Zuckersteuer auf Zero-Getränke? – Bayerns Ernährungsministerin Kaniber kritisiert neue Pläne des Bundesfinanzministers

26.8.2026 - | Bayerische Staatsregierung

(25.08.2026) München – Die neuen Pläne des Bundes für eine Zuckergetränkesteuer stoßen bei Bayerns Ernährungsministerin Michaela Kaniber auf deutliche Kritik. Nach den derzeit diskutierten Eckpunkten sollen nicht nur klassische zuckerhaltige Erfrischungsgetränke von der neuen Steuer erfasst werden. Auch Fruchtnektare, Milchmischgetränke, Pflanzendrinks sowie Getränke mit Süßungsmitteln könnten steuerpflichtig werden. Die Steuer soll dabei neben einer gesundheitlichen Lenkungswirkung ausdrücklich auch zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt generieren.

„Die jetzt bekannt gewordenen Pläne bestätigen meine Skepsis gegenüber einer Zuckersteuer. Zu viel Zucker ist ungesund – aber eine neue Steuer löst dieses Problem nicht. Und wenn künftig selbst Fruchtschorlen, Milchmischgetränke oder zuckerfreie Getränke mit Süßungsmitteln besteuert werden sollen, schießt der Vorschlag endgültig über das Ziel hinaus. Eine Zuckersteuer auf Getränke ohne Zucker muss man den Menschen erst einmal erklären. Besonders kritisch sehe ich, dass es dabei ausdrücklich auch um zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt geht. Gesundheitspolitik darf nicht zum Vorwand für eine neue, möglichst breit angelegte Verbrauchsteuer werden. Am Ende zahlen die Verbraucherinnen und Verbraucher die Zeche. Unser bayerischer Weg bleibt deshalb ein anderer: Wir setzen auf Ernährungsbildung, Bewegung, Eigenverantwortung und freiwillige Zuckerreduktion gemeinsam mit der Wirtschaft. Wir wollen die Menschen für eine ausgewogene Ernährung gewinnen – statt ihren Einkauf einfach teurer zu machen“, so Kaniber.

Bayern setzt bei der Förderung einer ausgewogenen Ernährung seit Jahren auf Ernährungsbildung und Prävention. Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher dabei zu unterstützen, bewusste Ernährungsentscheidungen zu treffen und eine ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung dauerhaft im Alltag zu verankern. Dass Veränderungen auch ohne Steuern möglich sind, zeigte die 2024 von Ernährungsministerin Kaniber vorgestellte Bayerische Ernährungsstudie: Im Vergleich zur letzten Erhebung vor 20 Jahren tranken die Bayern 30 Prozent weniger Erfrischungsgetränke.


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