Die GENIALE in Bielefeld fragt: Wie geht’s uns?

10.7.2026 - | Universität Bielefeld

Was tut uns eigentlich gut – körperlich und mental? Auf wen hören wir da: die Hausärztin, „Dr. Google“ oder die Healthfluencer auf Social Media? Und wie kann uns die Wissenschaft im Alltag helfen, Fakten und Fiktionen beim Thema Gesundheit auseinanderzuhalten? Antworten liefert im kommenden Herbst die GENIALE 2026 in Bielefeld. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Unter dem Motto „Wie geht’s uns?“ dreht sich in der Wissenswerkstadt Bielefeld im Oktober und November alles um körperliche und mentale Gesundheit. 115 Angebote mit rund 500 Terminen stehen auf dem Programm – von Ausstellungen über Workshops bis zu Bühnenshows. 95 Prozent aller Angebote sind kostenlos, Vorwissen braucht niemand. Mehr als die Hälfte der Angebote stammt von der Universität Bielefeld und der Hochschule Bielefeld (HSBI). Viele Programmpunkte können spontan besucht werden, zu anderen ist eine Anmeldung nötig – möglich ab heute.

Von Hirnforschung über Klima-Auswirkungen bis Medienzeit für Jugendliche

Die Besuchenden können an Thementagen tiefer in einzelne Gesundheitsaspekte einsteigen. Wie wirken Klima, Umwelt und Gesundheit aufeinander ein (aktuelles Stichwort: Hitzewelle)? Darum geht’s am „SchLaDo – Umwelt und Gesundheit“ am 26. November. Das Kürzel „SchLaDo“ steht im GENIALE-Programm für „Schlauer Langer Donnerstag“ – wofür auch sonst? Diese Termine finden regelmäßig mit Angeboten für Erwachsene nach Feierabend statt. Am 22. Oktober dreht sich zum Beispiel alles ums Gehirn, wenn Besuchende etwa bei einem Spiel fühlen können, was die Mitspielenden denken. Dafür werden die Signale von EEG-Elektroden auf der Kopfhaut in vibrierende Impulse am Unterarm des Gegenübers übersetzt.

 

© Wissenswerkstadt/ Tim Fröhlich

 
Stellten das Programm vor (v.l.): Gesa Fischer (Co-Leitung Wissenswerkstadt), Prof. Dr. Michaela Vogt (Prorektorin für Internationales, Diversität und Gesellschaft an der Universität Bielefeld), Maria Munzert (Projektleiterin der GENIALE 2026) und Prof. Dr. Natalie Bartholomäus (Vizepräsidentin für Transfer und gesellschaftliche Wirkung an der Hochschule Bielefeld).

Ungewöhnliche Ideen, wie sich Wissen vermitteln lässt, und ein offener Blick für ein vielfältiges Thema – das prägt die GENIALE. Wieviel Medienzeit ist gesund für Kinder und Jugendliche („SchLaDo Seelische Gesundheit“ am 15. Oktober)? Wie lässt sich im Alter die eigene Fitness für Dinge wie das Autofahren erhalten („SchLaDo Alter(n)“ am 5. November)? Wer diktiert uns eigentlich, wie wir als Gesellschaft über Themen wie Menstruation sprechen („SchLaDo Frauen“ am 12. November)? Insgesamt stehen sechs lange Donnerstage im Programm, dazu fünf GENIALE-Tage ebenfalls zu speziellen Gesundheitsaspekten wie „Seltene Krankheiten“ und „Selbstfürsorge“.

„Es geht bei der GENIALE immer ums Mitmachen, Mitreden und Ausprobieren“, sagt Gesa Fischer, Co-Leiterin der Wissenswerkstadt. „Wir wollen zeigen, wie Wissenschaft hilft, Fakten von Meinungen zu unterscheiden. Ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit ganz viel Gelegenheit zum Ausprobieren und Nachfragen.“

Kostenlose Familien-Angebote von Kinder-Uni bis Teddybärenkrankenhaus

Für Familien finden an sieben Nachmittagen – meist samstags und vor allem in den Herbstferien – abwechslungsreiche Programme für kleine und große Neugierige statt. Dazu gehören das „Teddybärenkrankenhaus OWL“ (17.10.), Dribbeln und Sportwissenschaften mit der Arminia-Fußballschule (26.10.), ein Roboter-Familientag (29.10.) und gruselige Experimente an Halloween (31.10.). Die Universität Bielefeld und die Hochschule Bielefeld laden am 9. Oktober zum Campustag. Dann gibt es unter anderem Führungen durch echte Labore, bei denen Forschende ihre eigenen Arbeiten erklären. Und bei Vorlesungen der „Kinder-Uni“ sitzen mal die Kleinen im Hörsaal. Für Schulen und andere Bildungseinrichtungen gibt es während der GENIALE ein spezielles kostenloses Workshop-Programm.

