Sommer 2026 bestätigt den Erwärmungstrend – BUGA 2033 soll Impulse für ein klimaangepasstes Dresden setzen.
Deutschland erlebte mit der Hitzeperiode Ende Juni eine extreme Witterungsphase, deren Auswirkungen auch in Dresden deutlich spürbar waren. Damit rückt zugleich die Frage in den Mittelpunkt, wie Dresden mit steigenden Temperaturen, längeren Trockenphasen und Starkregenereignissen umgehen kann. Die Bundesgartenschau 2033 soll dafür zum Impulsgeber werden. Mit neuen und aufgewerteten Grünräumen, klimaaktiven Flächen, Entsiegelung und einem besseren Umgang mit Regenwasser sollen im Zusammenhang mit der BUGA Projekte entstehen, die einen langfristigen Beitrag zu einem klimaresilienteren und lebenswerteren Dresden leisten.
An elf aufeinanderfolgenden Tagen – vom 18. bis 28. Juni 2026 – erreichte oder überschritt der Tageshöchstwert an der Messstelle Dresden Neustadt die 30-Grad-Marke. An vier Tagen in Folge waren es sogar 35 Grad. Die Hitzewelle erreicht ihren Höhepunkt vom 26. bis 28. Juni. Noch nie wurden an der Station in Klotzsche drei extrem heiße Tage infolge, d. h. Tage, an denen der Höchstwert 35 Grad Celsius erreicht oder überschreitet – registriert. Der bisherige Tageshöchstwert der Lufttemperatur von 38,2 Grad Celsius vom 29. Juni 2022 wurde sowohl am 27. Juni 2026 mit 38,6 als auch am 28. Juni 2026 mit 39,6 Grad Celsius übertroffen. In der Innenstadt stieg das Thermometer an mehreren Messorten auf 40 Grad Celsius.
In der dicht bebauten Dresdner Neustadt, wie wohl auch in anderen dicht bebauten Quartieren, wurden sechs Tropennächte (Nächte, in denen die Lufttemperatur nicht unter 20 Grad Celsius sinkt) in Folge gemessen. In der Nacht vom 27. zum 28. Juni fielen die Temperaturen in der Neustadt nicht unter 26,1 Grad Celsius, in Klotzsche nicht unter 25,5 Grad Celsius – die bisher wärmste Nacht in Dresden seit 1961.
In der Bilanz lag die Monatsmitteltemperatur mit 20,4 Grad Celsius um 3,1 Grad über dem Vergleichswert von 1991 bis 2020 und um 4,1 Grad über dem Mittel der Klimareferenzperiode 1961 bis 1990. Es war der nach 2019 zweitwärmste Juni seit 1961.
Hitze stellt für den Körper eine starke Belastung dar – insbesondere für vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere und Kinder. So stieg die Anzahl der Rettungsdiensteinsätze infolge der hohen Temperaturen am Wochenende vom 26. bis 28. Juni deutlich an. Drei Todesfälle, die direkt auf die Hitze zurückzuführen sind, wurden in Dresden nachweislich dokumentiert.
Die hohen Tages- und Nachttemperaturen verdeutlichen die Bedeutung von Grün- und Freiräumen für eine klimaangepasste Stadt. Bäume, Vegetationsflächen und unversiegelte Böden können zur Verschattung und Abkühlung beitragen. Genau hier kann die BUGA einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Stadtentwicklung leisten.
Im weiteren Verlauf des Sommers zeigte sich die Witterung im Dresdner Raum weniger außergewöhnlich als in anderen Teilen Westeuropas. So waren die Temperaturen im Juli eher durchschnittlich: Mit 19,8 Grad Celsius lag das Monatsmittel 0,4 Grad über dem Vergleichswert von 1991 bis 2020. Die Anzahl der Sommertage überschritt geringfügig den Mittelwert von 1991 bis 2020, die Anzahl an heißen Tagen unterschritt diesen etwas. Der eher wechselhafte August überstieg mit 20,3 Grad Celsius um 1,2 Grad den Referenzwert von 1991 bis 2020. Es wurden sowohl vier Sommertage als auch vier heiße Tage mehr gegenüber dem Durchschnitt erfasst.
