Ausstellung zu jüdischen Sportstars am Heinz-Steyer-Stadion

13.8.2026 - | Stadt Dresden

Veranstaltung ist Teil von TACHELES. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026.

Der Eigenbetrieb Sportstätten und das Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden zeigen von Montag, 24. August, bis Sonntag, 20. September 2026, die Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ auf der Plaza des Heinz-Steyer-Stadions Dresden. In der großformatigen, skulpturalen Präsentation würdigt die Ausstellung des Zentrums Deutsche Sportgeschichte die großen Verdienste jüdischer Sportlerinnen und Sportler für die Entwicklung des modernen Sports in Deutschland und dokumentiert anhand ausgewählter Porträts deren Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus.

„Es war uns ein großes Anliegen, die jüdische Kultur im Sport sichtbar zu machen. Wir freuen uns, der Ausstellung den passenden Raum dafür geben zu können. Das Heinz-Steyer-Stadion ist ein Ort der Begegnung und des sportlichen Wettkampfs. Sport steht für Fairness, Respekt und Chancengleichheit. Im Sport ist kein Platz für Antisemitismus. Die Ausstellung erinnert an herausragende Sportlerinnen und Sportler, deren Karrieren und Leben durch Ausgrenzung und Verfolgung zerstört wurden. Gerade an einem Ort des Sports wollen wir Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, dass diese Geschichten nicht in Vergessenheit geraten.“

Gunnar Krisch, Leiter des Eigenbetriebs Sportstätten Dresden

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen 17 herausragende deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten, die als Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger und Rekordhalter zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit zählten. Mit überlebensgroßen Silhouetten wird an ihr Leben und ihre Erfolge erinnert. Als Juden wurden diese Frauen und Männer während der NS-Zeit aus ihren Sportvereinen ausgeschlossen, Titel wurden aberkannt. Dem deutschen Fußballpionier Walther Bensemann, Mitbegründer des Deutschen Fußball-Bundes, blieb wie vielen anderen nur die Flucht. Nicht wenige Sportler, wie der Fußballnationalspieler Julius Hirsch oder die zehnfache Deutsche Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch, wurden deportiert und ermordet. Ralph Klein entkam nur knapp der Deportation nach Auschwitz. Nach dem Krieg war er israelischer und später deutscher Basketball-Nationaltrainer.

Vorgestellt werden ebenfalls die Biografien der Fechtolympiasiegerin Helene Mayer, des Schachweltmeisters Emanuel Lasker, des Meisterboxers Erich Seelig, der Deutschen Tennismeisterin Nelly Neppach, der Deutschen Speerwurfmeisterin Martha Jacob, der Leichtathletin Gretel Bergmann, der Turnolympiasieger Alfred und Gustav Felix Flatow, der Europameister im Gewichtheben beziehungsweise im Ringen Julius und Hermann Baruch, des Eishockeyspielers Rudi Ball und des deutschen Fußballnationalspielers Gottfried Fuchs.

Die Ausstellung bietet mit der Schwimmerin Sarah Poewe aber auch einen Ausblick und stellt eine wichtige Verbindung zur Gegenwart her. Als erste jüdische Athletin nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gewann sie 2004 in Athen eine olympische Medaille für Deutschland.

Die Präsentation am Heinz-Steyer-Stadion wird um eine Ausstellungstafel erweitert, die den Blick auf die Dresdner jüdischen Sportvereine der 1920er und 1930er Jahre sowie auf die Leichtathletin Ruth Weinberg, die Handballerin Eva Weiss und auf Alfred Schwarz, den Mitbegründer des Dresdner Taubstummen Schwimmvereins, richtet.

„Das Thema jüdische Sportvereine in Dresden wurde als Teil der Stadtgeschichte bisher kaum erforscht. So ist wenig bekannt, dass im Jahr 1919 der jüdische Sportverein „Bar Kochba“ in Dresden gegründet wurde und 1928 einen eigenen Sportplatz im Ostragehege einweihen konnte. Die Wanderausstellung und das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen sind für uns Anlass, sich stärker mit der Geschichte jüdischer Sportvereine in Dresden zu beschäftigen und an die Menschen zu erinnern, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft diffamiert, verfolgt und entrechtet wurden.“

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch

Ausstellungseröffnung mit Impulsvortrag und Podiumsdiskussion

Die Ausstellung wird am Montag, 24. August 2026, um 18 Uhr im Veranstaltungsraum des Heinz-Steyer-Stadions eröffnet. Der Eintritt ist frei. Es sprechen Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und der Leiter des Eigenbetriebs Sportstätten Dresden Gunnar Krisch. Im Anschluss folgt ein Impulsvortrag zum Thema „Jüdische Sportvereine in Deutschland vor und nach 1933“ mit Sporthistoriker Dr. Berno Bahro von der Universität Potsdam. Den Abschluss bildet eine Gesprächsrunde zur Geschichte jüdischer Sportvereine in Dresden mit Gabriele Atanassow (Archiv Gedenkbuch in der Jüdischen Gemeinde zu Dresden), Dr. Berno Bahro (Universität Potsdam), Lars-Detlef Kluger (Stadtsportbund Dresden), Jens Genschmar (Dresdner Fußballmuseum) und Dr. Marco Iwanzeck (Stadtarchiv Dresden). Moderiert wird die Gesprächsrunde von Dr. Caroline Förster vom Dresdner Geschichtsverein. Die Veranstaltung wird von Gebärdensprachdolmetschenden begleitet.

Hintergrund:

Initiiert, konzipiert und finanziert wurde und wird die Ausstellung durch die DFB-Kulturstiftung, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Die aus Anlass der European Maccabi Games 2015 in Berlin erstmals gezeigte Ausstellung wurde zudem durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und die Deutsche Bahn Stiftung gefördert. Die Ausstellungsstation in Dresden wird mit Unterstützung der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, der SG Dynamo Dresden, des Stadtsportbundes Dresden und des Dresdner Gehörlosen Sportvereins 1920 realisiert. Die Ausstellung ist zweisprachig (deutsch/englisch) und über QR-Codes mit einer Online-Ausstellung verknüpft, auf der ergänzende Texte und Fotos ausführlich die jüdische Geschichte des deutschen Sports dokumentieren: www.juedische-sportstars.de


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