EU-Projekt HUBS4BUILD gestartet: Universität Rostock treibt nachhaltiges Bauen voran

Datum14.10.2026
SubjektUniversität Rostock
AutorPanagiotis Spyridis
E-mailpanagiotis.spyridisuni-rostockde
Telefon+49 3814983547
RegionDeutschland
KategorieBauwesen, Universitäten, Wissenschaft und Forschung

Das EU-Projekt HUBS4BUILD vernetzt Bioökonomie und Bauwirtschaft: Die Universität Rostock entwickelt Strategien, um nachhaltige Baustoffe und regionale Materialkreisläufe in die breite Anwendung zu bringen.

Wie lassen sich regionale Abfälle und nachwachsende Rohstoffe in hochwertige Baustoffe verwandeln? Und wie können daraus dauerhafte Kreisläufe entstehen, die Wirtschaft, Umwelt und Regionen stärken? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das europäische Forschungsprojekt HUBS4BUILD, das im September 2026 gestartet ist. Über vier Jahre arbeiten 39 Partner aus 13 Ländern daran, die Kreislaufwirtschaft in Bioökonomie und Bauwesen voranzubringen. Ziel ist der Aufbau dauerhafter und übertragbarer regionaler Circularity Hubs, die kreislauforientierte Bioökonomie und nachhaltiges Bauen miteinander verknüpfen und die Umsetzung zirkulärer Lösungen in Europa beschleunigen.

Der Großraum Rostock übernimmt dabei eine Schlüsselrolle: Als eines von zwei europäischen Skalierungszentren entwickelt die Region Strategien, um die erfolgreichsten Lösungen aus den Projektregionen systematisch zu verbreiten und langfristig zu etablieren. Das zweite Skalierungszentrum befindet sich im schwedischen Umeå.

Regionale Netzwerke für zirkuläres Bauen

Im Zentrum von HUBS4BUILD stehen sogenannte „Circularity Hubs“. Diese regionalen Kooperationsnetzwerke verbinden Wissenschaft, Unternehmen, öffentliche Verwaltung und Zivilgesellschaft. Gemeinsam sollen sie bislang ungenutzte Ressourcen wie Bauabfälle, Restholz, Pflanzenfasern oder Seegras in hochwertige, klimafreundliche Bauprodukte überführen und regionale Wertschöpfungsketten aufbauen.

In insgesamt 13 europäischen Regionen sollen solche Hubs entstehen. Das Projekt verfolgt das Ziel, neun biobasierte Bauprodukte zu entwickeln und zu validieren, rund 700 Tonnen lokaler Abfälle nutzbar zu machen und 200 Fachkräfte weiterzubilden. Die entwickelten Ansätze sollen nicht nur technisch überzeugen, sondern auch wirtschaftlich tragfähig sein und sich dauerhaft in der Praxis etablieren.

Universität Rostock bündelt interdisziplinäre Expertise

Die Universität Rostock bringt Kompetenzen aus drei Fachgebieten in das Projekt ein: Massivbau (Professor Panagiotis Spyridis), Abfall- und Stoffstromwirtschaft (Professor Michael Nelles und Dr. Jan Sprafke) sowie Nachhaltiger Städtebau und Mobilität (Professor Hendrik Jansen). Unterstützt wird die Zusammenarbeit durch das Kompetenzzentrum Bau MV.

Die beteiligten Fachgebiete untersuchen regionale Materialströme, entwickeln und prüfen kreislauffähige Baustoffe und Tragwerksverbindungen und erarbeiten Konzepte für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Auch die Wiederverwendung von Baumaterialien, die Vorbereitung technischer Zertifizierungen und die Beteiligung der Bevölkerung spielen eine Rolle.

Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Bau MV, BuildBlue und Rostock Business entwickelt die Universität Strategien, um bewährte Lösungen aus den europäischen Pilotregionen auf größere räumliche Zusammenhänge zu übertragen. Im Fokus stehen geeignete Governance-Strukturen, die Einbindung in politische Rahmenbedingungen, innovative Geschäftsmodelle und die Verankerung zirkulärer Bauweisen in der Stadt- und Regionalentwicklung.

Mit HUBS4BUILD stärkt die Universität Rostock die Verbindung zwischen Forschung, Bauwirtschaft und regionaler Entwicklung. Die Circularity Hubs sollen langfristige Partnerschaften ermöglichen, Ressourcen effizienter nutzen und neue Perspektiven für eine nachhaltige Bauwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern eröffnen.

Das Projekt wird von der Universität Thessalien in Griechenland koordiniert. Die wissenschaftliche Koordination liegt bei CluBE, ebenfalls in Griechenland. HUBS4BUILD wird im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont Europa“ der Europäischen Union unter der Fördervereinbarung Nr. 101291180 mit rund 9 Mio Euro gefördert.

Kontakt:
Prof. Panagiotis Spyridis
Universität Rostock
Fakultät für Agrar, Bau und Umwelt
Tel.: +49 381 498-3540
panagiotis.spyridisuni-rostockde

https://www.uni-rostock.de/universitaet/kommunikation-und-aktuelles/presse-und-kommunikationsstelle/medieninformationen/detailansicht/n/eu-projekt-hubs4build-gestartet-universitaet-rostock-treibt-nachhaltiges-bauen-voran-290889