Eine Webseite, die sich als Schweizer AFS World ausgibt, lockt mit Zinsangeboten. Hinter der Seite stecken Abzocker. Wie Sie sich vor Betrug schützen.
Eine E-Mail mit einem verlockenden Angebot: Zinsen bis 4,25 Prozent für Festgeldkonten bei Santander Portugal oder Postbank Deutschland. Der Absender der Offerte: die Seite afs-world.com, in deren Impressum die AFS World Trustee Swiss SA mit Sitz in Genf steht. Wer Interesse zeigt, soll Ausweis und Adressnachweis per E-Mail einsenden. Da es sich „um ein limitiertes Kontingent handelt, empfehlen wir bei Interesse eine zeitnahe Rückmeldung“, heißt es in der E-Mail. Zeitdruck ist ein sicheres Indiz, das Anlegerinnen und Anleger hellhörig machen sollte. Denn das Angebot stammt von Betrügern, die den seriös wirkenden Namen der echten Schweizer Gesellschaft gekapert haben. Erste Hinweise darauf ergeben sich nach einer Whois–Abfrage: Die Domain afs-world.com wurde erst im Januar 2026 registriert – über einen litauischen Billig-Hoster, auf ein Jahr befristet. Die echte Schweizer AFS World hingegen existiert seit 2017.
Aufschlussreich ist der Quellcode der Webseite. Dort fanden wir den Befehl „noindex, nofollow“. Dieser weist Suchmaschinen an, die Seite nicht zu indexieren – für Google bleibt sie unsichtbar. Für ein Unternehmen, das Kunden sucht, ist das nicht plausibel. Die Webseite diente also nicht der Akquise, sondern als Kulisse für Opfer, die von den Betrügern zuvor geködert wurden – möglicherweise durch einen Klick auf eine Werbung oder eine Anmeldung bei einem dubiosen Vergleichsportal. Für Behörden soll die Seite verborgen bleiben. Unsere Anfrage blieb entsprechend unbeantwortet und die Seite wurde offline gestellt.
Zu denselben Abzockern gehört auch die Seite fischer-investings.com. Sie war bei unserer Recherche wenige Tage alt und noch inaktiv. Das Webdesign unterschied sich lediglich im Namen des Firmenlogos. Auch hier handelt es sich wohl um Identitätsbetrug, denn es existiert eine ähnlich klingende Fisher Investments Vermögensverwaltung. Wir setzen beide Seiten auf die Warnliste.
Wenn Sie folgende Regeln befolgen, vermeiden Sie die gravierendsten Risiken.
Die Warnliste Geldanlage listet alle Unternehmen, Geldanlageangebote und Dienstleistungen der vergangenen zwei Jahre auf, die die Stiftung Warentest negativ bewertet hat. Sie lässt sich kostenlos durchsuchen. Die Warnliste umfasst mehrere Rubriken und wird in der Regel mindestens einmal im Monat aktualisiert. Wenn zwei Jahre vergangen sind, werden Einträge gelöscht, wenn in der Zwischenzeit nicht erneut negativ berichtet wurde. Einträge, die älter als zwei Jahre sind und ohne Folgeberichterstattung blieben, sind ab dann nicht mehr auf der aktuellen Warnliste zu finden.