Auf der Wissenswerkstadt-Bühne wird es prominent: Die Ärztin und Bestseller-Autorin Giulia Enders („Darm mit Charme“, „Organisch“) ist am 7. Oktober bei „Brainstorm – Wissenschaft trifft Improtheater“ zu Gast. „Die einzige wahre Fake-Show“ stellt das Publikum am 7. November vor die Herausforderung, Fakten und Fakes rund ums Thema Gesundheit auseinanderzuhalten. Am 13. November zeichnet GENIALE-Medienpartner WDR 5 sein „Philosophisches Radio“ in der Wissenswerkstadt auf – Moderator Jürgen Wiebicke philosophiert mit dem Publikum: Was heißt es eigentlich, wenn wir sagen „Es geht uns gut“? Am Tag darauf tritt TV-Mediziner Doc Esser („Doc Esser macht den Westen fit“ im WDR) mit seiner Band auf (14. November). Die kostenlosen Ausstellungen und Mitmach-Exponate können montags bis samstags (10 bis 18 Uhr) eigenständig erkundet werden.

 

© WDR

 
TV-Mediziner Doc Esser tritt am 14. November mit seiner Band auf.

Universität Bielefeld und Hochschule Bielefeld als Wissenschaftspartner

Das Rückgrat des Programms bilden Ideen aus der Universität Bielefeld und der Hochschule Bielefeld. Hinter rund 50 Angeboten stehen Forschende der Uni, bei rund 20 Angeboten sind es HSBI-Forschende. „Die GENIALE zeigt, wie lebendig Wissenschaft wird, wenn sie mitten in der Stadtgesellschaft stattfindet. Für uns als Universität Bielefeld ist es ein zentrales Anliegen, Forschung nicht nur zugänglich zu machen, sondern Menschen einzuladen, Fragen zu stellen, mitzudenken und eigene Perspektiven einzubringen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Vorbildung oder Herkunft“, sagt Professorin Dr. Michaela Vogt, Prorektorin für Internationales, Diversität und Gesellschaft an der Universität Bielefeld.

Professorin Dr. Natalie Bartholomäus, HSBI-Vizepräsidentin für Transfer und gesellschaftliche Wirkung, betont: „Als anwendungsorientierte Hochschule gibt uns die GENIALE die Möglichkeit, unsere Forschung zu Pflege- und Gesundheitswissenschaften direkt mit der Stadtgesellschaft zu teilen, Innovationen wie neue technische Unterstützungslösungen vorzustellen und zu diskutieren, was Gesundheit ist und was bei Krankheit wirklich hilft.“

Mehr als 30 Institutionen beteiligen sich – vom Evangelischen Klinikum Bethel über das Welthaus Bielefeld bis zur Fachhochschule Salzburg. „Das Interesse von Forschenden und Expert*innen an der GENIALE hat uns überwältigt. Es kamen unglaublich viele Ideen, wie sich das Thema Gesundheit für die Allgemeinbevölkerung spannend aufbereiten ließe“, berichtet Maria Munzert, Projektleiterin in der Wissenswerkstadt. Im Ergebnis ist die GENIALE 2026 mit 115 Angeboten etwa doppelt so groß wie die Ausgabe im Vorjahr. 2025 lockte das Thema Künstliche Intelligenz rund 40.000 Besuchende.

Anmeldungen zum Programm ab heute möglich

Etwa bei der Hälfte der Angebote sind die Plätze begrenzt und eine Anmeldung notwendig. Das geht ab jetzt unter www.geniale-bielefeld.de oder in der Tourist-Information in der Wissenswerkstadt (Montag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr). Dort gibt es auch das kostenlose 64-seitige Programmheft zum Mitnehmen.

GENIALE 2026

 

Wann? Oktober und November 2026
Wo? Wissenswerkstadt Bielefeld, Wilhelmstraße 3, 33602 Bielefeld (mit wenigen Ausnahmen)
Kostet? 95 Prozent der Angebote sind kostenlos. Eintritt zahlen müssen Besuchende nur für einzelne Shows und spezielle Workshops.
Täglich? Ausstellungen und Mitmach-Exponate können montags bis samstags (10 bis 18 Uhr) kostenlos besucht werden. Alle anderen Angebote finden zu festen Terminen statt.



Hintergrund: Der schlaue Herbst in Bielefeld
Die GENIALE findet jeden Herbst zu wechselndem Thema statt – nach der Premiere 2025 zu Künstlicher Intelligenz ist Gesundheit das zweite Jahresthema. Universität Bielefeld und Hochschule Bielefeld (HSBI) engagieren sich als Wissenschaftspartner. Unterstützt wird die GENIALE von einem Netzwerk namhafter Unternehmen und Institutionen aus Stadt und Region: Bertelsmann, Bethel, DMG Mori, Goldbeck, die Stadtwerke Bielefeld und die Volksbank in Ostwestfalen. WDR 5 begleitet die GENIALE 2026 als Medienpartner.

https://aktuell.uni-bielefeld.de/2026/07/10/die-geniale-in-bielefeld-fragt-wie-gehts-uns