UV-Shirts sollen die empfindliche Kinderhaut beim Baden schützen. Doch im Test unserer Partner hielt nur jedes zweite Kinder-Badeshirt den versprochenen UV-Schutz ein.
Für sicheres Kinderplanschen empfiehlt sich neben einer guten Sonnencreme auch Badebekleidung, die vor UV-Strahlung schützt. Doch längst nicht alle Shirts halten den versprochenen UV-Schutz ein, wie ein Test des österreichischen Verein für Konsumenteninformation (VKI) aus dem Frühsommer 2026 zeigt.
Die österreichischen Testerinnen und Tester nahmen zwölf UV-Badeshirts verschiedener Marken unter die Lupe, die fast alle auch in Deutschland erhältlich sind oder waren.
Die Preise reichen von knapp zwei Euro (Kik) bis rund 25 Euro (O‘Neill und Quiksilver). Doch weder Preis noch Marke waren ein verlässlicher Hinweis auf guten Schutz. Dabei deklarierten alle Modelle explizit einen UV-Schutz für Kinder – ihre UPF-Werte (Abkürzung für Ultraviolet Protection Factor) reichten laut den Anbietern von 40+ bis 80+. Je höher der Wert ist, desto größer der Schutzeffekt.
Bis ungefähr zum zwölften Lebensjahr ist die Haut von Kindern besonders sensibel. Jeder Sonnenbrand schadet ihr erheblich und erhöht das Risiko, später Hautkrebs zu bekommen. Unser Test zeigt, welche Sonnencremes für Kinder guten UV-Schutz bieten − und welche versagen.
Wichtigster Prüfpunkt im österreichischen Test war der UV-Schutz der Textilien: Sechs der zwölf Shirts hielten ihn wie versprochen ein. Ein Sehr Gut in diesem Punkt vergab der VKI nur, wenn ein Shirt den deklarierten UPF auf der Vorder- und der Rückseite sowie an den Ärmeln erreichte.
Sehr gut in Sachen UV-Schutz und insgesamt gut schnitten zwei Shirts des Sportartikel-Anbieters Decathlon ab:
Gut bei ebenfalls sehr guten UV-Schutz waren im VKI-Test auch:
Doch diese beiden Badeshirts waren zum Zeitpunkt unserer Preisrecherche Mitte Juni 2026 nicht mehr verfügbar.
Fünf der geprüften Shirts erreichten den deklarierten UV-Schutz laut VKI nicht. Deshalb vergaben die österreichischen Tester im Punkt UV-Schutz die Bewertung „nicht zufriedenstellend“.
Takko teilte dem VKI in einer Stellungnahme mit, dass dem Unternehmen für den betreffenden Artikel ein Prüfbericht mit einem UV-Schutzfaktor von UPF 50+ vorläge. „Die gemessenen UVA- und UVB-Durchlässigkeiten erfüllen die Anforderungen deutlich.“
Ähnlich äußerte sich auf unsere Anfrage auch der Modekonzern, zu dem Reserved gehört: Für das Produkt hätten vom Hersteller Testergebnisse vorgelegen, nach denen das Shirt die Anforderungen an den UV-Schutz erfülle. Man habe nun aber eine interne Überprüfung angestoßen.
Das teilte uns auch Shein mit. Bis die abgeschlossen sei, ist das Produkt laut einem Unternehmenssprecher global von der Plattform genommen worden. So ging auch Temu vor. Dieser Anbieter hatte schon dem VKI mitgeteilt: „Wir haben umgehend eine interne Überprüfung durchgeführt und das betreffende Produkt von unserer Plattform entfernt.“
Der Modekonzern, zu dem die Marke Quiksilver gehört, hat auf unsere Bitte um Stellungnahme bisher nicht reagiert.
In zwei Dritteln der geprüften Shirts wies der VKI Bisphenole nach − darunter auch in einem Kinder-Shirt von Tchibo mit UV-Schutzfaktor 80, das in Deutschland für 9 Euro erhältlich ist. Das bewerteten die österreichischen Tester im Punkt Schadstoffe mit „nicht zufriedenstellend“. Bisphenole können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Hormonsystem stören und kommen häufig in synthetischen Textilien vor.
Wir haben Tchibo gebeten, das Testergebnis des VKI einzuordnen. Zur Menge der nachgewiesenen Bisphenole schrieb das Unternehmen uns: „Der Artikel ist nach allen geltenden gesetzlichen Vorgaben und etablierten Industriestandards uneingeschränkt nutzbar und stellt keine Gefahr für Verbraucher dar.“ Der im Test gefundene Wert liege um mehr als das 300-fache unter dieser gesetzlichen Meldeschwelle.
Der VKI und andere europäische Testorganisationen wiesen Bisphenole auch schon in anderen synthetischen Textilien nach – zum Beispiel in Unterwäsche.
Ein weiterer Prüfpunkt war, wie viele Mikrofasern die Shirts nach fünf Wäschen freigesetzt hatten. In diesem Punkt traten nur eher kleine Unterschiede zwischen den geprüften UV-Badeshirts zutage.
Neben den noch zu erforschenden Gesundheits- und Umweltwirkungen dieses Mikroplastiks führt das Auswaschen von Textilfasern dazu, dass die Shirts ihre Schutzwirkung einbüßen. Das geht schneller, als viele wissen − daher hat UV-Kleidung oft ein Verfallsdatum. Wird es überschritten, ist der ausgelobte UV-Schutz nicht mehr gewährleistet.
Tipp: Achten Sie auf Hinweise auf dem Etikett – viele Hersteller geben eine maximale Nutzungsdauer oder Waschanzahl an. Aus demselben Grund ist es mitunter nicht empfehlenswert, UV-Shirts gebraucht zu kaufen oder für jüngere Geschwister aufzuheben.
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