Weltbevölkerungstag: Ernährungssicherheit beginnt auf unseren Feldern – Ministerin Kaniber: „Wer Hunger bekämpfen will, muss Landwirtschaft stärken“

10.7.2026 - | Bayerische Staatsregierung

(10. Juli 2026) München – Zum Weltbevölkerungstag am 11. Juli hat Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft für die Ernährungssicherheit, die Krisenresilienz Deutschlands und die Stabilität unserer Gesellschaften hervorgehoben. Angesichts einer weiterwachsenden Weltbevölkerung, zunehmender geopolitischer Spannungen und der Folgen des Klimawandels könne die Produktion von Lebensmitteln nicht länger als Selbstverständlichkeit betrachtet werden.

„Die Zahl der Menschen auf unserem Planeten wächst weiter. Gleichzeitig geraten in vielen Regionen die natürlichen Produktionsgrundlagen unter Druck. Dürren, Wasserknappheit und Extremwetter nehmen zu. Wer Hunger bekämpfen, Stabilität fördern und Fluchtursachen verringern will, muss deshalb Landwirtschaft stärken“, sagte Kaniber. Die Europäische Union müsse die Landwirtschaft zunehmend als systemrelevanten Stabilitätsfaktor behandeln.

Die Ministerin verwies darauf, dass Teile des globalen Südens, aber auch Regionen im Süden Europas bereits heute deutlich stärker unter Trockenheit und Wasserknappheit leiden als noch vor wenigen Jahrzehnten. Vor diesem Hintergrund komme den landwirtschaftlichen Gunstlagen Europas wie in Bayern eine besondere Bedeutung zu.

„Wir müssen die guten Produktionsbedingungen, die wir in Bayern, Deutschland und Mitteleuropa haben, verantwortungsvoll nutzen. Fruchtbare Böden, ausreichende Niederschläge und eine leistungsfähige Landwirtschaft sind keine Selbstverständlichkeit. Sie werden in einer sich verändernden Welt zu einem strategischen Standortvorteil. Wer glaubt, wir könnten unsere eigene Produktion immer weiter zurückfahren und fehlende Mengen dauerhaft importieren, verkennt die Realität“, so die Ministerin.

Die vergangenen Jahre hätten zudem gezeigt, wie verletzlich globale Lieferketten sein können. Pandemie, Krieg und geopolitische Konflikte hätten deutlich gemacht, dass Ernährungssicherheit und Krisenresilienz unmittelbar zusammenhängen.

Dabei gehe es nicht allein um die Menge der erzeugten Lebensmittel, sondern auch um Logistik, Verteilung und die Verlässlichkeit internationaler Märkte. „Hohe Versorgungsgrade dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Wenn große Akteure wie Russland oder China Getreidemengen zurückhalten und damit Preise, Verfügbarkeit und politische Abhängigkeiten beeinflussen, wird Ernährung schnell zum Machtinstrument. Deshalb brauchen wir eine starke eigene Erzeugung, funktionierende Lieferketten und verlässliche Handelspartner. Nur so bleiben wir und unsere Partner handlungsfähig und nicht erpressbar“, so Kaniber.

„Ein Land, das seine Bevölkerung auch in schwierigen Zeiten zuverlässig mit Lebensmitteln versorgen kann, ist widerstandsfähiger, handlungsfähiger und unabhängiger. Deshalb ist eine leistungsfähige heimische Landwirtschaft nicht nur eine wirtschaftliche Frage. Sie ist ein wichtiger Baustein unserer nationalen Krisenvorsorge und unserer strategischen Resilienz.“

Kaniber betonte zugleich die Bedeutung offener Märkte und verlässlicher Handelspartnerschaften. Gerade in einer zunehmend unsicheren Welt brauche Europa mehr Partner und mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit. „Freihandelsabkommen sind kein Widerspruch zu einer starken heimischen Landwirtschaft. Im Gegenteil: Sie schaffen Versorgungssicherheit, eröffnen Absatzmärkte und stärken die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit befreundeten Staaten. Aber dabei muss klar sein: Wer auf unseren Markt liefern will, muss die Standards einhalten, die wir auch von unseren eigenen Erzeugern verlangen. Das muss konsequent kontrolliert werden.“

Die Ministerin warnte davor, Ernährungspolitik allein aus der Perspektive wohlhabender Industriestaaten zu betrachten. Für viele Menschen weltweit gehe es nicht um Konsumtrends, sondern um die tägliche Versorgung mit Lebensmitteln.

Kaniber abschließend: „Der Weltbevölkerungstag erinnert uns daran, dass Ernährungssicherheit eine der großen Zukunftsfragen unserer Zeit ist. Bayern kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten – mit einer leistungsfähigen Landwirtschaft, mit Innovationen, mit offenen Märkten auf Augenhöhe und mit dem Vertrauen in die Menschen, die täglich hochwertige Lebensmittel erzeugen.“



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