„Strukturen modernisieren, Stärken entfalten, Potentiale heben“: Zukunftsweisende Organisationreform für Bayerns Museen

15.7.2026 - Helena Barsig | Bayerische Staatsregierung

Bayerns Kunstminister Markus Blume stellt die Empfehlungen der Reformkommission vor – Einrichtung des autarken Verbunds „Bayerische Staatsmuseen“ – Blume: „Aus 18 Einzelkämpfern wird mit dem Verbund der ‚Bayerischen Staatsmuseen‘ ein starkes Team“.

MÜNCHEN. „Mehr Freiheiten, mehr Schlagkraft für unsere staatlichen Kunstmuseen! Aus 18 Einzelkämpfern wird ein starkes Team. Mit den ‚Bayerischen Staatsmuseen‘ bündeln wir Kräfte in einem Verbund. Unsere Museen zählen zur Weltspitze – jetzt erhalten sie eine zeitgemäße Struktur, die ihrem Rang gerecht wird. Der neue Verbund sorgt für eine gemeinsame strategische Ausrichtung, größere Autonomie und wirtschaftliche Handlungsfähigkeit,“ erklärte Kunstminister Markus Blume mit der Leitung der Reformkommission, Dr. Markus Michalke und Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher, heute im Wissenschafts- und Kunstausschuss des Bayerischen Landtags. „Strukturen modernisieren, Stärken entfalten, Potenziale heben: Das ist der Anspruch unserer Museumsoffensive. Die Reformkommission hat dafür mit ihrem Weißbuch einen überzeugenden Fahrplan vorgelegt. Unsere staatlichen Museen sind so unterschiedlich wie ihre Sammlungen – von den Pinakotheken bis zum Deutschen Theatermuseum. Gerade deshalb brauchen sie Strukturen, die zu ihren Aufgaben passen. Museen entfalten ihr volles Potenzial, wenn sie echte Freiheitsgrade erhalten: mit einer modernen Governance, einer eigenen Rechtspersönlichkeit und mehr Handlungsspielräumen in Personal- und Finanzfragen. Der Freistaat bleibt dabei selbstverständlich Eigentümer der Sammlungen und Liegenschaften und behält die Aufsicht. Gleichzeitig gewinnen die Museen die Flexibilität, schneller, innovativer und besucherorientierter zu handeln. Und klar ist auch: Die einzelnen Häuser bleiben mit ihrer Geschichte, ihren Sammlungen und ihrer unverwechselbaren Identität erhalten. Für die Umsetzung der ersten Schritte haben wir bereits mehr als zwei Millionen Euro eingeplant. Mein herzlicher Dank gilt Dr. Markus Michalke, Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher und allen Mitgliedern der Reformkommission. Mit großer Expertise, Weitblick und viel Engagement haben sie Empfehlungen erarbeitet, die den Weg für die Zukunft unserer Museumslandschaft weisen“, so Blume.

„Bayerische Staatsmuseen“: Autarker Verbund für mehr Agilität

Im Mai 2025 wurde die Reformkommission Museumsoffensive unter der Leitung von Dr. Markus Michalke und Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher eingesetzt. Vertreterinnen und Vertreter aus Museen, Wissenschaft, Kulturförderung und Politik erarbeiteten gemeinsam ein Weißbuch zur Zukunft der staatlichen Museen. Darin empfiehlt die Kommission eine grundlegende Neuordnung der Governance und Organisationsstruktur. Dr. Markus Michalke und Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher, Leitung der Reformkommission betonten: „Im Mittelpunkt steht eine einfache Überzeugung: Bayerns Museen haben das Potenzial, eine noch größere Wirkung zu entfalten, noch mehr Menschen zu erreichen und noch sichtbarer zu werden. Die vorgeschlagene Reform verbindet gemeinsame Stärke mit individueller Eigenverantwortung und schafft so die dafür notwendigen Voraussetzungen. Die Empfehlungen verstehen sich nicht als Verwaltungsreform, sondern als Zukunftsprojekt für die staatliche Museumslandschaft Bayerns.“

Kernempfehlung der Reformkommission ist die Gründung eines autarken Museumsverbunds unter dem Namen „Bayerische Staatsmuseen“. Als Organisationsform wird eine Anstalt des öffentlichen Rechts in Trägerschaft des Freistaats Bayern vorgeschlagen. Der Verbund soll von einem Vorstand geführt und durch einen staatlich dominierten Aufsichtsrat kontrolliert werden. Die bislang bestehenden Einrichtungen sollen dabei ihre jeweilige Identität, ihre Sammlungen und ihre fachlichen Profile bewahren, zugleich aber in künftig zehn Staatsmuseen organisatorisch gebündelt werden. Diese sind:

