Der FC Bayern München managt seinen Klub auch in der zehnten Ausgabe des Bundesliga Management Index (BMI) am professionellsten. Doch die eigentliche Erkenntnis der neuen HHL-Studie liegt tiefer: Die Liga spaltet sich in drei Gruppen. Bei einigen Klubs stimmen Management und sportlicher Erfolg überein. Bei anderen übertrifft die Managementqualität den Tabellenplatz – oder umgekehrt. Das zeigt der BMI 2026 der HHL Leipzig Graduate School of Management. Die Studie lässt sich mit einer formlosen E-Mail an bmi2026@hhl.de anfordern.
Der BMI zeigt, wo Tabellenplatz und Managementqualität auseinanderfallen.
Stabilitätsanker: Bayern, Dortmund und Stuttgart
Bei drei Klubs stimmen Managementqualität und Tabellenplatz nahezu überein. Der FC Bayern München führt sowohl den BMI als auch die Tabelle an. Borussia Dortmund belegt in beiden Wertungen Rang zwei. Der VfB Stuttgart liegt im BMI auf Rang drei, in der Tabelle auf Rang vier.
„Die Bundesliga-Tabelle zeigt, welche Klubs sportlich erfolgreich sind. Der BMI zeigt, wer die Voraussetzungen geschaffen hat, es zu bleiben“, ordnet Studienleiter Prof. Dr. Henning Zülch, Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung und Kapitalmarktkommunikation an der HHL, ein.
Management eilt sportlichem Erfolg voraus: Frankfurt, Hamburg, Köln
Bei einer zweiten Gruppe von Klubs übertrifft die Managementqualität den sportlichen Erfolg. Eintracht Frankfurt managt seinen Klub auf Rang fünf, spielt aber nur auf Tabellenplatz acht. Der Hamburger SV und der 1. FC Köln zeigen mit je fünf Plätzen die größte Lücke der Liga: Der HSV managt seinen Klub auf Rang acht, spielt jedoch nur auf Tabellenplatz 13. Köln liegt im BMI auf Rang neun, in der Tabelle auf Rang 14.
„Starke Marken und treue Fans können auch bei sportlich durchwachsenen Saisons eine solide Managementbasis schaffen“, erklärt Zülch.
Tabellenplatz überstrahlt das Management: Hoffenheim, Berlin, Paderborn, Elversberg, Wolfsburg
Die dritte Gruppe zeigt das umgekehrte Bild: Der sportliche Erfolg überstrahlt Defizite in den Managementstrukturen. TSG 1899 Hoffenheim managt seinen Klub auf Rang zehn, steht sportlich aber auf Rang fünf. Der 1. FC Union Berlin liegt im BMI auf Rang 16, in der Tabelle jedoch auf Rang elf.
In der 2. Bundesliga zeigen SC Paderborn 07 (BMI-Rang sieben, Tabellenplatz drei) und vor allem SV 07 Elversberg (BMI-Rang acht, Tabellenplatz zwei) das gleiche Muster: Der Aufsteiger sichert sich mit sportlicher Klasse den Aufstieg, ohne über die Stadion-, Mitglieder- oder Führungsstrukturen der etablierten Klubs zu verfügen. Der VfL Wolfsburg steigt nach 29 Jahren erstmals wieder ab und fällt im BMI mit acht Rangplätzen so stark wie kein anderer Klub in der zehnjährigen Geschichte des Index.
„Unsere Langzeitdaten zeigen, dass Klubs, deren Tabellenplatz ihre Managementqualität deutlich übertrifft, in den Folgejahren ein erhöhtes Rückschlagrisiko tragen“, so Zülch. Wolfsburgs Abstieg sei ein aktuelles Beispiel.
Erstmals im Fokus: die 2. Bundesliga
Der FC Schalke 04 managt und spielt in der 2. Bundesliga am erfolgreichsten und schafft zugleich den Aufstieg. Bei keinem anderen Klub decken sich Management-Rang und Tabellenplatz so genau. Auf Rang 2 im BMI folgt der 1. FC Nürnberg vor dem VfL Bochum. Ein Trio aus Nürnberg, Bochum und dem Karlsruher SC liegt im BMI jeweils sechs Plätze über der eigenen sportlichen Platzierung.
Enger an der Spitze, dünner im Mittelfeld
Der Abstand zwischen dem besten und dem schwächsten Erstligisten schrumpft gegenüber dem Vorjahr. Im Mittelfeld sinkt die Managementqualität dagegen leicht, während die Spitze im Schnitt eher stagniert. Auch der Vorsprung der sechs besten Klubs wird kleiner.
Die vollständige Studie kann mit einer formlosen E-Mail an bmi2026@hhl.de angefordert werden.
Bundesliga Management Index (BMI)
Der BMI ist eine seit 2016 jährlich erhobene Studie des Lehrstuhls für Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung und Kapitalmarktkommunikation an der HHL. Sie misst anhand von 77 Kennzahlen in der 1. Bundesliga und 65 Kennzahlen in der 2. Bundesliga, wie professionell ein Fußballklub abseits des Spielfelds arbeitet. Die Bewertung stützt sich auf vier Bereiche: sportlicher Erfolg (40 Prozent Gewichtung), Finanzen (25 Prozent), Fanwohlmaximierung (17,5 Prozent) und Führung (17,5 Prozent). Auswahl und Gewichtung basieren auf wissenschaftlicher Literatur und Experteninterviews. 2026 entwickelt die HHL den bisherigen Football Management Quality-Score (FoMa Q-Score) zum BMI weiter. Themen wie finanzielle Stabilität, Vielfalt in Vereinsgremien und Nachhaltigkeit fließen jetzt stärker ein. Zudem berücksichtigt die Studie erstmals auch die 2. Bundesliga. Weitere Informationen