Auf Einladung von LH Fellner und Kunst-Sammler Haselsteiner fand im Gironcoli Kristall im Wiener Strabag Haus ein Fest für Bruno Gironcoli statt – der Künstler wäre heute 90 Jahre alt geworden – Österreichs Kunst- und Kulturszene „verneigte sich“.
WIEN. Beim Fest für Bruno Gironcoli im Wiener GIRONCOLI-KRISTALL konnten LH Daniel Fellner und Kunst-Sammler Sebastian Haselsteiner gestern, Samstag, am Vorabend des heutigen 90. Geburtstages des Künstlers, der 2010 verstorben ist, neben der Witwe Christine Gironcoli-Melichar und Tochter Ina Marek mit Familie auch Brigitte Winkler-Komar, Leiterin der Kulturabteilung des Landes Kärnten, und weitere 350 Gäste aus Wirtschaft, Kunst und Kultur begrüßen. Seitens der Politik nahmen auch der Kärntner Landtagspräsident Andreas Scherwitzl und Bundesrat Manfred Mertel teil. Die Festrede hielt Kunsthistorikerin und Kuratorin Bettina M. Busse.
Hausherr Sebastian Haselsteiner bezog sich in seiner Begrüßung auf seine Kärntner Wurzeln, die er pflege. Mehrere Wochen im Jahr sei er sehr gerne in Kärnten. „Umso mehr freue ich mich, die Skulpturen und Papierarbeiten des Villacher Künstlers Bruno Gironcolis in Wien zu zeigen.“
Fellner betonte die tiefe Verbundenheit zwischen Kärnten und der Familie Haselsteiner. „Kunst und Kultur bauen Brücken, verbinden Menschen über alle Grenzen hinweg und stehen für kritische Auseinandersetzungen. Die Familie Haselsteiner steht nicht nur für eine bedeutende Kunstsammlung, sie stellt diese vor allem auch anderen Menschen zur Verfügung, sie ermöglicht es Künstlern sich zu präsentieren und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich daran zu erfreuen.“ Damit unterstreicht LH Fellner auch die Leidenschaft von Sebastian Haselsteiner für Kunst und Kultur, welche er auch zu vermitteln im Stande ist. „Kunst zu betrachten gibt auch mir jeden Tag Kraft und Energie“, ermunterte der Kärntner Landeshauptmann die anwesenden Personen, es ihm gleichzutun. „Wir alle sind Botschafterinnen und Botschaftern von Kunst und Kultur.“
Im Rahmen des Festes wurden drei neue interdisziplinäre Werke unter dem Sammeltitel 17 Minuten für Bruno Gironcoli uraufgeführt. Choreografin Andrea K. Schlehwein mit dem Netzwerk AKS und Komponist Bruno Strobl wollen ihre neuen Werke, die Musik und Tanz verbinden und als Reaktion auf die Skulpturen Gironcolis zu verstehen sind, als Dialog zwischen Raum, Klang und Bewegung sehen. Das Projekt wurde von der Kulturabteilung des Landes Kärnten und der Strabag ART initiiert.
Andrea K. Schlehwein ist Künstlerin, Choreographin, Regisseurin und freie Kuratorin für Bildende Kunst und multimediale Kunstprojekte. Ihr Rückzugsort oder Ausgangspunkt ist mittlerweile das ART SPACE Stift Millstatt. Schlehwein hat einen Großteil ihrer Kindheit und Jugend in Japan verbracht. Nach ihrem Abitur an der Deutschen Schule Tokio (DST) kam sie nach Europa und hat bei verschiedenen Institutionen, bei unterschiedlichen Lehrerinnen und Lehrern eine umfangreiche Ausbildung absolviert. Stationen ihrer Ausbildung waren die Universität zu Köln, Anzu Furukawa, Amanda Miller in Berlin oder und Graziela Padilla in Köln. Schauspiel lernte sie bei John Costopoulos in New York. Sie hat als Mitarbeiterin in der Kölner Ober und beim Westdeutschen Rundfunk Köln gearbeitet, bis sie ihren eigenen künstlerischen Weg beschritt.
Bruno Strobl, renommierter Klagenfurter Dirigent, akademischer Klarinettist und Komponist, Initiator und Leiter unterschiedlicher Festivals, ist Gründer des Ensembles NeuRaum. Strobl experimentiert mit Obertönen, Klangstrukturen und elektroakustischer Musik. Seine Musik wird national wie international aufgeführt, seine Kirchenoper „Hemma“ wurde im Rahmen des Carinthischen Sommers uraufgeführt. Strobl kann zahlreiche Auszeichnungen, beginnend mit dem Förderungspreis für Musik, bis hin zum Staatsstipendium für Komposition, dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich und den Großen Kulturpreis des Landes Kärnten sein Eigen nennen.
Das GIRONCOLI-KRISTALL, 2004 eröffnet, zeigt als dauerhafte Präsentation neun monumentale, meterhohe Polyesterskulpturen des in Villach geborenen und 2010 verstorbenen Ausnahmebildhauers Bruno Gironcoli. Mit rund 8.000 Werken von etwa 500 Künstler:innen zählt die STRABAG ART Collection zu den bedeutendsten privaten Sammlungen zeitgenössischer Malerei und Grafik in Österreich und Europa.