| Datum | 9.10.2026 |
| Subjekt | CHE Centrum für Hochschulentwicklung |
| Autor | Caroline Friedhoff |
| [email protected] | |
| Telefon | +49 5241976128 |
| Kontakt | <div> <h3> Caroline Friedhoff </h3> <p> </p><p>Projektmanagerin</p> <p>Tel.: +49 5241 9761-28<br> E-Mail: [email protected]</p> <p>Assistenz:<br> Tanja Ologe<br> Tel.: +49 5241 9761-58</p> https://www.che.de/team/caroline-friedhoff </div> |
| Region | Deutschland |
| Kategorie | Bildung, Universitäten, Wissenschaft und Forschung |
Wie leistungsfähig ist das thailändische Hochschulsystem, wo liegen seine besonderen Stärken und wie positionieren sich die Hochschulen im internationalen Vergleich? Im Auftrag des Ministry of Higher Education, Science, Research, and Innovation (MHESI) in Thailand hat das CHE Centrum für Hochschulentwicklung ein umfassendes Benchmarking des thailändischen Hochschulsystems durchgeführt. Mit dem Abschlussbericht ist das Projekt nun abgeschlossen.
Ziel war es, eine fundierte Datengrundlage für die strategische Weiterentwicklung der Hochschulen in Thailand zu schaffen und zugleich Vergleiche mit europäischen Hochschulen zu ermöglichen. Methodische Grundlage war der Ansatz des European Higher Education Sector Observatory (EHESO), der auf den Erfahrungen von U-Multirank aufbaut. Anders als klassische Rankings betrachtet dieser Ansatz Hochschulen nicht anhand einer einzigen Rangliste, sondern differenziert nach mehreren Leistungsdimensionen.
69 Hochschulen und fast 20.000 Studierende
Für das Benchmarking wurden institutionelle Daten zu 69 thailändischen Hochschulen zusammengeführt. Sie stammen sowohl aus einer Befragung der Hochschulen als auch aus Daten des thailändischen Ministeriums. Analysiert wurden sieben Dimensionen: Research, Resources, Teaching & Learning, Knowledge Transfer, Regional Engagement, International Orientation und Societal Challenges.
Ergänzt wurde die institutionelle Perspektive durch eine umfangreiche Studierendenbefragung. 47 Hochschulen beteiligten sich daran. Nach der Datenbereinigung konnten die Angaben von 19.698 Studierenden ausgewertet werden. Die Befragung erfasste unter anderem die Qualität der Lehre, Studienorganisation, Praxiserfahrungen, Digitalisierung, Internationalisierung, Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Diversität.
Unterschiedliche Hochschultypen – unterschiedliche Stärken
Die Ergebnisse zeigen vor allem, dass das thailändische Hochschulsystem stark differenziert ist. Die Hochschulen folgen keinem einheitlichen Leistungsprofil, sondern übernehmen unterschiedliche Funktionen innerhalb des Systems.
Forschungsuniversitäten (Frontier Research Universities) zeigen besondere Stärken in Forschung, Ressourcen und internationaler Orientierung. Technologie- und innovationsorientierte Universitäten (Technology and Innovation Universities) weisen ein stärker anwendungs- und innovationsorientiertes Profil auf. Regional verankerte Universitäten (Area-Based and Community Universities) spielen insbesondere für die regionale Versorgung und Entwicklung eine wichtige Rolle. Spezialisierte und berufsorientierte Universitäten (Specialized and Professional Universities) zeigen unter anderem Stärken in Studium und Lehre sowie im Wissenstransfer.
Auf Ebene des gesamten Hochschulsystems gehören besonders regionale Verankerung sowie Studium und Lehre zu den Stärken. Im Vergleich zum Durchschnitt der mehr als 3.400 europäischen Hochschulen im EHESO-Datensatz zeigen thailändische Hochschulen eine vergleichsweise starke MINT-Orientierung und hohe Studierendenzahlen. Entwicklungsmöglichkeiten zeigen sich zugleich unter anderem bei der Internationalisierung, der externen Forschungsfinanzierung und beim unternehmerischen Wissenstransfer.
Studierende bewerten ihr Studium positiv
Auch aus Sicht der Studierenden ergibt sich insgesamt ein positives Bild. Nahezu alle untersuchten Bereiche erreichen im Durchschnitt Bewertungen von mindestens vier Punkten auf einer fünfstufigen Skala. Besonders positiv beurteilen die Studierenden die Diversität an ihren Hochschulen, die Organisation der Studienprogramme und den Kontakt zu Lehrenden. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse Unterschiede zwischen Fächern, Hochschultypen und Governance-Formen. Damit liefert die Studierendenbefragung eine wichtige zusätzliche Perspektive auf die institutionellen Daten und ermöglicht eine differenziertere Einordnung der Studienbedingungen.
Grundlage für weitere Hochschulentwicklung
Mit dem Projekt steht den beteiligten Hochschulen und dem thailändischen Ministerium eine umfassende Grundlage zur Verfügung, um institutionelle Profile sichtbar zu machen, Stärken zu identifizieren und Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen. Der internationale Vergleich hilft zudem dabei, die Besonderheiten des thailändischen Hochschulsystems im Verhältnis zu europäischen Hochschulen einzuordnen.
Der vollständige Abschlussbericht mit Methodik, Ergebnissen und detaillierten Analysen ist hier verfügbar:
https://www.che.de/2026/internationales-benchmarking-des-thailaendischen-hochschulsystems