Mit der neuen Arbeitsstelle „Benelux-Studien“ bündelt die Universität Paderborn künftig Forschung, Lehre und Wissenstransfer zum Benelux-Raum (Belgien, Niederlande und Luxemburg). Gemeinsam mit Vertreter*innen der Benelux-Union haben die Verantwortlichen der Fakultät für Kulturwissenschaften am Dienstag, 22. September, die Eröffnung gefeiert. Ausführliche Informationen zu den Aufgaben, Handlungsfeldern und Maßnahmen finden Interessierte auf der Webseite der Arbeitsstelle.
„Trotz enger historischer, wirtschaftlicher und kultureller Verflechtungen findet der Benelux-Verbund in Deutschland bislang vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit als eigenständiger Kulturraum. Die neue Arbeitsstelle setzt hier an. Sie erforscht im engen Austausch mit Wissenschaftler*innen aus Belgien, Luxemburg und den Niederlanden den Benelux-Raum und setzt sich für den Wissenstransfer der Forschung ein. Die Arbeitsstelle hat den Anspruch, Transformationsprozesse wie Kulturtransfer und -wandel, Grenzbildung und -überschreitungen, Regionsbildung und -abbau wissenschaftlich fundiert zu begleiten, gut verfügbares Material zu erarbeiten und die Ergebnisse für die (hoch)schulische Bildung und Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen“, freut sich Prof. Dr. Sabine Schmitz, Vorsitzende des Belgienzentrums (BELZ) der Universität Paderborn. Gemeinsam mit Prof. Dr. Johannes Süßmann vom Historischen Institut wird sie die Arbeitsstelle verantworten.
Die Arbeitsstelle knüpft an bestehende Strukturen an, insbesondere an die digitale Plattform BeneluxNet sowie an den interdisziplinären Master-Studiengang BeNeLux-Studien. Zukünftig sollen Studierende beispielsweise durch Praxisprojekte, digitale Ausbildungsformate, Praktikumsplätze und Forschungsarbeiten konkret unterstützt werden. Inhaltlich stehen die Themen Geschichte, Kultur sowie Politik und Wirtschaft im Mittelpunkt. Dazu kommen Fragen grenzüberschreitender Zusammenarbeit, Mehrsprachigkeit, Benelux-Identität und Kulturtransfer zwischen Nordrhein-Westfalen und den Benelux-Staaten.
Auch der Wissenstransfer spielt eine zentrale Rolle. So sollen beispielsweise Unterrichtsmaterialien, Infografiken und digitale Formate entstehen, die eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem Benelux-Raum und mit Prozessen des Kulturtransfers ermöglichen. Projekte wie „Benelux macht Schule“ bringen das Thema zudem in die Schulpraxis. Hierbei entwickelten Schüler*innen des Gymnasium Theodorianum Paderborn bereits in einem ersten Durchlauf analoge und digitale Themenkoffer zu verschiedenen Schwerpunkten wie Kulinarik, Reisen oder Alltag in den Benelux-Städten. Schulleiterin Nicole Michaelis hat das Projekt bei der Eröffnungsfeier vorgestellt.
„Mit der neuen Einrichtung schafft die Universität Paderborn ein wissenschaftliches Dialogforum für den Benelux-Raum. Sie macht damit einen europäischen Verflechtungsraum sichtbar, der für Forschung, Bildung, Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit hohe Relevanz besitzt“, so Universitätspräsident Prof. Dr. Matthias Bauer. Für den Festakt sind auch Ariadne Petridis, Generalsekretärin der Benelux-Union, und Dr. Stefan van Heeck, Verbindungsbeamter für Nordrhein-Westfalen (NRW) bei der Benelux-Union, nach Paderborn gekommen. NRW nimmt in diesem Kontext eine besondere Position ein, da das Land 2008 einen Vertrag über eine privilegierte Partnerschaft mit den Benelux-Staaten schloss. Es pflegt enge wirtschaftliche, politische und kulturelle Beziehungen zur Region. Außerdem war Dr. Loth Van der Auwermeulen von der Universität Hasselt, Sprecherin des Forschungsnetzwerks BeneluxRise, mit dem die Arbeitsstelle eng kooperiert, anwesend.