Eine 2,75 Meter große Skulptur aus Aluminiumguss schlägt vor dem „Photonic Quantum Systems Laboratory“ (PhoQS Lab) der Universität Paderborn ab sofort eine Brücke zwischen Kunst und Wissenschaft. „The Observers“ ist Teil des Programms „Kunst und Bau“ der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Bei ausgewählten Landesbauten werden damit Architektur und bildende Kunst verbunden, um Identität zu stiften und die Baukultur des Landes zu stärken. Den dafür ausgeschriebenen Wettbewerb gewann die Künstlerin Alona Rodeh.
„Unser Forschungsneubau erhält durch die künstlerische Installation einen lebendigen Blickfang. Sie animiert dazu, neue Perspektiven einzunehmen und den Campus als Raum der Inspiration zu erleben“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Matthias Bauer bei der Enthüllung des Kunstwerks im Außenbereich des PhoQS Labs. „Mit ‚The Observers‘ wird unser Anspruch, Baukultur ganzheitlich zu denken und Architektur, Funktionalität und Kunst zu einem stimmigen Gesamtkonzept zu verbinden, auf besondere Weise sichtbar“, sagt Gabriele Willems, Geschäftsführerin des BLB NRW.
„The Observers“ (Deutsch: „die Beobachter“) bildet die Form eines (pseudo-)menschlichen Oberkörpers nach. Das Besondere: Schaut man vom Campus in Richtung PhoQS Lab auf die Skulptur, bietet sich eine mutmaßlich männliche Rückenansicht, in umgekehrter Blickrichtung eine weibliche. Das Kunstwerk rückt so das Thema der Beobachtung in den Mittelpunkt. In Anlehnung an das Prinzip der Superposition, das die Überlagerung zweier physikalischer Zustände beschreibt, vereint „The Observers“ zwei unterschiedliche Blickrichtungen in sich. So übersetzt das Kunstwerk wissenschaftliche Konzepte wie Gleichzeitigkeit und Zustandsänderung durch Beobachtung in künstlerische Interpretation.
Zudem greift die freistehende Arbeit vor dem PhoQS Lab das Motiv der Welle auf – ein zentrales Element sowohl in der Physik als auch in der Kunst. Modellierte Rasenwellen schaffen eine visuelle Verbindung zum Laborgebäude und unterstreichen den Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft.
Für die künstlerische Gestaltung wurde ein „Kunst und Bau“-Wettbewerb ausgeschrieben. Im Februar wählte das Preisgericht, bestehend aus Vertreter*innen aus Kunst, Architektur und der Universität Paderborn, einstimmig den Entwurf „The Observers“ der in Berlin lebenden Künstlerin Alona Rodeh zur Realisierung aus. Ziel des Wettbewerbs war eine ortsspezifische künstlerische Gestaltung des Außenraums, die den Neubau mit dem Campus verbindet und den Dialog zwischen Architektur, Landschaft und Forschung sichtbar macht.
Mit einer Bruttogrundfläche von 7950 Quadratmetern umfasst das im Februar offiziell eröffnete PhoQS Lab der Universität Paderborn vier Vollgeschosse und ein Teilgeschoss für die technischen Anlagen. Eine Besonderheit ist die statische Trennung von Büro- und Labortrakt durch eine Gebäudetrennfuge, die schwingungsfreie Messungen im Laborbereich ermöglichen soll. Die empfindlichsten Anlagen und Messgeräte ruhen auf speziell entkoppelten Fundamenten, die direkt auf dem felsigen Untergrund liegen und Vibrationen minimieren. Ein rund 1000 Quadratmeter großer Reinraumbereich gewährleistet eine saubere Umgebung mit präziser Kontrolle von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Partikelfreiheit. Das PhoQS Lab wurde bereits in der Projekt- und Antragsphase vom Wissenschaftsrat, der Empfehlungen für die Forschungspolitik gibt, mit der Bestnote „herausragend“ bewertet. Auf dieser Grundlage erfolgte im Mai 2020 die Genehmigung durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK). In der GWK wirken die Wissenschafts- und Finanzministerien von Bund und Ländern mit dem Ziel zusammen, die Leistungsfähigkeit des Forschungsstandorts Deutschland zu fördern. Ihr Beschluss ist Ausweis der überregionalen Bedeutung des PhoQS Labs.