| Datum | 9.10.2026 |
| Subjekt | Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz |
| Autor | Sarah Heil |
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| Telefon | +49 6131162550 |
| Region | Deutschland |
| Kategorie | Gesundheitswesen und Krankenhäuser, Universitäten, Wissenschaft und Forschung |
Die frisch im Exzellenzverbund der Rhein-Main-Universitäten ausgezeichnete Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) erhält gemeinsam mit der Universitätsmedizin Mainz Fördergelder von rund 1,5 Millionen Euro für insgesamt fünf Projekte.
Aus exzellenter Forschung sollen Innovationen entstehen, die ihren Weg in die Anwendung und in den Markt finden. Mit dem Förderprogramm „Inwertsetzung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen“ unterstützt das Land Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) Forschungs- und Entwicklungsprojekte an rheinland-pfälzischen Universitäten und Hochschulen, bei denen eine realistische Perspektive für eine spätere wirtschaftliche Verwertung besteht – etwa durch Verkauf oder Lizenzierung von Schutzrechten oder durch eine Ausgründung.
Auch am Wissenschaftsstandort Mainz wird diese Verbindung von exzellenter Forschung und wirtschaftlicher Verwertung sichtbar: Gleich fünf Projekte der JGU und der Universitätsmedizin Mainz werden im Rahmen des Programms unterstützt. „Die Förderung soll dabei helfen, dass vielversprechende Forschungsergebnisse nicht in der Schublade bleiben, sondern den nächsten Schritt in Richtung Anwendung gehen“, erklärt Wirtschaftsminister Michael Ebling, der am 8. Oktober 2026 die fünf EFRE-Förderbescheide an die Forscherinnen und Forscher übergeben hat.
„Exzellente Forschung ist die Grundlage für Innovation und damit auch für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts. Die gerade erfolgte Aufnahme der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Verbund der Rhein-Main-Universitäten in die Exzellenzförderung des Bundes und der Länder ist ein eindrucksvoller Beleg für die Stärke des Wissenschaftsstandorts. Unser Anspruch ist, dass gute Ideen zügig ihren Weg vom Labor in die Anwendung und in den Markt finden. Deshalb fördern wir gezielt den Transfer von Forschungsergebnissen und stärken damit die Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft in Rheinland-Pfalz“, so Ebling.
„Die Förderung eröffnet unseren Forschenden neue Möglichkeiten, innovative Ideen beispielsweise für eine schnellere und präzisere Diagnostik oder für vielversprechende Ansätze zur Behandlung schwerer Erkrankungen gezielt weiterzuentwickeln“, betont der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch. „Auf diese Weise wird maßgeblich der Transfer innovativer Grundlagenforschung in Richtung marktreife Anwendung und damit der Wissenschafts- und Innovationsstandort Mainz gestärkt.“
Prof. Dr. Philipp Drees, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, erklärt: „Das Förderprogramm ‚Inwertsetzung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen‘ unterstreicht die Bedeutung und besonders das Potenzial von translationaler Forschung. Dass in diesem Jahr insgesamt fünf Projekte an der JGU und der Universitätsmedizin Mainz gefördert werden, ist auch ein Beleg für das hohe Niveau unabhängiger Forschung und Entwicklung am Wissenschaftsstandort Mainz.“
Die fünf geförderten Vorhaben decken ein breites Spektrum ab und reichen von neuen diagnostischen Verfahren über RNA-basierte Technologien bis hin zu innovativen Therapieansätzen in der Krebsmedizin. Das Projekt RNAMODDx (Fördersumme: rund 275.000 Euro) unter Leitung von Prof. Dr. Kristina Friedland arbeitet an einer kosteneffizienten Hochdurchsatz-Diagnostik zur Früherkennung und Stratifizierung neurodegenerativer Erkrankungen. Ziel ist ein validierter Prototyp für den Einsatz in Klinik und Forschung.
Im Projekt RNA-Cage (Fördersumme: rund 270.000 Euro) von Prof. Dr. Mark Helm sollen Qualität und Anwendungsmöglichkeiten RNA-basierter Therapeutika und Diagnostika verbessert werden. Unter anderem sollen marktfähige Prototypen entwickelt und das Verfahren für unterschiedliche Ziel-RNAs nutzbar gemacht werden. Vorgesehen ist eine spätere Verwertung über eine Unternehmensgründung in Rheinland-Pfalz.
Das Projekt Zifmen (Fördersumme: rund 440.000 Euro) von Prof. Dr. Edward Lemke und Prof. Dr. Michael Kühn zielt auf die Entwicklung einer neuen Generation von Menin-Inhibitoren zur Behandlung der Akuten Myeloischen Leukämie (AML). Die Wirkstoffentwicklung soll insbesondere dazu beitragen, Resistenzen gegenüber bereits verfügbaren Wirkstoffen zu überwinden.
Mit StemVibe (Fördersumme: rund 265.000 Euro) entwickelt das Team um Prof. Dr. Daniela Krause einen innovativen Therapieansatz zur Regeneration des blutbildenden Systems nach einer Chemotherapie. Grundlage ist das Matrixprotein Periostin, das die Funktion hämatopoetischer Stammzellen im Knochenmark unterstützt. Die Wirksamkeit und der zugrunde liegende Mechanismus konnten bereits in präklinischen Studien nachgewiesen werden; zentrale Erkenntnisse sind international patentiert.
Das fünfte Vorhaben, MucNova (Fördersumme: rund 254.000 Euro) von Prof. Dr. Tobias Bopp, basiert auf einem neuartigen Antikörper, der gezielt tumorassoziierte Strukturen erkennt und therapeutische Wirkstoffe selektiv in Tumorzellen einschleusen soll. Die Funktionsfähigkeit des Antikörpers wurde bereits wissenschaftlich nachgewiesen und ist durch zwei Patente geschützt. Präklinische In-vivo-Studien zeigten eine deutliche Reduktion von Tumoren.
Mit dem Inwertsetzungsprogramm will das Land gezielt die Lücke zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und wirtschaftlicher Verwertung schließen. Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsergebnisse, bei denen eine konkrete Perspektive für eine nachgelagerte kommerzielle Nutzung besteht. Damit soll der Transfer aus den Universitäten und Hochschulen in Unternehmen und Märkte beschleunigt und die Innovationskraft des Landes weiter gestärkt werden. Insgesamt stehen für das Programm im Zeitraum von 2027 bis 2030 rund 12 Millionen Euro zur Verfügung.
Sarah Heil
Pressesprecherin
Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima
Tel. +49 6131 162550