Pressestatement zum heutigen gemeinsamen Auftritt von Bundesumweltminister Carsten Schneider und EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall beim BMUKN-High Level Forum “Zukunft=Wasser“

5.10.2026 - | WWF Deutschland

Mehr Resilienz für Europas Wasserinfrastruktur: WWF fordert Rücken- statt Gegenwind aus Brüssel und Berlin.

Berlin, den 05.10.2026: Heute sprechen Bundesumweltminister Carsten Schneider und EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall beim High Level Forum “Zukunft=Wasser“. Beide wollen zuvor auch gemeinsam zur deutschen und europäischen Wasserpolitik vor die Presse treten. Dazu sagt Ska Keller, zuständig für Europa- und Biodiversitätspolitik beim WWF Deutschland:

„Der wirtschaftliche Wert von Europas Wasser und Süßwasserökosystemen wird auf über 11 Billionen Euro geschätzt. Allein der vergangene Hitzesommer hat in Europa massive volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Die zunehmende Wasserknappheit wird zum Standort- und Sicherheitsrisiko für die EU-Mitgliedstaaten. Wasser als Zukunftsthema zu setzen, ist richtig. Jedoch müssen sich Bundesregierung und EU-Kommission dann auch faktisch für Wasserschutz einsetzen.

In Berlin wird Naturschutz aktuell aufgeweicht und der Bundesregierung fällt bei Niedrigwasser nur ein, Flüsse vertiefen zu wollen. Damit wird das Wasser darin nicht mehr, es wird stärker gebündelt und somit die Umgebung noch mehr entwässert. Das Natürliche-Infrastruktur-Stärkungsgesetz und der Nationale Wiederherstellungsplan sowie das Vorhaben, eine Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung und Naturschutz ins Grundgesetz aufzunehmen, liegen dagegen auf Eis.

In Brüssel rüttelt die EU-Kommission aktuell an der Wasserrahmenrichtlinie, der Vogelschutzrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Das muss ein Ende haben. Die konsequente Umsetzung dieser drei Rahmenrichtlinien ist die Grundlage für die Renaturierung wichtiger Gewässer- und Auenlandschaften – und damit für mehr Resilienz in Europas Wassersystemen.

Der Hitze- und Trockenstress dieses Sommers zeigt, dass wir schnell umsteuern müssen. Es gilt, das Wasser wieder besser in der Landschaft und der Natur zu halten und unseren Landschaftswasserhaushalt resilienter gegen die Folgen der Klimakrise zu machen. Landschaftstypen wie Wald, Moore, Feuchtgrünland und Flussauen dienen als Wasserspeicher. Je naturnäher die Landschaft ist, desto mehr Speicherkapazität hat sie.“



https://www.wwf.de/2026/oktober/mehr-resilienz-fuer-europas-wasserinfrastruktur-wwf-fordert-ruecken-statt-gegenwind-aus-bruessel-und-berlin