Klaus Wallnöfer, Präsident des Landesverwaltungsgerichts, zu Gast beim Landes-Podcast.
Ob Baubescheid, Verkehrsstrafe oder Genehmigung eines Grundstückkaufs: Jedes Jahr fällen Tirols Behörden mehrere tausend Bescheide. Gegen einen Bescheid können Betroffene auch Beschwerde einlegen. Zuständig dafür ist dann das Landesverwaltungsgericht Tirol. Wie diese noch recht junge Institution funktioniert, warum die Fallzahlen seit Jahren steigen und wie er persönlich mit Kritik an der Justiz umgeht, erzählt der Präsident des Verwaltungsgerichts, Klaus Wallnöfer, in der neuen Folge des Landes-Podcasts „ins Land einihören“ im Gespräch mit Moderator Dénes Széchényi. Zu hören und auf YouTube zu sehen ist die Folge ab sofort auf www.tirol.gv.at/podcast , auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie auf dem YouTube-Kanal des Landes .
Der Weg der Entscheidung aus erster Hand
Was passiert eigentlich, wenn man mit einer behördlichen Entscheidung nicht einverstanden ist? Klaus Wallnöfer, der seit 2023 an der Spitze des Landesverwaltungsgerichts Tirol steht, gibt im Podcast Einblicke in die Arbeit des Gerichts und erklärt, wie sich die Verwaltungsgerichtsbarkeit in Österreich entwickelt hat. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Reform 2014, die mit der Einrichtung der Verwaltungsgerichtsbarkeit erster Instanz den Rechtsschutz für BürgerInnen grundlegend verändert hat. Ob Kontrolle von Bescheiden, Schutz vor behördlicher Untätigkeit oder Rechtsschutz gegen unmittelbare Befehls- und Zwangsmaßnahmen: Welche Aufgabenbereiche das Landesverwaltungsgericht heute übernimmt und wie Entscheidungen zustande kommen, erzählt Wallnöfer aus erster Hand.
Mehr Beschwerden, aber nicht mehr Streitlust
Die Zahl der Beschwerden beim Landesverwaltungsgericht ist seit 2019 um knapp 30 Prozent gestiegen. Wallnöfer sieht darin aber kein Zeichen für mehr Streitlust, sondern für ein gesünderes Verhältnis zum Staat: „Es ist das gute Recht aller, eine staatliche Entscheidung von einem unabhängigen Gericht prüfen zu lassen.“ Mit einer Beschwerdegebühr von 50 Euro sei das auch für alle leistbar. Angesprochen auf medial diskutierte Urteile findet Wallnöfer klare Worte: „Sachliche Kritik an Entscheidungen ist völlig legitim und Teil einer funktionierenden Demokratie. Persönliche Angriffe, Hass im Netz oder gar Morddrohungen gegen einzelne Richterinnen und Richter lehne ich hingegen entschieden ab.“
Über den Podcast „ins Land einihören“
Der Podcast „ins Land einihören“ ist im Audio-Format auf allen gängigen Podcast-Plattformen abrufbar und als Video auf der Website des Landes Tirol unter www.tirol.gv.at/podcast oder auf dem YouTube-Kanal des Landes zu sehen.
Die nächste Folge von „ins Land einihören“ erscheint am 25. September 2026. Im Gespräch mit Gertraud Zeindl, der neuen Vorständin des Tiroler Landesarchivs, geht es unter anderem darum, welche Schätze aus Tirols Geschichte im Landesarchiv verwahrt werden.