Warum das vor allem Patientinnen und Patienten betrifft.
Der internationale Wettbewerb um klinische Forschung hat sich deutlich verschärft. Während die Zahl klinischer Studien weltweit wächst und Asien deutlich an Bedeutung gewinnt, verlieren europäische Länder insgesamt Marktanteile. Innerhalb Europas zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild: Länder wie Spanien und Dänemark konnten ihre Position ausbauen. Die Schweiz hingegen liegt heute auf dem Niveau von 2014 und befindet sich seit dem pandemiebedingten Höchststand 2020 und 2021 wieder im Abwärtstrend.
Mehr als eine Frage des Forschungsstandorts
Diese Entwicklung betrifft nicht nur die Attraktivität des Forschungsstandorts. Immer mehr klinische Studien werden ohne Patientinnen und Patienten aus der Schweiz durchgeführt. Gleichzeitig ist immer weniger Schweizer Gesundheitspersonal an der klinischen Entwicklung neuer Medikamente beteiligt. Damit gehen Chancen verloren, frühzeitig an medizinischen Innovationen mitzuwirken und wertvolles Wissen direkt in die Gesundheitsversorgung einfliessen zu lassen.
Klinische Forschung bringt Innovation in die Versorgung
Klinische Studien ermöglichen Patientinnen und Patienten häufig einen frühzeitigen Zugang zu innovativen Therapien. Gleichzeitig stärken sie das medizinische Know-how in den Spitälern. Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachpersonen sammeln Erfahrungen mit neuen Behandlungsmethoden und tragen dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die Versorgung zu überführen. Davon profitieren letztlich alle Patientinnen und Patienten.
Der Rückgang klinischer Forschung hat deshalb Folgen, die über einzelne Studien hinausgehen. Wenn weniger Forschung in der Schweiz stattfindet, sinken auch die Möglichkeiten für Patientinnen und Patienten, an klinischen Studien teilzunehmen. Gleichzeitig droht wichtiges medizinisches Wissen verloren zu gehen, das für eine innovative und qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung entscheidend ist.
Die Schweiz muss ihre Stärken gezielt weiterentwickeln
Die Schweiz verfügt über starke Voraussetzungen für klinische Forschung: hochqualifizierte Fachkräfte, leistungsfähige Spitäler und einen international bedeutenden Life-Sciences-Standort. Doch diese Stärken sind im zunehmenden internationalen Wettbewerb kein Selbstläufer.
Damit die Schweiz auch künftig zu den führenden Standorten für klinische Forschung gehört, müssen die Rahmenbedingungen attraktiv bleiben und gezielt weiterentwickelt werden. Denn ein starker Forschungsstandort ist kein Selbstzweck. Er trägt dazu bei, dass medizinischer Fortschritt möglichst rasch bei den Patientinnen und Patienten ankommt.
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