Brand (VLK) – Zur Einreichung des Lünerseewerks II zur Umweltverträglichkeitsprüfung betonte Landeshauptmann Markus Wallner heute (28. Juli) die Bedeutung des Projekts für die Energiezukunft Vorarlbergs und Österreichs. Gleichzeitig forderte er eine nationale Kraftwerksstrategie, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.
„Das Lünerseewerk II ist ein zentraler Beitrag zur Stabilität des europäischen Energiesystems“, erklärte der Landeshauptmann bei einem Lokalaugenschein am Lünersee. Hier entsteht das modernste und größte Pumpwasserkraftwerk Österreichs. Gleichzeitig fordert Wallner: „Wir müssen über Einzelprojekte hinausdenken. Österreich braucht dringend eine nationale Kraftwerksstrategie, die den Ausbau von Erzeugung, Netzen, Speichern und regelbaren Kapazitäten synchron plant und umsetzt. Nur so können wir Versorgungssicherheit, leistbare Energiepreise und Klimaschutz miteinander in Einklang bringen.“
Das Lünerseewerk II, das diese Woche zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht wird, ist eines der größten Energie- und Infrastrukturprojekte Vorarlbergs. Mit einer Leistung von 1.100 Megawatt im Turbinenbetrieb und einer Speicherkapazität von rund 240 Gigawattstunden wird das Pumpspeicherkraftwerk einen entscheidenden Beitrag zur Flexibilität und Stabilität eines Energiesystems leisten, das zunehmend von schwankender erneuerbarer Erzeugung geprägt ist. Das Projektvolumen beträgt rund 2,65 Mrd. Inbetriebnahme ist im Jahr 2026 geplant.
„Die Energielandschaft verändert sich grundlegend. Der Bedarf an nachhaltig erzeugter elektrischer Energie steigt rasant. Mit dem Ausbau von Windkraft und Photovoltaik wächst auch der Bedarf an großen Speichern, die Energie flexibel aufnehmen und bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit wieder zur Verfügung stellen können“, erläuterte Gerd Wegeler, Vorstandsmitglied der illwerke vkw. „Das Lünerseewerk II ist eine passgenaue Antwort auf diese Anforderungen und ein Vorzeigeprojekt für die Energiezukunft.“ Das Kraftwerk wird weitgehend unterirdisch errichtet und nutzt die bestehende Infrastruktur sowie die außergewöhnliche Fallhöhe von rund 1.300 Metern.
Landeshauptmann Wallner hob auch die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts hervor: „Ein Investitionsvorhaben dieser Größenordnung schafft über viele Jahre Wertschöpfung, Aufträge und Beschäftigung. Davon profitieren der Wirtschaftsstandort, regionale Unternehmen und die Bevölkerung.“
Abschließend unterstrich Wallner die Notwendigkeit einer faktenbasierten Abschätzung des künftigen Energieverbrauchs und einer praxistauglichen Strategie für Österreichs Stromsystem: „Die Energiepolitik braucht einen ehrlichen Kassensturz. Zielkonflikte zwischen Versorgungssicherheit, Leistbarkeit, Klimaschutz und Standortpolitik müssen offen benannt und politisch priorisiert werden. Projekte wie das Lünerseewerk II zeigen, was möglich ist, wenn Planung und Umsetzung synchron erfolgen.“