Von Smartwatch bis Rasierer: Die EU ließ in 13 europäischen Ländern Elektronikgeräte prüfen. Viele erfüllten nicht die EU-Anforderungen, der Verkauf wurde gestoppt.
Gesundheitsschädliche Chemikalien in Kabeln, Plastikteilen, Schrauben und an Lötstellen von elektrischen Geräten: Diese Shopping-Tour hatte es in sich. Bezahlt hat die EU, eingekauft haben die Marktüberwachungsbehörden 13 europäischer Länder – in Läden vor Ort und auf Webseiten.
In Deutschland, Portugal, Schweden und weiteren EU-Staaten shoppten sie insgesamt 173 Elektro- und Elektronikgeräte: zum Beispiel Lautsprecher, Smartwatches, Ventilatoren, Haartrockner, Rasierer, Waffeleisen, Toaster, Mixer und Gartenleuchten. Darunter viele Billigprodukte, der Durchschnittspreis lag bei 10 Euro.
Die EU-Kommission wollte wissen, ob die Geräte geltendem EU-Recht entsprechen und ließ testen, ob sie Schadstoffe enthalten und korrekt gekennzeichnet sind. 91 der 173 Produkte fielen durch.
Produktauswahl und Prüfung waren Teil der EU-Marktüberwachungskampagne 2025 und wurden von der Jacop-Initiative der Europäischen Union koordiniert (Joint Actions on Compliance of Products).
Knapp ein Viertel der geprüften Geräte war schlecht oder gar nicht gekennzeichnet. Die Angaben auf den Produkten sind aber wichtig, damit Verbraucher sich orientieren können. Hinzu kamen zahlreiche Schadstofffunde, bei denen zulässige Grenzwerte überschritten wurden:
Die betroffenen Produkte entsprechen nicht den Vorgaben der EU-Richtlinie RoHS, die das Verwenden bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten beschränkt.
Folge des Testeinkaufs: Die Marktüberwachungsbehörden informierten die Hersteller der 91 nicht konformen Produkte über die Mängel, viele Geräte wurden vom Markt genommen und ihr Verkauf verboten. Mehrere landeten auf der Plattform Safety Gate, dem EU-Schnellwarnsystem zu gefährlichen Produkten.
Verbraucherinnen und Verbraucher sollten auf Safety Gate vor dem Kauf eines Gerätes nachschauen, ob es als gefährlich eingestuft wurde. Die Marktüberwachungsbehörden raten außerdem dazu, “verdächtig günstige Produkte“ zu meiden und bei Online-Käufen darauf zu achten, dass der Verkäufer eine Adresse in der EU hat.
Tipp: Die Stiftung Warentest hat auch schon mehrfach Billig-Produkte geprüft und kam zu ähnlich problematischen Ergebnissen. Hier gehts zu unserem Test der chinesischen Verkaufsplattformen Temu und Shein sowie zum Test von Online-Marktplätzen.