Ziele sind eine einheitliche Gesamtsteuerung, effizientere Verwaltungsstrukturen, größere Flexibilität sowie eine stärkere Eigenverantwortung der Museen. Gleichzeitig sollen staatliche Mittel wirksamer eingesetzt und zusätzliche eigene Einnahmepotenziale erschlossen werden. Der neue Museumsverbund „Bayerische Staatsmuseen“ soll zum 1. Januar 2029 an den Start gehen. Bislang übt das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst die Rechts- und Fachaufsicht über 18 staatliche Museen und Sammlungen als nachgeordnete Behörden aus und ist dadurch unmittelbar in zahlreiche operative Einzelprozesse eingebunden. Die große Leitungsspanne erschwert eine wirksame strategische Steuerung. Gleichzeitig begrenzen die kameralistische Haushaltsführung und die bestehende Stellenbewirtschaftung die Flexibilität der Museen insbesondere in der Finanz- und Personalplanung. Der empfohlene Museumsverbund soll deshalb nicht nur Verwaltungsstrukturen vereinfachen, sondern den Häusern auch deutlich größere Handlungsspielräume eröffnen. Vorgesehen sind unter anderem Globalbudgets, mehr Eigenverantwortung in der Personalsteuerung sowie moderne Führungs- und Steuerungsinstrumente wie Zielvereinbarungen, Controlling und strategische Planung. Gerade in Bereichen wie Bildung und Vermittlung sowie Marketing und Kommunikation, in denen die personellen Ressourcen bislang auf viele kleine Einheiten verteilt sind, sollen Kompetenzen künftig stärker gebündelt und Synergien genutzt werden.

Fünf Handlungsfelder für die inhaltliche Konzeption der Museen von morgen

Die Museumsoffensive setzt nicht nur auf neue Strukturen. Als weiterer elementarer Baustein der Museumsoffensive wurde unter Leitung von Anton Biebl als Change-Manager ein breit angelegter partizipativer Change-Prozesse initiiert. Ziel ist es, die staatlichen Museen nicht nur organisatorisch, sondern auch inhaltlich und kulturell für die Anforderungen eines modernen, national wie international wettbewerbsfähigen Museumsbetriebs weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der staatlichen Museen wurden in fünf Handlungsfeldern konkrete Empfehlungen für die Museumsarbeit der Zukunft entwickelt. Im Bereich „Profile schärfen“ entstanden erstmals einheitliche Profilkriterien, die nun im Rahmen einer Pilotphase erprobt werden und den einzelnen Häusern helfen sollen, ihre jeweilige Identität noch klarer herauszuarbeiten. „Neue Sichtbarkeit“ entwickelt die Grundlage für einen gemeinsamen Markenauftritt – von einer häuserübergreifenden visuellen Dachmarke und eines Claims bis hin zu neuen Konzepten für Öffentlichkeitsarbeit und die Ansprache bislang wenig erreichter Zielgruppen. Das Handlungsfeld „Kulturelle Teilhabe“ will die Museen noch stärker als Orte der gesellschaftlichen Teilhabe und der Demokratiebildung verankern und hat hierfür eine übergreifende Strategie entwickelt. Geplant ist weiterhin eine Fachkonferenz gemeinsam mit der Fachstelle am Museumspädagogischen Zentrum. Im Bereich „Digitale Transformation“ reichen die Empfehlungen von einer digitalen Rahmenstrategie über eine einheitliche Datenbankinfrastruktur bis hin zu einer weiteren Erhöhung der digitalen Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit sowie dem Ausbau der digitalen literacy an den Institutionen. Das Handlungsfeld „Miteinander“ setzt auf moderne Personalentwicklung, Teambuilding und Maßnahmen im Umgang mit psychosozialen Sicherheitsrisiken und kritischen Situationen am Arbeitsplatz.

Die Empfehlungen ergänzen die Organisationsreform um konkrete inhaltliche Impulse.

Weiterführende Informationen finden Sie im Weißbuch der Reformkommission zum Download unter:

https://www.stmwk.bayern.de/allgemein/meldung/3021/pressematerial-zum-download.html

 

Helena Barsig, Sprecherin, 089 2186 1829



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