Außenminister Wadephul in der Ukraine: Die Ukraine kämpft für unser aller Sicherheit

22.8.2026 - | Auswärtiges Amt

Bei seiner Ankunft in Kyjiw erklärte Außenminister Wadephul heute (22. August 2026):

In den Tagen des 35. Unabhängigkeitstags der Ukraine ist es mir ein persönliches Anliegen, mir selbst ein Bild vor Ort zu machen und mit möglichst vielen Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen zu sprechen. Darüber, wie Deutschland als wichtigster Partner in Europa gezielt unterstützen kann. Im täglichen Kampf um den Frieden und in Vorbereitung auf den nächsten Winter. Denn neben wahllosem Mord an Zivilisten greift Russland gezielt die Energieinfrastruktur der Ukraine an, um die Lebensgrundlagen zu zerstören und damit den Durchhaltewillen der Menschen zu brechen.

Die Ferienwochen im Juli und August, für Menschen überall in Europa die schönste Zeit des Jahres, waren für die ukrainische Zivilbevölkerung die tödlichsten seit mehr als vier Jahren. Nie vorher feuerte Russland mehr Raketen auf sein Nachbarland ab. Jeden Tag werden Frauen, Männer und Kinder von Russland der Zukunft beraubt, auf die das ganze Land hofft und nach der das ganze Land strebt. Einer Zukunft in Frieden, einer Zukunft endlich ohne Angst um Freunde und Familie, ohne Angst vor dem, was die nächste Nacht bringt.

Die täglichen Bilder der Zerstörung dürfen niemanden kalt lassen und können gleichzeitig doch nicht die ganze Geschichte der betroffenen Menschen in der Ukraine erzählen. Denn trotz unfassbarer Umstände verlieren die Ukrainerinnen und Ukrainer das Ziel eines „Danach“ nie aus den Augen, machen auf beeindruckende Weise weiter, kämpfen für Sicherheit und Freiheit – in und auch für Europa. Junge Menschen besuchen Universitäten, lernen buchstäblich im Untergrund. Helferinnen und Helfer bauen immer wieder auf, mitten in der Zerstörung, mitten im Krieg.

Dass die Ukraine mit internationaler Unterstützung den längeren Atem hat und dass eine Fortführung des Krieges Russland nur weiter in den wirtschaftlichen Ruin führt, wird immer mehr Menschen in Russland klar. Die immer wirrere Propaganda und immer totalitärere Unterdrückung im Inneren ist auch ein Zeichen der Schwäche des Regimes. Der einzige Ausweg ist Frieden – dass Putin dies endlich akzeptiert und endlich aufhört, auch die Jugend seines eigenen Landes in den tausendfachen Tod zu schicken, ist das Ziel all unserer Maßnahmen.

Gleichzeitig lernen wir von der Ukraine. Es gibt kaum ein anderes Land, in dem derart viel Initiative und Innovation jeden Tag gelebt wird. Bei meinem Besuch wird es deshalb auch um unsere technische und wirtschaftliche Zusammenarbeit gehen, etwa bei der gemeinsamen Entwicklung von Drohnensystemen. Und darum, wie wir unsere neue strategische Partnerschaft auf allen Ebenen weiter vertiefen können.


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