Der Hochwasserschutz in Bayern läuft überall auf Hochtouren. So fand mittlerweile auch in mehr als 800 Kommunen ein Hochwasser-Check statt. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte heute dazu in München: „Der Klimawandel ist Fakt. Extreme Wetterereignisse wie Hitze und Unwetter werden durch den Klimawandel noch weiter zunehmen. Starkregen ist dabei eine besondere Herausforderung. Starkregen kann überall auftreten und den kleinsten Bach zum reißenden Fluss machen. Der Hochwasser-Check ist ein weiterer zentraler Baustein für einen noch besseren Hochwasserschutz vor Ort. Die Städte und Gemeinden sind besonders wichtige Akteure im Schutz vor Hochwasser. Durch gezielte Vorsorgemaßnahmen können sie dazu beitragen, Hochwasserschäden in der eigenen Gemeinde zu vermeiden. Die Menschen sollen sich wirksam schützen können. Ich freue mich, dass bisher mehr als 800 Kommunen beim Hochwasser-Check mitgemacht haben. Zusammen machen wir Bayern hochwasserfest. Ich appelliere an alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, den Hochwasser-Check zu machen. Hochwasserschutz hat oberste Priorität.“
Den Hochwasser-Check gibt es seit zwei Jahren. Er unterstützt die Kommunen im Umgang mit Hochwassergefahren durch praxisnahe Beratung. Kernelement ist ein ausführliches Beratungsgespräch zwischen Wasserwirtschaftsamt und Kommune, ergänzt um optionale Ortsbegehungen. Die Kommunen werden dazu individuell von den Wasserwirtschaftsämtern angeschrieben. Gemeinsam mit der jeweiligen Kommune werden dabei mögliche Wassergefahren identifiziert. Bisher (Stand Juni 2026) wurde 1750 Kommunen – das sind mehr als 85 Prozent der bayerischen Kommunen – ein Beratungsgespräch angeboten. Davon wurden rund 820 Beratungsgespräche erfolgreich durchgeführt.
Neben der kommunalen Beratung unterstützt der Freistaat die Kommunen auch finanziell beim Hochwasserschutz an Gewässern dritter Ordnung oder bei der klimaresilienten Gestaltung der Gewässer. Die RZWas bieten den Kommunen in Bayern hierfür attraktive Fördermöglichkeiten. Hochwasserschutz, Starkregenvorsorge oder die Umgestaltung von kommunalen Gewässern zu klimaangepassten und ökologisch wertvollen Lebensräumen für Menschen und die Artenvielfalt stellen die wichtigsten Säulen des Förderprogramms im nichtstaatlichen Wasserbau dar. Insgesamt 11 Millionen Euro werden in diesem Jahr im Rahmen der RZWas für den Bereich des nichtstaatlichen Wasserbaus zur Verfügung gestellt.
Die Verbesserung des Hochwasserschutzes ist eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe. Von Hochwasserschutzdeichen und Rückhaltebecken, von Sturzfluten-Vorsorge über Deichrückverlegungen, von natürlichem Hochwasserschutz bis hin zu gesteuerten Flutpoldern – Hochwasserschutz geht nur ganzheitlich. Über 4 Milliarden Euro wurden bayernweit seit Beginn der Hochwasserschutzprogramme im Jahr 2001 in den Hochwasserschutz investiert.
Das Bayerische Umweltministerium hat mit der Novelle des Bayerischen Wassergesetzes den Hochwasserschutz weiter gestärkt. Dazu wurde das Bayerische Wassergesetz geändert. Maßnahmen des Hochwasserschutzes liegen jetzt im besonderen öffentlichen Interesse. Dadurch soll der Hochwasserschutz ein noch stärkeres Gewicht in behördlichen Abwägungen und möglichen gerichtlichen Verfahren erhalten.
Weitere Informationen zum HOCHWASSER-CHECK in Bayern sind verfügbar unter www.hochwasserinfo.bayern.de/hochwassercheck.htm