Energiewendetag

7.8.2026 - | Land Tirol

Tirol versorgt sich bereits 220 Tage mit erneuerbarer Energie aus eigener Kraft.

Tirol kommt seinem Ziel der Energieautonomie Schritt für Schritt näher. Rechnerisch kann sich Tirol bereits an 220 von 365 Tagen im Jahr vollständig mit heimischer erneuerbarer Energie versorgen. Damit liegt Tirol nicht nur deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von 157 Tagen, sondern auch weit vor dem EU-Durchschnitt von 92 Tagen.

Der Energiewendetag markiert jenen Kalendertag, bis zu dem Tirol nach EU-Systematik rechnerisch den jährlichen Gesamtenergiebedarf – also etwa Energie für Strom in Haushalten, Mobilität oder auch Produktion – ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen decken kann. Für Tirol fällt dieser Tag heuer auf den 8. August – so spät wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr fiel der Energiewendetag in Tirol auf den 31. Juli. Das Ziel bleibt klar: Bis 2050 soll Tirol an allen 365 Tagen des Jahres rechnerisch energieautonom sein.

„Der Tiroler Weg führt nicht über die Straße von Hormus, sondern über den Ausbau unserer heimischen Energieträger. Das stärkt unsere Versorgungssicherheit, macht uns unabhängiger von Energieimporten und schafft Wertschöpfung im eigenen Land“, betont Energiereferent LHStv Josef Geisler. 220 Tage Energie aus eigener Kraft würden zeigen, dass Tirol auf dem richtigen Weg ist. „Wenn es uns gelingt, uns jedes Jahr eine Woche länger selbst mit erneuerbarer Energie zu versorgen, erreichen wir die Energieautonomie 2050“, ist LHStv Geisler zuversichtlich. Tirol habe in den vergangenen Jahren konsequent in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert und gleichzeitig die Energieeffizienz verbessert. Bereits heute stammen mehr als 60 Prozent des Tiroler Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen. Damit zählt Tirol im europäischen Vergleich zu den Regionen mit einem besonders hohen Anteil erneuerbarer Energie.

Energiebedarf sinkt, erneuerbaren Energieerzeugung steigt

Bis zum Jahr 2050 will Tirol energieautonom sein und sich bilanziell selbst mit heimischer, erneuerbarer Energie versorgen. Um das zu schaffen, muss Energie gespart und die erneuerbare Energieproduktion massiv gesteigert werden. Erste Ergebnisse des Tiroler Energiemonitorings zeigen: Der Energiebedarf ist seit 2005 trotz Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums um sechs Prozent, gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent gesunken.

Aktuell gibt es in Tirol rund 35.600 PV-Anlagen. In der Wärmeversorgung werden Öl und Gas verstärkt durch Wärmepumpen sowie heimische Nah- und Fernwärme ersetzt. Mehr als jede zehnte Wohnung in Tirol wird bereits mit einer Wärmepumpe beheizt. 11.000 Gebäude oder 24.000 Wohneinheiten sind an Nah- und Fernwärmenetze angeschlossen.

Nächste Etappe auf dem Weg zur Energieautonomie

Bis zur vollständigen Energieautonomie sind weitere Anstrengungen notwendig: Neben dem weiteren Ausbau von Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse spielen vor allem Energieeffizienz, leistungsfähige Netze und ausreichend Speicherkapazitäten eine entscheidende Rolle. Denn erneuerbare Energie steht nicht immer genau dann zur Verfügung, wenn sie benötigt wird. Speicher ermöglichen es, Energie zeitlich zu verschieben, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und das Stromsystem flexibel und stabil zu halten.

Speicher gewinnen an Bedeutung

Gerade Tirol verfügt mit seinen Speicherkraftwerken über einen wichtigen Standortvorteil, der künftig durch weitere Speicherlösungen sinnvoll ergänzt werden kann. „Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, die volatile erneuerbare Erzeugung gut zu nutzen und mehr Energie aus den Sommermonaten in den Winter zu bringen. Dafür braucht es ein optimales Zusammenspiel von Erzeugung, Speichern und Netzen“, betont Rupert Ebenbichler, Geschäftsführer der Energieagentur Tirol.

Für LHStv Geisler ist klar: „Die Energiewende gelingt nur, wenn wir alle Potenziale verantwortungsvoll nutzen. Das bedeutet, erneuerbare Energie weiterhin konsequent auszubauen, Energie effizient einzusetzen und gleichzeitig Natur, Umwelt und Klima im Blick zu behalten. Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern darum, gute, nachhaltige Lösungen zu finden. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir gemeinsam viel erreichen können. Jetzt gilt es, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Jede zusätzliche Kilowattstunde aus heimischen erneuerbaren Quellen stärkt Tirols Unabhängigkeit, schützt das Klima und ist eine Investition in unsere Zukunft.


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