Mehr Raum für Ebbe und Flut heißt mehr Schutz vor Folgen des Klimawandels

28.8.2026 - | Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz

Zweite Phase des Naturschutzgroßprojekts „Krautsand“ startet an der Unterelbe.

An der Unterelbe wird das natürliche Wassermanagement in den kommenden Jahren ausgebaut, Nebengewässer und natürliche Wasserlandschaften sollen wiederbelebt und damit ein maßgeblicher Beitrag zum Hitze- und Hochwasserschutz geleistet werden. Bundesumweltminister Carsten Schneider hat dafür heute in Wischhafen an der Unterelbe einen Förderscheck übergeben: für die zweite Phase des Naturschutzgroßprojekts (NGP) "Krautsand". Gemeinsam mit dem niedersächsischen Landesumweltminister Christian Meyer besuchte er den von Ebbe und Flut geprägten Mündungsbereich der Elbe. Die Bundesregierung fördert das Vorhaben im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) mit rund 12 Millionen Euro. Der Unterlauf der Elbe ist ein einzigartiger natürlicher Lebensraum und die größte von Gezeiten geprägten Flussmündung Deutschlands.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: "Der Unterlauf der Elbe ist die größte von den Gezeiten geprägte Flussmündung in Deutschland und eine der größten in Europa. In den letzten Jahrzehnten ist diese Flussmündung vom Menschen stark verändert worden. Durch Deiche sind viele Überflutungsflächen verlorengegangen. Nebenarme der Elbe wurden abgetrennt und die Fahrrinne für die Schifffahrt vertieft. Wenn wir der Natur jetzt wieder mehr Raum geben, hat das viele positive Effekte. Seltene Tier- und Pflanzenarten gewinnen mehr Lebensraum, wiedervernässte und naturnahe Feuchtgebiete binden Kohlenstoff und speichern Wasser. Damit erhöhen wir die Widerstandsfähigkeit unser Naturräume gegenüber Dürre, Hitze und Hochwasser. Das ist genau der richtige Ansatz, den wir angesichts des diesjährigen Hitzesommers auch in anderen Regionen brauchen: das Wasser wieder in der Landschaft halten und damit die Vorsorge vor extremen Folgen des Klimawandels verbessern."

Das rund 2.825 Hektar große Fördergebiet liegt im Elbeästuar, dem von Ebbe und Flut geprägten Mündungsbereich der Elbe, am Westufer der Unterelbe zwischen Wischhafen und dem Asseler Sand. Das Elbeästuar bildet den Übergang zwischen dem Flussökosystem der Elbe und dem Küstenökosystem des Wattenmeers. Ästuare sind von den Gezeiten geprägte Flussmündungsbereiche, in denen Fluss- und Meerwasser aufeinandertreffen. Dort entstehen vielfältige, an diese besonderen Bedingungen angepasste Lebensräume. Ziel des Projekts ist es, die für das Ästuar typischen Lebensräume zu erhalten, zu verbessern und auszuweiten. Kern der Maßnahmen ist die Wiederherstellung einer naturnahen Tidedynamik, sodass Ebbe und Flut Teile des Fördergebietes wieder stärker prägen können. Dazu gehören unter anderem die Wiederanbindung von Prielen und Nebengewässern, die Revitalisierung von Gewässern, die Entwicklung artenreicher Grünland-Wasserlandschaften sowie Pilotprojekte für ein naturnahes Wassermanagement. Damit wird auch ein wichtiger Beitrag zur Wiederherstellung der Natur nach der EU-Wiederherstellungsverordnung geleistet.

Die Bundesregierung stellt für die Umsetzungsphase des Naturschutzgroßprojekts Krautsand rund 12 Millionen Euro aus dem ANK zur Verfügung. Weitere Finanzmittel stellen das Land Niedersachsen mit rund 2 Millionen Euro sowie die Projektnehmer WWF und NABU-Stiftung Nationales Naturerbe in Höhe von rund 2 Millionen Euro bereit. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) betreut das Projekt fachlich und administrativ.


https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/mehr-raum-fuer-ebbe-und-flut-heisst-mehr-schutz-vor-folgen-des-klimawandels