ADAC Symposium: So kann Mobilität zum Erfolgsfaktor für den Tourismus werden

2.10.2026 - | ADAC e.V.

Spannende Vorträge und Diskussionen am 1. Oktober 2026 an der Messe Freiburg.

Wie kommen Menschen künftig zuverlässig und möglichst nachhaltig an ihr Urlaubsziel – und wie bleiben Baden-Württemberg und seine Tourismusregionen weiterhin attraktiv? Zu diesen und weiteren Fragen tauschten sich mehr als 80 Expertinnen und Experten aus Tourismus, Mobilität, Wissenschaft und Wirtschaft beim ADAC Symposium am 1. Oktober 2026 an der Messe Freiburg aus. Im Mittelpunkt stand ein Spannungsfeld, das immer wichtiger wird: steigende Mobilitäts- und Reisebedürfnisse mit Klimaschutz, leistungsfähiger Infrastruktur, Digitalisierung und den Erwartungen der Reisenden zusammenzubringen.

Julian Semet, Vorstandsmitglied für Tourismus des ADAC Südbaden begrüßte die Teilnehmenden und betonte in seiner Rede, dass das eigene Land für viele deutsche Urlauber seit Jahren unverändert hoch im Kurs stehe. „Veränderte Mobilitätsgewohnheiten und Bedürfnisse der Reisenden stellen Tourismusanbieter in vielen Bereichen jedoch vor Herausforderungen“, so der Tourismusexperte. Damit die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Destinationen erhalten bleibt, kommt es unter anderem auf eine leistungsfähige Infrastruktur für alle Verkehrsträger an, die das Reisen komfortabler und nachhaltiger gestaltet, ohne die Mobilität der Menschen einzuschränken.

Auf die Bedeutung des Tourismus für das Land Baden-Württemberg ging Staatssekretär Thomas Dörflinger vom Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg in seinem Grußwort ein: „Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Baden-Württemberg. Er erzielt jährlich fast 26 Milliarden Euro Bruttoumsatz. Davon profitieren nicht nur Hotels und Gastronomie, sondern auch Handel, Handwerk, Kultur, Freizeiteinrichtungen und unsere regionalen Erzeuger. Rund 374.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt am Tourismus – Arbeitsplätze, die im Land entstehen und nicht ins Ausland verlagert werden können.“

Weitere Denkanstöße gab es von Keynote-Speaker Stefan Gössling, Professor für nachhaltigen Tourismus und nachhaltige Mobilität an der School of Business and Economics der Linnaeus University in Kalmar, Schweden: „Die Dichte des Verkehrs in Deutschland wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen – durch mehr innerdeutsche Fahrten ebenso wie durch den wachsenden Transitverkehr aus dem Ausland. Gleichzeitig verteuert sich die Autonutzung zunehmend, etwa durch steigende Parkgebühren. Das Auto wird unbequemer und teurer, aber Bus und Bahn bieten keine zuverlässige Alternative. Die Autoaffinität bleibt bestehen, die Zufriedenheit mit der Anreise wird jedoch sinken. Umso wichtiger sind Destinationen, die Mobilität ganzheitlich denken und attraktive Alternativen schaffen.“

Auch die ADAC Tourismusstudie 2025 zeigt: Das Bedürfnis zu reisen ist weiterhin hoch. 58 Prozent der Deutschen unternehmen Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen Länge, zugleich musste ein Viertel mit einem geringeren Urlaubsbudget auskommen als im Vorjahr. „Reisen bleibt für die Deutschen ein Grundbedürfnis, das Budget wird enger, der Anspruch nicht", sagte Carsten Cossmann, Ressortleiter Tourismus beim ADAC e.V., in seinem Vortrag. Das Auto sei weiterhin das wichtigste Verkehrsmittel, entscheidend sei die Sicherheit einer unkomplizierten und planbaren An- und Abreise. Nachhaltigkeit wiederum bleibe bei der Reiseplanung nachgeordnet, obwohl eine intakte Natur am Urlaubsort hohe Relevanz habe.

In der anschließenden Podiumsdiskussion erörterten die Gäste mögliche Konzepte für einen nachhaltigen, digitalen und verbraucherfreundlichen Tourismus- und Freizeitverkehr in Baden-Württemberg.

Reinhold Malassa, Vorstandsmitglied für Verkehr, Technik und Umwelt beim ADAC Südbaden bedankte sich in seinem Schlusswort für den wertvollen fachlichen Austausch. Er bekräftigte das Engagement des Mobilitätsclubs in den eng verzahnten Bereichen Tourismus und Mobilität: „Tourismus geht nicht ohne Mobilität. Bei der Gestaltung der Mobilität von morgen und der Dekarbonisierung des Verkehrs müssen aus Sicht des ADAC auch die Anforderungen des Tourismus berücksichtigt werden.“

Eine bessere digitale Vernetzung und Pünktlichkeit von ÖPNV mit Bus, Bahn, Taxi und neuen Mobilitätsdiensten können die Nachhaltigkeit der Mobilität an touristischen Zielen verbessern. „Nach Überzeugung des ADAC ist es wichtig, Freizeitmobilität bezahlbar zu halten und damit dem Anstieg der Urlaubskosten entgegenzuwirken, damit möglichst alle Menschen ihr Reisebedürfnis erfüllen können“, führte Reinhold Malassa weiter aus. Dafür muss die Politik unter anderem über eine Kompensation des perspektivisch steigenden CO2-Preises entscheiden.

Zum ADAC Symposium:

Das ADAC Symposium ist die Veranstaltungsreihe des ADAC Südbaden zum Zukunftsthema Mobilität. Das Symposium richtet sich an Fachleute des Verkehrs und der Mobilität aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft und will dazu beitragen, Verkehr und Mobilität branchenübergreifend und interdisziplinär aus technologischer, infrastruktureller und sozialer Perspektive neu zu denken und zu behandeln.

Gäste des diesjährigen Symposiums:

Staatssekretär Thomas Dörflinger, Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg

Prof. Stefan Gössling, School of Business and Economics, Linnaeus University, Kalmar, Schweden

Carsten Cossmann, ADAC e.V.

Christine Schönhuber, Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg

Katharina Schirmbeck, Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH

Tobias Harms, Südwestdeutsche Landesverkehrs AG

Christoph Kunz, Schwarzwald Tourismus GmbH

https://presse.adac.de/regionalclubs/suedbaden/adc-symposium---so-kann-mobilitaet-zum-erfolgsfaktor-fuer-den-tourismus-werden.html