Bundesumweltminister Carsten Schneider hat heute an den deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen in Hannover teilgenommen. Dabei hat er mit dem Außenminister Brasiliens Mauro Vieria die Absicht beider Länder erklärt, den bestehenden Klimadialog auszubauen. Darauf aufbauend wollen Brasilien und Deutschland künftig ihre Kooperation im Umweltschutz vertiefen. Dazu unterzeichneten Schneider und sein brasilianischer Amtskollege João Capobianco weitere Vereinbarungen zur Zusammenarbeit in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Bekämpfung von Umweltkriminalität.
Bundesumweltminister Carsten Schneider: "Brasilien und Deutschland sind starke Partner für den globalen Umwelt- und Klimaschutz. Angesichts der schwierigen Weltlage sind verlässliche Partnerschaften wichtiger denn je. Brasilien und Deutschland kooperieren seit Langem erfolgreich im Umwelt- und Klimaschutz. Diese Zusammenarbeit wollen wir künftig vertiefen, um gemeinsam mit Kreislaufwirtschaft Ressourcen zu sichern und illegalen Aktivitäten einen Riegel vorzuschieben."
Im Jahr 2023 haben die Regierungen Deutschlands und Brasiliens eine ressortübergreifende Partnerschaft für sozial-ökologische Transformation ins Leben gerufen. Unter deren Dach haben sich die Umweltministerien beider Länder für eine ambitionierte Umweltpolitik eingesetzt und ihre Kooperation beim Waldschutz, bei der Dekarbonisierung der Industrie, bei der Anpassung an den Klimawandel sowie die Zusammenarbeit in multilateralen Formaten wie den G20 oder der Weltklimakonferenz COP 30 vertieft. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit wird nun ausgebaut.
Mit der neuen Absichtserklärung zum hochrangigen bilateralen Klimadialog setzen Brasilien und Deutschland ihren erfolgreichen strategischen Austausch fort. Der bilaterale Austausch wird für weitere drei Jahre fortgesetzt und fokussiert sich auf die Klimaverhandlungen und konkrete Themen zur erfolgreichen Umsetzung von Klimaschutz, so zum Beispiel Industriedekarbonisierung und die Mobilisierung von Privatsektorfinanzierung. Begleitend zum politischen Dialog wird der klimawissenschaftliche "Track 1.5-Dialog" zwischen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft unter Vorsitz des Präsidenten des Umweltbundesamts (UBA) und des Leiters des brasilianischen Klimawandelforums (FBMC) fortgeführt.
Brasilien und Deutschland wollen außerdem in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Bekämpfung von Umweltkriminalität enger zusammenarbeiten. Dazu werden beide Länder zunächst dauerhafte Arbeitsstrukturen wie zum Beispiel Expertengruppen etablieren – mit dem Ziel sowohl Vertreterinnen und Vertreter der Regierungen als auch von Think Tanks, Universitäten, Unternehmen und der Zivilgesellschaft aktiv einzubeziehen.
Brasilien ist die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und wichtigster Handelspartner Deutschlands in der Region. Darüber hinaus ist Brasilien ein wichtiger Partner Deutschlands bei der Gestaltung zentraler multilateraler Prozesse. Brasilien zählt zu den artenreichsten Ländern der Erde und verfügt über Waldgebiete, die für das Weltklima von zentraler Bedeutung sind. Somit ist das Land eines der wichtigsten Partnerländer der bilateralen Zusammenarbeit des Bundesumweltministeriums.