Während der Juni noch ein Niederschlagsdefizit von 21 Prozent und der Juli von 13 Prozent aufwies, entsprach die Regenmenge im August dem Durchschnitt des Zeitraums von 1991 bis 2020. Hier sorgten vor allem die Regengüsse am 17. und 19. August infolge kräftiger Gewitter für den Niederschlag. Insgesamt ergab sich über den Sommer ein Niederschlagsdefizit von 24 Millimeter, das heißt zehn Prozent, zur durchschnittlichen Menge von 1991 bis 2020. Die Augustniederschläge sorgten dafür, dass sich die oberen Bodenschichten wieder mit Wasser anreichern konnten. Die Grundwasserstände zeigen jedoch weiter sehr niedrige Werte. Bis sich die Grundwasserspeicher auffüllen, bedarf es langanhaltender ausgiebiger Niederschläge.
Damit zeigt sich eine weitere Herausforderung für die Stadtentwicklung: Regenwasser muss dort, wo es fällt, möglichst lange zurückgehalten werden, statt schnell über versiegelte Flächen abzufließen. In den Planungen zur BUGA 2033 sollen deshalb auch Prinzipien der Schwammstadt eine wichtige Rolle spielen. Vorgesehen sind unter anderem Entsiegelungsmaßnahmen, die Schaffung von Retentionsflächen und dezentrales Regenwassermanagement.
Der Sommer 2026 zeigte offensichtlich, wie sich die klimatischen Rahmenbedingungen verändern. Während das erste Halbjahr 2026 in Dresden vor allem von Trockenheit geprägt war – nur 209 statt 280 Millimeter Niederschlag von Januar bis Juni – musste Dresden im Juni extreme Hitze ertragen. Die erfassten Temperaturen fügen sich unmittelbar in den Klimatrend. Mit einer Durchschnittstemperatur von 20,2 Grad Celsius war der Sommer 2026 in Dresden 1,6 Grad wärmer als die aktuelle Vergleichsperiode von 1991 bis 2020 und 2,8 Grad wärmer gegenüber der Klimareferenzperiode (1961 bis 1990). Es war der sechstwärmste Sommer seit 1961. In den Trend reiht sich auch die hohe Sonnenscheindauer. Über die drei Sommermonate summierten sich 777 Sonnenstunden. Auch das ist der sechsthöchste Wert seit 1961. Im Vergleich zum aktuellen Bezugszeitraum 1991 bis 2020 schien die Sonne 99 Stunden mehr, ein Plus von 14,6 Prozent.
Die Entwicklungen zeigen, dass die Anpassung an Hitze, Trockenheit und Starkregen für Dresden zunehmend an Bedeutung gewinnt. Neben kurzfristigem Hitzeschutz geht es deshalb darum, Stadtquartiere, Grünflächen und öffentliche Räume langfristig widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu gestalten.
Diese Ziele spiegeln sich auch in den Planungen für die BUGA 2033 wider: Im Südpark soll die Parklandschaft weiterentwickelt und als wichtiger Grünraum gestärkt werden. Die Galopprennbahn soll behutsam weiterentwickelt und besser in ihr Umfeld eingebunden werden. Rund um die Kiesseen Leuben soll ein neuer öffentlicher Erholungsraum entwickelt werden und zusammen mit der Badestelle für Abkühlung sorgen.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert„Welche Bedeutung eine klimaangepasste Stadtentwicklung hat, konnte jeder spüren, der diesen Sommer in Dresden erlebt hat. Mit der BUGA 2033 haben wir das Momentum, um bereits bestehende Ziele und Strategien schneller in konkrete Maßnahmen zu übersetzen. Wenn lange Hitzeperioden zur Normalität werden, brauchen wir mehr kühlende Grünzüge. Und wenn lange Trockenperioden nur von Starkregen unterbrochen werden, müssen Schwammstadt-Elemente Regenwasser vor Ort aufnehmen und speichern. Die Notwendigkeit der BUGA steht außer Frage.“
Die mit der BUGA angestoßenen Projekte sollen damit weit über das Ausstellungsjahr 2033 hinauswirken und dauerhaft zu einer klimaangepassten und lebenswerten Stadt beitragen.