführen (66,6 Prozent auf den Luftverkehr), knapp 2,7 Prozent der Treibhausgasemissionen insgesamt. Diese Größenordnungen haben auch bei einer differenzierten Betrachtung einzelner Treibhausgase Bestand. Nach der Erfassungsmethode des Statistischen Bundesamtes sind knapp 3,8 Prozent aller Kohlendioxidemissionen tourismusbedingt. Bei Methan sind es gut 1 Prozent, bei Distickstoffmonoxid rund 1,6 Prozent und bei den fluorierten Treibhausgasen rund 1,8 Prozent. Erwartungsgemäß stellen sich auch die Beiträge einzelner Wirtschaftszweige innerhalb der Tourismuswirtschaft differenziert dar. Zwischen den Extremen im Beherbergungsgewerbe, dessen gesamte Treibhausgasemissionen zu gut 93 Prozent auf den Tourismus zurückzuführen sind, und dem Gesundheitswesen, wo dieser Anteil nur bei rund 2,4 Prozent liegt, ordnen sich der Straßen- und Nahverkehr (12,4 Prozent), Kultur-, Sport- und Freizeitdienstleistungen (28,1 Prozent), die Gastronomie (39,4 Prozent) und der Luftverkehr (82,5 Prozent) ein. Zum Ausstoß von Luftschadstoffen wie Ammoniak, Schwefeldioxid und flüchtige Kohlenwasserstoffe sowie Feinstaub und Kohlenmonoxid trägt der Tourismus lediglich zwischen einem und drei Prozent bei. Allein die Stickoxide bilden hier mit tourismusbedingt rund 11 Prozent am Gesamtausstoß ihrer Art einen Ausreißer nach oben. Der tourismusbedingte Rohstoffeinsatz, der rund 1,6 Prozent des Rohstoffeinsatzes insgesamt bildet, ist im Wesentlichen auf den Einsatz fossiler Energieträger (45 Prozent) zurückzuführen. Jenseits der Umweltwirkungen ist hervorzuheben, dass mit rund 1,9 Millionen Beschäftigten 2022 ungefähr 4,2 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland im Tourismus tätig waren, mehr als die Hälfte davon im Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe. 252 Milliarden Euro haben in- und ausländische Reisende 2022 in Deutschland ausgegeben, wovon wiederum knapp ein Drittel auf Gaststätten- und Beherbergungsleistungen entfielen. Damit hat sich der Beitrag des Tourismus zum Bruttoinlandsprodukt nach den Corona-Jahren weiter erhöht und lag 2022 bei 3,1 Prozent (2021 noch 2,4 Prozent). https://www.bundesumweltministerium.de/meldung/wie-sich-das-reisen-auf-die-umwelt-auswirkt