Es ist ein Mammutprojekt, das der Landkreis Freising derzeit in der Wippenhauser Straße in Freising stemmt. Die Bauarbeiten für das neue Staatliche Berufliche Schulzentrum sind in vollem Gange. In dem Zuge soll in der Wippenhauser Straße rund um die vier Landkreisschulen das neue Lernviertel Freising entstehen, in dem auch das Thema Verkehr und Mobilität ganz neu gedacht wird.
Mittel aus einem Förderprogramm des Bundes könnten dem Vorhaben weiteren Auftrieb geben. Gemeinsam haben sich Landkreis Freising, Stadt Freising und TU München unter der Federführung des Landkreises beworben. Die entsprechende Kooperationsvereinbarung zur Einreichung des Förderantrags haben Landrätin Susanne Hoyer und Oberbürgermeisterin Monika Schwind, sowie die TU München vorab, jetzt unterschrieben.
Mit dem Förderaufruf „Junge Generation Fahrrad – aktiv mobil“ unterstützt das Bundesministerium für Verkehr (BMV) die aktive Mobilität junger Menschen im Rad- und Fußverkehr. Das Ministerium fördert bis zu 30 besonders vielversprechende Modellprojekte deutschlandweit, die sichere und selbstständige Mobilität für Kinder und junge Menschen bis 25 Jahre ermöglichen. „Nur mit einer sicheren und gut ausgebauten Radverkehrsinfrastruktur können Kinder im frühen Alter unbeschwert Fahrrad fahren lernen“, sagt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.
In der Wippenhauser Straße in Freising geht es freilich nicht nur um die Radler. Die vier dort ansässigen Schulen sollen zu einem gemeinsamen Lernviertel zusammenwachsen – einem identitätsstarken Ort, an dem Lernen, sichere Mobilität und öffentlicher Raum künftig auf neue Art und Weise ganz selbstverständlich zusammenspielen. Für die Schulfamilien, das Quartier und die Stadt. Mit den Mitteln aus der Bundesförderung werden neue Perspektiven ermöglicht, um den Straßenraum an der Wippenhauser Straße für Fahrradfahrer und Fußgänger sicherer und attraktiver zu gestalten und mutige, neue Wege zu gehen. „Die Förderung würde uns ermöglichen, im neuen Lernviertel innovative Ansätze für eine sichere, attraktive und zukunftsfähige Mobilität umzusetzen und insbesondere für Radfahrende und zu Fuß Gehende neue Qualitäten zu schaffen. Besonders freuen würden wir uns, das Lernviertel nun gemeinsam weiterzuentwickeln und damit auf eine neue Stufe zu heben“, sagt Landrätin Susanne Hoyer.
Bis zu sechs Millionen Euro pro Projekt stellt das BMV in Aussicht, gefördert werden unter anderem Maßnahmen zur Reduzierung der Unfallgefahr, Querungshilfen, Verkehrsberuhigung oder zur Verknüpfung mit dem ÖPNV. Förderfähig sind aber auch attraktive zielgruppenspezifische Angebote für einen verbesserten Zugang zu Fahrrädern oder E-Bikes und die wissenschaftliche Begleitung. Hier kommt die Technische Universität München ins Spiel. Der Lehrstuhl für Siedlungsstruktur und Verkehrsplanung wird dem Landkreis und der Stadt beratend zur Seite stehen und das Projekt evaluieren.
Die größte Hürde für die Bewerbung für das Förderprogramm vom Bundesverkehrsministerium hat der Antrag bereits genommen. Die Bewerbung mit dem Lernviertel Freising von Landkreis Freising, Stadt Freising und TU München kam bereits sehr gut an und wurde von der Fachjury als förderwürdig eingestuft. Bis Mitte Oktober muss der Förderantrag beim Ministerium vorliegen, mit einer Entscheidung ist bis Ende des Jahres zu rechnen.