Grillen, Rauchen, Auspuff­rohre – Funken können Feuer entfachen

15.7.2026 - Sophie Mecchia | Stiftung Warentest

Fällt länger kein Regen, kann der kleinste Funke schlimme Folgen haben. Offenes Feuer ist im Wald oft untersagt – teil­weise sogar ganz­jährig.

Was zur Wald­brandgefahr führt

Wie hoch das Risiko für Wald­brände ist, hat nichts mit hohen Außen­temperaturen zu tun, sondern mit fehlendem Nieder­schlag. „Bei 40 Grad im Regen­wald fängt es ja auch nicht an zu brennen“, sagt Peter Harbauer, studierter Forst­wirt­schaftler und Sprecher der Berliner Forsten. „Das hat mit der hohen Luft­feuchtig­keit zu tun, die dort herrscht.“ Im Umkehr­schluss heißt das: Je trockener Böden und Gehölze im Wald sind, desto leichter geraten sie in Brand. Der Deutsche Wetter­dienst berechnet aus diesen und weiteren Faktoren wie etwa dem Wald­typ einen fünf­stufigen Gefahren­index und informiert darüber auf seiner Webseite. Die Wald­brand­stufen orientieren sich daran. „Bei hoher Wald­brandgefahr können Wälder auch ganz gesperrt werden“, sagt Harbauer.

Offenes Feuer im Wald oft ganz­jährig verboten

Gänzlich unabhängig von einer Wald­brandgefahr können Rauchen und offenes Feuer im Wald entweder von vorn­herein verboten sein – oder es ist nur an ausgewiesenen Orten beziehungs­weise zu bestimmten Jahres­zeiten erlaubt. Was im Einzelnen gilt, hängt vom Bundes­land ab.

Beim Grillen Mindest­abstand zum Wald einhalten

Lagerfeuer, Grillen und Co sind auch in der Nähe von Wäldern verboten. „Es besteht die Gefahr eines Funken­flugs“, sagt Forst­wirt­schaftler Harbauer. Auch diese Regel kann ganz­jährig und unabhängig von einer Brandgefahr gelten. Je nach Bundes­land muss eine Entfernung von bis zu 100 Metern zum Wald einge­halten werden. Für Eigentümer von Grund­stücken in Wald­nähe gelten unter Umständen nied­rigere Mindest­abstände. Bei Wald­brandgefahr kann es aber auch ihnen verboten sein, Feuer zu machen. „Mitarbeiter der Forst­ämter sind im Revier unterwegs und kontrollieren, ob die Verbote beachtet werden“, sagt Harbauer. „Sie fahren also durch­aus Patrouille.“

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Gefahr durch Auspuff­rohre

Auch heiße Auspuff­rohre können einen Brand verursachen, wenn sie mit trockenem Unter­grund in Berührung kommen. Deshalb ist es in der Regel verboten, Wald­wege mit Kraft­fahr­zeugen zu befahren. Parken ist nur auf dafür vorgesehenen Flächen erlaubt.

Bei Verstößen drohen Bußgelder

Wer diese Regeln miss­achtet, begeht eine Ordnungs­widrigkeit und riskiert ein Bußgeld – unabhängig davon, ob es zu einem Brand kommt. Die Höhe hängt einer­seits vom Fehl­verhalten ab, anderer­seits vom jeweiligen Bundes­land. Die Bußgelder können in die Tausende gehen. In Berlin etwa werden fürs Rauchen im Wald 100 bis 300 Euro fällig – je nach Luft­feuchtig­keit. Liegt diese bei unter 28 Prozent, droht fürs Rauchen eine Straf­anzeige.

Auch Haft­strafen sind möglich

Wer einen Wald­brand verursacht, macht sich unter Umständen sogar strafbar. Fahr­lässige Brand­stiftung wird mit einer Frei­heits­strafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geld­strafe geahndet. „Auch Schaden­ersatz­forderungen sind möglich“, sagt Harbauer. Wie hoch diese sind, hängt unter anderem von der betroffenen Fläche, der Art der Bäume und deren Alter ab.

Wie sich Brände vermeiden lassen

„Bei uns in Deutsch­land gibt es keine natürlichen Wald­brand­ursachen“, sagt Harbauer. „Das heißt: Jedes Feuer, das im Wald entsteht, ist auf menschliches Fehl­verhalten zurück­zuführen.“ Insofern liegt es in der Hand jedes einzelnen, einen Wald­brand zu verhindern: indem er sich an die geltenden Verbote hält.


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